Club Yellow Submarine:Überbleibsel aus den 70ern

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Die Angelegenheit klingt wie das nächste Kapitel im ewigen Wettstreit zwischen den Bewahrern münchnerischer Institutionen auf der einen und dem Großkapital, das für solche Dinge kein Gespür hat, auf der anderen Seite. Der vergebliche Kampf um den Fortbestand der Kneipe Schwabinger Sieben an alter Stelle ist das jüngste Beispiel. Allerdings ist das Yellow Submarine selbst das Überbleibsel eines großen Investorenprojekts aus den 70er Jahren - und mit dem verbindet Zeidler eine persönliche Geschichte

Denn Zeidlers Vater, ebenfalls mit Vornamen Max, betrieb damals eine Presseagentur, die die Öffentlichkeitsarbeit nicht nur für das Yellow Submarine machte, sondern für den ganzen 1971 eröffneten Großkomplex an der Leopoldstraße, der nun dem neuen Großkomplex Schwabinger Tor weichen soll.

Der Augsburger Baulöwe Otto Schnitzenbaumer hatte damals viel Geld in das Areal investiert. Vermeintliches Prunkstück war das 150 Millionen Mark teure "Schwabylon", das der Schweizer Architekt Justus Dahinden als "urbano-soziales Experiment" entworfen hatte. Eine Freizeitstadt sollte das Schwabylon sein und den Menschen das bieten, was sie in ihrer Freizeit aus Sicht der Investoren zu wollen hatten. Läden aller Art gehörten zur Anlage für das Erlebnis Einkaufen, aber auch Restaurants, ein Schwimmbad und eine Eislaufbahn.

Nun, das Experiment misslang, die Münchner gingen nicht allzu gern ins Schwabylon, weswegen es schon 1974 wieder schloss und 1979 als Investitionsruine abgerissen wurde - an der Stelle findet sich heute, ganz nüchtern, das Verwaltungsgebäude einer Versicherung.

Geblieben ist das Yellow Submarine - und im Keller von Max Zeidlers Agentur kistenweise PR-Material, Pressemitteilungen, Fotos, Broschüren. Beim Ausmisten ist Zeidler junior, der die Agentur übernommen hat, darauf gestoßen. Statt die Sachen wegzuwerfen, entwickelte er ein Faible für den Club mit den Haifischen, der in den 80ern ebenfalls dicht machte, aber zumindest stehen blieb und bis zuletzt gelegentlich vom Management des Holiday Inn vermietet wurde.

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