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30 Verdächtige festgenommen:Kripo zerschlägt Drogenring

Die Polizei hat 30 Tatverdächtige aus den Landkreisen Dachau, Ebersberg und Freising festgenommen. Der Vorwurf: Handel mit Cannabis und Kokain in großen Mengen.

30 Tatverdächtige haben in den Landkreisen Dachau, Freising und Ebersberg einen Drogenring aufgezogen, den die Kriminalpolizei Erding Mitte vergangener Woche zerschlug. Wie das zuständige Polizeipräsidium Oberbayern Nord in Ingolstadt erst am gestrigen Montag mitteilte, fand am Mittwoch vor einer Woche eine groß angelegte Untersuchungsaktion in allen drei Landkreisen statt, in deren Mittelpunkt ein 28-jähriger Mann aus Dachau stand.

Marihuana Kiffen Joint

30 Tatverdächtige aus den Landkreisen Dachau, Ebersberg und Freising handelten mit Cannabis (Symbolfoto: Joint) und Kokain.

(Foto: Torsten Leukert/dpa)

Insgesamt dürfte vom Drogenring im Laufe des vergangenen Jahres drei Kilogramm Cannabisprodukte und etwa 120 Gramm Kokain verkauft worden sein.

Vor einem halben Jahr erhielt die Kriminalpolizei im Zusammenhang mit einem anderweitigen Verfahren Hinweise auf den Dachauer, der seine Arbeitsstätte im Landkreis Freising zum Handel von illegalen Betäubungsmitteln benützen würde. Drauf hätten Drogenkonsumenten bei Vernehmungen gesprochen.

"Langwierige Ermittlungen", so die Polizei weiter, hätten letztendlich zu einem 30-köpfigem Kreis von Tatverdächtigen aus den Landkreisen Freising, Ebersberg und Dachau im Alter von 20 bis 28 Jahren geführt.

Nach Erkenntnissen der Erdinger Rauschgiftfahnder wurden Cannabisprodukte und auch Kokain meist zum Eigenkonsum erworben, "aber teilweise auch mit einer gewissen Gewinnspanne weiterverkauft".

Bei der Durchsuchung von Wohnungen und teilweise auch der Arbeitsplätze von neun Hauptverdächtigen hätten die Einsatzkräfte etwa 130 Gramm Marihuana, geringe Mengen an Kokain, aber auch zahlreiche Konsumutensilien sicherstellen. In den anschließenden Vernehmungen bestätigten die Tatverdächtigen die Erkenntnisse der monatelangen Ermittlungen.

Seit mehr als einem Jahr wurde in der Tätergruppierung mit Drogen gehandelt. In einigen Fällen handelt es sich nach Auskunft des Polizeipräsidiums "sogar um den Verbrechenstatbestand des Handels in nicht geringer Menge, der eine Haftstrafe von mindestens einem Jahr zur Folge hat".

Vergangenes Jahr wurden vom Landgericht in Landshut Mitglieder eines Drogenrings zu Haftstrafen verurteilt, die im großen Stil Kokain schmuggelten. Im Mittelpunkt der Verfahren standen zwei Wirte aus Erding und Dachau. Letzterer galt in einschlägigen Kreisen als Kokainexperte.