Martin Arz, 50, Inhaber des Hirschkäfer Verlags und Autor: "Schon als Junge fand ich Männer toller. Geoutet habe ich mich dann 1989, da war ich 25 Jahre alt. Ich saß damals bei meiner Mutter in der Küche und war ziemlich aufgeregt, zumal ich aus einem sehr konservativen Elternhaus komme. Als es dann raus war, hat meine Mutter mit einem Mal angefangen, die Arbeitsfläche besonders gründlich abzuwischen - die typische Übersprungshandlung. Im Wesentlichen hat sie mein Outing aber weder positiv noch negativ kommentiert, sondern es eher hingenommen und noch zwei, drei Fragen zu meinem damaligen Freund gestellt. Ihre Reaktion war also weder ein ,Oh Gott, mein Sohn ist schwul' noch ein ,Das habe ich schon immer gewusst'. Heute würde ich von vorneherein offensiver mit meiner Homosexualität umgehen und mir nicht so einen Kopf darum machen, was andere denken könnten. Wie die Erfahrung zeigt, beruhigen sich selbst ultrakonservative Väter in der Regel wieder und stellen fest, dass ihr Sohn noch immer ihr Sohn ist."

Franziska Gerlach

Bild: Catherina hess 25. Januar 2014, 11:182014-01-25 11:18:48 © SZ vom 25.1.2014/bica