DAB Bank in Laim Wesentliche Ansagen kommen aus Paris

Bis dahin soll auch die neue Strategie für die DAB stehen. ,,Wir rechnen, dass der Integrationsprozess einige Monate dauern wird", sagt ein Sprecher. Mehr sagt er nicht. Es sei zu früh, um im Detail Auskunft zu geben, heißt es auch beim Betriebsrat und bei DAB-Chef Ernst Huber. In der offiziellen Mitteilung zum Verkauf der Bank heißt es nur: ,, Der Vorstand der DAB Bank AG steht auf Basis der ihm mitgeteilten Informationen einer Übernahme grundsätzlich positiv gegenüber."

Alle wesentlichen Ansagen kommen nun aus Paris, von der BNP. Immerhin, es gibt eine Standortgarantie, für Nürnberg, wo Consors seinen Sitz hat, und für München, Hauptsitz der DAB. Ein Übernahmeangebot für die verbliebenen Aktionäre ist auch schon da: 4,78 Euro pro Anteilschein soll es geben. Schon nach ersten Gerüchten über den anstehenden Verkauf Anfang Juli legte die Aktie zu, nun sind es fast 25 Prozent Kursgewinn. Die drei Jahre davor war der Kurs kaum vom Fleck gekommen. Rund 600 Mitarbeiter beschäftigt die DAB Bank in München, bei der österreichischen Tochter Direktanlage.at sind es noch einmal rund 130.

Geliebt, gehasst und jetzt verkauft

Viele machen sich Sorgen um ihren Job. Verständlich, denn Cortal-Consors macht das Onlinebanking praktisch deckungsgleich, nur mit regional anderen Schwerpunkten. Im Broker-Geschäft für Profikunden, also Vermögensverwalter und Banken, gilt die DAB aber als die stärkere. Bei der Münchner Online-Bank sind 60 Mitarbeiter in der Profi-Abwicklung tätig.

"Die DAB Bank wurde von der HVB alles schon mal: geliebt, gehasst, jetzt verkauft", sagt ein Ex-Mitarbeiter in damals mittlerer Position. Warum sollte es ausgerechnet diesmal Beistand von der langjährigen Mutter geben, nachdem der Verkauf mit einem Buchgewinn von 100 Millionen Euro abgeschlossen ist? Nicht wenige rechnen mit ,,zentralen Ansagen aus Paris" und einem Stellenabbau, vor allem bei Jobs, die mit dem Zahlungsverkehr zu tun haben. Das IT-System dafür ist nämlich bei DAB und Consors dasselbe.

"Kunden mit digitalem Lebensstil"

DAB-Gründer Kröner sieht trotzdem weniger schwarz als andere. "Cortal-Consors-Chef Friedrich ist ein einstiges DAB-Eigengewächs. Ich bin überzeugt davon, dass er die beiden Wettbewerber gut zusammenführt." Tatsächlich ist Kröner, der vor vier Jahren mit der Fidor ein neues Pionierinstitut gründete, dem Consors-Mann freundschaftlich verbunden.

Er selbst will aber mit seiner einstigen Bank vorerst nichts mehr zu tun haben. Wieder einsteigen? Er zuckt, lacht. ,,Wir sind nun mit Fidor profitabel, haben mehr als 60 000 Kunden, verfolgen eine internationale Strategie." Fidor kümmere sich um ,,Kunden mit digitalem Lebensstil". Eine Art Fortsetzung des Internetbankings à la DAB. Mitmach-Bank sagen manche auch dazu.

Bleibt zu hoffen, dass Kröner nicht wieder ,,zu früh" dran ist mit Fidor. Die Börsen gelten wegen der vielen Krisen als ähnlich labil wie 2000. Kröner will expandieren - wie damals. Der Unterschied: Er hat keinen Hauptaktionär im Nacken, muss selbst gerade stehen. Endlich.