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21 Feuerwehren im Einsatz:Großfeuer wütet in Haimhausen

Das Reifenlager eines Kfz-Betriebes geht in Flammen auf. Mitarbeiter retten sich in letzter Minute. Eine riesige Rauchwolke liegt über dem Ort. Menschen kommen nicht zu Schaden

Schon wieder ein Großfeuer im Landkreis Dachau: Auf einem Areal mit Gewerbehallen in Haimhausen brach am Mittwochnachmittag um 15.30 Uhr ein Großbrand aus. Als ein Großaufgebot von 21 Feuerwehren, darunter auch Kräfte aus München und dem Landkreis Freising, am Unglücksort eintrafen, stand das Gebäude bereits völlig in Flammen. Die Polizei Dachau warnte die Anlieger mit Lautsprechern, dass sie unbedingt ihre Fenster geschlossen halten und nicht ins Freie gehen sollten. In dem Gebäudekomplex war auch eine Kfz-Werkstatt mit einem Autoreifenlager untergebracht: Deshalb stieg eine gewaltige Rauchwolke über Haimhausen auf. Die Retter befürchteten, dass giftige Gase in die Luft gelangen könnten. Menschen kamen bisherigen Mitteilungen zufolge nicht zu Schaden.

Die Erschöpfung steht den Feuerwehrmännern ins Gesicht geschrieben. Stundenlang bekämpften sie am Mittwochnachmittag ein Großfeuer in Haimhausen. Die starke Rauchentwicklung erschwerte den Einsatz enorm.

(Foto: Toni Heigl)

Als das Feuer ausbrach, retteten sich die Mitarbeiter der Kfz-Werkstätte ins Freie. Verletzt wurde glücklicherweise niemand.

Einige Opfer hatten wohl mit Kreislaufproblemen zu tun, wie zu erfahren war. Notärzte, Rettungssanitäter, Polizei und insgesamt 21 Feuerwehren eilten innerhalb weniger Minuten zum Brandort. Mehr als zweihundert Retter waren im Einsatz. Das Hauptgebäude war allerdings nicht mehr zu retten. Als der Haimhausener Bürgermeister Peter Felbermeier (CSU) und Landrat Stefan Löwl (CSU) eintrafen, war das Gebäude bereits niedergebrannt. Die Feuerwehren bekämpften noch Brände in den rechts und links davon angrenzenden Nebengebäuden, auf die bereits Flammen übergegriffen hatten. Wie Wolfgang Reichelt, Sprecher der Dachauer Feuerwehr sagte, war das Feuer gegen 17 Uhr unter Kontrolle.

Das Hauptgebäude auf dem Grundstück mit Gewerbehallen brannte völlig nieder. In der Halle war ein Kfz-Betrieb untergebracht.

(Foto: Toni Heigl)

Die Rauchwolke hatte sich weithin sichtbar über halb Haimhausen ausgebreitet. Noch in Dachau und in Fürstenfeldbruck war sie zu sehen. Wegen der Gefahr, dass giftige Stoffe in die Luft gelangt sein könnten, warnte die Polizei auch die Menschen in den Wohnhäusern auf der anderen Seite des Amperkanals: Sie durften nicht ins Freie gehen und mussten alle Fenster verschließen. Bedingt durch die Gummireifen kam es zu einer extrem starken Rauchentwicklung.

21 Feuerwehren waren im Einsatz, dazu kamen Rettungssanitäter, Polizeibeamte, Notärzte und Helfer des Technischen Hilfswerks.

(Foto: Toni Heigl)

Noch am Nachmittag traf ein Experte vom Wasserwirtschaftsamt Freising am Brandort ein. Er prüfte, ob über das Löschwasser giftige Substanzen ins Erdreich gelangt sein könnten. Die Höhe des Schadens stand am Mittwoch noch nicht fest - Experten vermuten, er dürfte in die Millionen von Euro gehen. Auch die Ursache des Brandes stand am Mittwoch noch nicht einwandfrei fest. Die Brandfahnder der Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck haben die Ermittlungen aufgenommen.

Haimhausens Bürgermeister Peter Felbermeier war sofort zum Brandort gefahren, als er die Rauchwolke bemerkt hatte. Felbermeier war sichtlich betroffen: "Das ist sehr schlimm für den Eigentümer", sagte er der SZ. "Nichts, es ist nichts mehr da." Das einzige Glück im Unglück, so der Bürgermeister, sei, dass keine Menschen verletzt oder gar getötet worden seien. Bisher werde auch niemand vermisst. Erst vor knapp zwei Wochen war im Markt Indersdorfer Gewerbegebiet aus ungeklärter Ursache eine leer stehende Lagerhalle bis auf die Grundmauern abgebrannt - mitsamt eines Second-Hand-Ladens, der sich in der Halle befand. Im Einsatz waren 20 Feuerwehren und das Technische Hilfswerk. Wiederum eine Woche vorher wurde in Dachau ein Großalarm ausgelöst, nachdem ein Brand in einer Lackiererei im Gewerbegebiet ausgebrochen war. Es gelang aber, das Feuer schnell zu löschen. Ein Mitarbeiter der Lackiererei erlitt eine leichte Rauchvergiftung. Giftige Stoffe, wie befürchtet, waren glücklicherweise nicht verbrannt.