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380 Quadratmeter Wiese:Gefährliche Bienen

Pfaffenhofen will Blumenwiesen. Sicherheitsbedenken zum Trotz

Der Rat der kleinsten Landkreis-Kommune will auch Bienen retten. Allerdings nicht wegen des jüngst erfolgreichen Bürgerbegehrens, wie Rathauschef Helmut Zech (CSU) umgehend klar stellte: "Wir haben uns schon im vergangenen Jahr intensiv mit den Thema Streuwiesen befasst." Eine Blumenfläche auf dem Park- und Ride-Areal im Westen Egenburgs wurde angelegt, heuer sollen zwei weitere Wiesen zum Blühen gebracht werden: eine knapp 380 Quadratmeter große Fläche außerhalb des Ortes an der Straße zwischen Pfaffenhofen und Unterumbach sowie ein rund 74 Quadratmeter großes Fleckchen am östlichen Egenburger Ortseingang. Etwa 2500 Euro will die Kommune dafür springen lassen.

Der zweite Bürgermeister Harald Mang (AWG) begrüßte die Maßnahme: "Eine sehr gute Sache, die Gemeinde hat schließlich eine Vorbildfunktion." Der Landwirt und lokale CSU-Chef Michael Lampl sah das Projekt hingegen skeptisch: "Eine Blumenwiese zieht Bienen an. Und Bienen können stechen!" Dass jeder so eine Wiese direkt vor seinem Haus sehen möchte, glaube er nicht, fuhr Lampl fort. Da könne man ja gleich eine Blumenwiese vor dem Kindergarten pflanzen.

Er blieb mit seinem Einwand alleine. Bürgermeister Zech sah ebenfalls keine Probleme und sprach stattdessen von einem "Vorzeigeprojekt". Nicht ohne die Unterstützer des Volksbegehrens Artenschutz in die Pflicht zu nehmen: "Zu Hause für die Umwelt sein und dann in den Urlaub nach Thailand zu fliegen, ist inkonsequent." Ebenso wie im Winter Erdbeeren aus Israel oder Türkei zu verzehren, so Zech weiter. Zech will im eigenen Garten auf gepflegten Rasen verzichten und stattdessen eine Blumenwiese anlegen. Die Gemeinde macht dieses Angebot allen Bürgern. Jeder Einwohner Pfaffenhofens kann auf Gemeindekosten Blumensaatgut für eine Fläche von zirka zehn Quadratmetern erhalten. Einzige Bedingung: Im Juli erhält das Rathaus ein Foto von der neuen Blumenwiese.