CSU Stoiber stärkt Hohlmeier den Rücken

Obwohl die umstrittene bayerische Kultusministerin Monika Hohlmeier in der CSU angeblich auf der Kippe steht, hat Ministerpräsident Edmund Stoiber ihr erneut sein Vertrauen ausgesprochen.

Nach einem heftigen Streit im Kabinett hat Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber Kultusministerin Monika Hohlmeier (beide CSU) erneut den Rücken gestärkt. Die Ressortchefin habe "selbstverständlich" weiter sein Vertrauen, sagte Stoiber in München.

Bei der Auseinandersetzung vom Vortag sei es eigentlich um eine Formalie gegangen. Die Diskussion betreffe eine reine Sachfrage. Alles, war darüber hinaus spekuliert werde, entbehre jeglicher Grundlage.

Das Kultusministerium, ein "Sauhaufen"

Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung jedoch wird ein Rücktritt der Strauß-Tochter in den eigenen Reihen als unausweichlich angesehen. Ein "führendes Mitglied" der CSU-Landtagsfraktion habe betont: "Die ist nicht mehr zu halten." Zudem soll dem Münchner Merkur zufolge ein Kabinettsmitglied das Kultusministerium als "Sauhaufen" bezeichnet haben.

CSU-Fraktionschef Joachim Herrmann versicherte, ein Rauswurf Hohlmeiers stehe "überhaupt nicht zur Debatte". Stoiber habe betont, dass es sich bei dem jüngsten Streit im Kabinett über den Lehrerbedarf lediglich um eine "Auseinandersetzung in der Sache" gehandelt habe.

Parteifreunde diskreditiert

Zudem habe die CSU bei dem geplanten Untersuchungsausschuss zur Amtsführung von Hohlmeier "nichts zu vertuschen", sagte Herrmann im BR-Fernsehen.

Der Untersuchungsausschuss soll am Donnerstag vom Landtag eingesetzt werden. In dem Gremium geht es auch um die Wahlfälscher-Affäre der Münchner CSU.

In dem Zusammenhang war Hohlmeier von ihrem Posten als Münchner CSU-Chefin zurückgetreten. Offenbar hat die Kultusministerin inzwischen erneut versucht, Parteifreunde ins Zwielicht zu rücken.

(sueddeutsche.de/dpa/ddp)