Curry 73 Proll-Wurst vom Sternekoch

Sogar im bayerischen München kommt die Currywurst immer mehr in Mode. Auch Sternekoch Holger Stromberg tut dafür Einiges.

Ein bisschen Proll zu sein gehört heute anscheinend zur Glaubwürdigkeit des ambitionierten Küchenchefs. Kaum ein Fernsehkoch kommt mehr ohne Ziegenbärtchen und die eine oder andere Tätowierung aus.

Fettarm und ohne Geschacksverstärker: Die Currywürste im Curry 73.

(Foto: Foto: Hess)

Holger Stromberg, haubengeschmückter Koch der Fußballnationalmannschaft, tobt seine Volksverbundenheit lieber auf dem Teller aus - oder vielmehr: auf der Pappschale. Der gebürtige Westfale hat seine landsmannschaftlich geprägte Liebe zur Currywurst entdeckt.

Ausgerechnet in der Currywurst-Diaspora München hat er ein Ambiente aufgetan, wie es ruhrpöttiger auch im Ruhrpott nicht aussehen könnte: Das alte Pförtnerhaus eines aufgelassenen Infineon-Werksgeländes an der Balanstraße, außen wie innen noch stilecht gekachelt, dient ihm als Wurstbude.

Im Curry 73 gibt es Currywürste (und Schaschlik) - aber so, wie sie sich ein Spitzenkoch vorstellt: die weiße vom ausgesuchten Kalb, die rote vom ausgesuchten Schwein, fettarm gebraten und überschüttet mit einer Drei-Komponenten-Soße in drei Geschmacksrichtungen, aber ohne Geschmacksverstärker, die Fritten dazu mit hausgemachter Majo.

3,20 Euro kostet "die Wurst ohne Reue", wie er sie - wohl fürs bessere Publikum - bewirbt. Denn unter uns Prolls: Haben wir den Biss in eine Currywurst wirklich jemals bedauert?

Curry 73, Balanstraße 73, Telefon: 0176/78245342. www.curry73.de. Geöffnet Montag bis Freitag von 11 bis 19Uhr.