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Corona-Krise in München:13 000 Kontrollen im Sonnenschein

Das schöne Wetter lockt die Menschen nach draußen - und beschert der Polizei viel Arbeit. Doch nicht überall ist gleich viel los in der Stadt.

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Coronavirus - München

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"Da geht's zu wie am Stachus": Die eigentliche Bedeutung dieses Spruchs dürfte bei den meisten Leuten derzeit nur ein Schaudern auslösen, würde es doch heißen, dass ein Ort völlig überlaufen ist und es vor Menschen nur so wuselt. An den Mindestabstand halten sich zu normalen Zeiten höchstens die Steine rund um den Brunnen, der gerade noch trocken vor einem liegt. In Corona-Tagen passen sich aber Menschen und Sprüche der Lage an - verwaist sieht er aus, der Karlsplatz. Dumm nur, dass es nicht überall in München so zugeht, wie an diesem Wochenende am Stachus.

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Auf dem Flauchersteg ist Abstandhalten kaum möglich. Wikipedia zufolge ist der Steg 340,50 Meter lang und vier Meter breit - ob da einzelne Menschen, Pärchen oder Familien an diesem sonnigen Samstag drüberspazieren, lässt sich nicht auseinanderhalten.

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Noch dichter geht es auf den Radwegen entlang der Isar zu: An der Ludwigsbrücke staut es sich sogar, der Platz ist knapp und jeder Sonnenstrahl will genutzt werden.

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Schon vor dem Wochenende hatte die Polizei darauf hingewiesen, dass etwa ein Picknick kein "triftiger Grund" sei, um sich draußen aufzuhalten. Einkaufen, Sport, Spazierengehen - allein oder mit den Menschen aus dem eigenen Haushalt, das ist alles erlaubt. Rausgehen und rumsitzen, einfach nur in der Sonne liegen oder lesen? Nix da. Die Polizisten hatten deshalb ganz schön viel zu tun, am Samstag. "Aktuell stellen wir fest, dass es in den Münchner Parks und an der Isar ziemlich zugeht. Aus diesem Grund nochmals die dringende Bitte an Euch. #Bleibtzuhause Achtet auf den Mindestabstand von 1,5 Meter", twitterte die Polizei am späten Nachmittag.

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Von Freitag- bis Sonntagmorgen hat die Münchner Polizei 595 Menschen angezeigt, weil sie sich nicht an die Regeln hielten, mit denen das Coronavirus eingedämmt werden soll. Alleine 344 Anzeigen gab es von Samstag- bis Sonntagfrüh, so viele wie an keinem anderen Tag bisher. Meist hielten sich die Betroffenen nicht daran, dass die eigene Wohnung derzeit nicht ohne triftigen Grund verlassen werden darf. In 43 Fällen dagegen hatten die Leute zum Beispiel Veranstaltungen nicht aufgelöst oder ihre Geschäfte nicht geschlossen und wurden deshalb angezeigt. Kontrolliert wurden an beiden Tagen mehr als 13 000 Menschen.

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In den allermeisten Fällen seien die Menschen aber einsichtig gewesen, berichten zumindest die Beamten aus München. Wer immer schön Abstand hält - wie die Menschen hier am Flaucher - und in Bewegung bleibt, macht nicht viel verkehrt. Wobei Fußballspielen nicht zum erlaubten Sport zählt, oder wer hält da schon brav 1,5 Meter Abstand vom Mitspieler, wenn's um den Ball geht.

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Höchst vorbildlich ist dieses Eichhörnchen unterwegs. Es schaut sich das Treiben am Flaucher aus sicherer Distanz an - und darf das sogar sitzend tun. Bitte trotzdem nicht nachmachen.

Briefwahl KVR, Ersatz-Briefwahlunterlagen. Dort können Bürger kurzfristig Unterlagen abholen, wenn sie nicht zugestellt wurden.

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Im Kreisverwaltungsreferat funktioniert das Abstandhalten am Sonntag gut. Da die Stichwahl zum Oberbürgermeister diesmal eine reine Briefwahl ist, haben die meisten Menschen ihre Stimme schon ab- und in den Postkasten gegeben. Wer dafür zu spät dran war oder die Unterlagen nicht erhalten hat, kann auch am Sonntag noch wählen - im KVR. Wirklich viel los war da am Vormittag aber nicht.

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Im Freien ist am Sonntag ebenfalls weniger los - dem schlechteren Wetter sei Dank. Man kann die Zeit nutzen, um sich ungefährliche Aktivitäten zu überlegen. Ob Frisbeespielen dazugehört? Im Englischen Garten hatte ein Mann sicherheitshalber Handschuhe angezogen - und Abstand halten ist für Profis bei diesem Sport ja selbstverständlich.

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Falls jemand die Regeln vergessen hat, hängen zur Einnerung an den Eingängen zu den Parks und Gärten diese Plakate. An der frischen Luft ist eine Übertragung der Viren (bei genügend Abstand) zwar unwahrscheinlich, aber einen Teil der Hinweise sollte man sich sowieso zur Gewohnheit machen.

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Wer übrigens seine Ruhe haben will beim Joggen oder Spazierengehen, muss wohl die Natur meiden. Im Gegensatz zum Gewusel an der Isar ist es woanders nämlich fast menschenleer, ewa an der üblicherweise stark frequentierten Kreuzung Ludwigstraße/Ecke von-der-Tann Straße. Das Gebäude beherbergt das bayerische Landwirtschaftsministerium. Bitte trotzdem weitergehen, auch wenn es was zu sehen gibt.

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Bilder die sich einprägen und die man so nicht kennt: Leere Tische und Stühle sind vor dem Café Tambosi am Odeonsplatz zusammengestellt. Wie es hier bei schönem Wetter normalerweise aussieht? Man kann es sich vorstellen. Auch hier gilt: Weiterziehen und auf die Liste der Dinge setzen, die man in Post-Corona-Zeiten wieder machen kann.

© SZ.de/infu/wet

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