Entscheidung im Stadtrat:Corona-Teststation auf der Theresienwiese soll wieder öffnen

Drive-In-Tests auf Corona-Virus in München, 2020

Seit dem 2. Juli geschlossen, bald womöglich wieder offen: Die Drive-In-Tests auf der Münchner Theresienwiese.

(Foto: Stephan Rumpf)

Vorerst allerdings nur für drei Stunden am Tag und an fünf bis sechs Tagen pro Woche. Dafür soll man auch zu Fuß vorbeikommen dürfen.

Von Franz Kotteder

Die geschlossene Corona-Teststation auf der Theresienwiese soll nun doch wieder in Betrieb gehen. Die Kosten dafür - sie machten bislang täglich rund 13 000 Euro aus - will sich die Stadt mit dem Freistaat Bayern teilen. Münchens Gesundheits- und Umweltreferentin Stephanie Jacobs beantragt das in der nächsten Vollversammlung des Stadtrats am kommenden Mittwoch, die Teststation könnte danach bereits am Donnerstag wieder ihren Betrieb aufnehmen.

Am 2. Juli war sie nach dem überraschenden Rückzug der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) geschlossen worden. Diese hatte tags zuvor erklärt, sie werde keine Vertragsärzte mehr für die Abstrichentnahme zur Verfügung stellen. Als Grund nannte der Verband damals die stark gesunkenen Fallzahlen und die Weigerung der Stadt, "die Kosten für die Sonderstruktur einer Drive-in-Testung" zu finanzieren. Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) und Gesundheitsreferentin Jacobs hatten sich darüber "entsetzt" gezeigt, vor allem auch wegen der kurzfristigen Einstellung der Teststation.

Nun wird sie wohl, ebenfalls sehr kurzfristig, wieder eingerichtet. In ihrer Vorlage für das Stadtratsplenum spricht Jacobs von einem "absehbar hohen Testbedarf" durch die vom Freistaat garantierten Testungen für jeden, der das will, durch die anstehenden Reihentestungen von Lehr- und Erziehungspersonal - allein in München sind das 45 000 Menschen - sowie von Personen, die von Reisen zurückkehren.

Deshalb soll die Teststation nun weitermachen. Vorerst allerdings nur für drei Stunden am Tag und an fünf bis sechs Tagen pro Woche. Dadurch lassen sich auch die Kosten deutlich senken. Jacobs rechnet mit täglichen Kosten von rund 2700 Euro und einer einmal fälligen Summe von gut 8700 Euro. Bis Ende des Jahres wären das dann um die 375 000 Euro, von denen der Freistaat die Hälfte übernehmen soll. Ob er das tatsächlich tut, wird sich jedoch erst am Dienstag entscheiden - dann tagt der bayerische Ministerrat und wird wohl beschließen, generell 50 Prozent der Kosten für solche Testungen zu übernehmen.

Die Wiederinbetriebnahme der Station sieht Jacobs als "einzig sinnvollen Weg in einer Großstadt". Und flexibler will man auch werden. Künftig soll es auf der Theresienwiese möglich sein, nicht nur mit dem Auto oder dem Fahrrad, sondern auch zu Fuß zum Testen zu kommen.

© SZ vom 20.07.2020 / fjk/infu
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