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Cordo-Bar:Häppchen in der Nische

Cordo Bar

Wer früher kommt, kann länger probieren: Blick in die Cordo-Bar mit spanischer Karte, deutschen Bieren und sympatischem Personal.

(Foto: Jakob Berr)

Augustiner zu den Tapas: Die Cordo-Bar an der Ickstattstraße verbindet Bayern und Spanien. Die Atmosphäre stimmt, und wenn Fußball läuft, legen einem die Barkeeper sogar ihr Smartphone hin.

Es gibt zwei Hauptgründe, warum dem Gast ein Lokal gefällt. Entweder spricht ihn das Ambiente an oder die Belegschaft. Noch die abgerissenste Spelunke kann mit einem charismatischen Wirt punkten. Und selbst die abweisendsten Kellner sind dem Gast egal, wenn er in einer angenehmen Umgebung sein Bier trinkt. In der Cordo-Bar, die an der Ecke Klenze- und Ickstattstraße zu Jahresbeginn eröffnet hat, sind beide Voraussetzungen erfüllt.

Man merkt, dass die Augustiner-Brauerei nicht zum ersten Mal eine Bar eingerichtet hat. Die gewünschte Wohlfühlstimmung ist professionell umgesetzt. Gemusterter Fliesenboden, sehr dunkle Holzmöbel, tief hängende Lampen an den Stehtischen, noch tiefer hängende Lampen an den Sitztischen. Das Lokal ist geräumig, doch das sieht man nicht. Ein Gastraum mit mannshohen Fensterscheiben erstreckt sich links vom Eingang, die Bar und zwei dunkle Nischen liegen zur Rechten. Mit mildem Licht indirekt beleuchtete Ecken machen aus dem großen Lokal viele kleine. Großformatige Fotos und kleinere Accessoires säumen die Wände, vom ersten Gastraum geht es in den zweiten und über eine Wendeltreppe hoch in den dritten. Von dem aus wiederum kann man über eine Art Luke nach unten sehen bis auf die Terrasse im Innenhof.

Zu essen gibt es Häppchen, etwa Datteln im Speckmantel (3,40 Euro) oder Serrano-Schinken (6,90). Das Helle (3,50) kommt vom Fass und wird überbracht von bemerkenswert sympathischen Kellnern und Barkeepern. Wenn der Herr hinter dem Tresen dem Fußballfan sein Smartphone hinlegt, auf dem das Pokalviertelfinale läuft, geht das über die übliche Gästebetreuung hinaus.

An der Theke tauscht sich der Modedesigner mit dem Artdirector und der Krankenschwester über den Abgang des Marillenschnapses aus, drei Italiener nuckeln mit zufriedenem Nicken am Sprizz, im Nebenzimmer schwenkt ein ergrauter Herr vor den beiden Damen am Tisch den Rioja Urbion Cuvee (0,2 Liter 6,40 Euro) zum Schlierentest, während drei Herren in den Vierzigern mit Schal über den Sakkos die Konsistenz der gesalzenen Mandeln (1,90) diskutieren und zwei Erstsemester über den Cava Castilla Perelada (0,1 Liter 3,90 Euro). Eine junge Frau ist mit ihrer Tante an der Bar in die Tapasauswahl vertieft, bis der Barmann freundliche Empfehlungen ausspricht.

Nach Mitternacht sind noch fast alle Tische besetzt, was sicher auch am fröhlichen Personal liegt. Und wer doch müde wird, bekommt nach der Crema Catalan einen Cortado doppio.