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Christkindlmärkte rund um München:Ritter, Matrosen und gruselige Perchten

Einen Glühwein mit feschen Matrosen in Uniform trinken, schaurige Fratzen sehen oder doch eine Fahrt ins Ungewisse? Im Münchner Umland gibt es eine Vielzahl von Christkindlmärkten - jeder ist auf seine Weise besonders.

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Tausende Besucher zum Christkindlmarkt auf der Fraueninsel

Quelle: Matthias Schrader/dpa

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Es ist eine Fahrt ins Ungewisse, zumindest bei Inversionswetterlagen wie zur Zeit. Zuerst hört man nur: die Schiffsirene, das Kreischen einer Möwe, dann das Gemurmel Hunderter, Tausender Stimmen. Dann tauchen die ersten Lichter aus Nacht und Nebel auf, schließlich schemenhaft die Silhouette der Fraueninsel mit ihrem 1300 Jahre alten Kloster. An den ersten beiden Adventswochenenden bieten mehr als 90 Aussteller hier Kunsthandwerk und Kulinarisches feil.

Der Christkindlmarkt auf der Fraueninsel im Chiemsee ist vom 27. bis 29. November und vom 4. bis 6. Dezember geöffnet: freitags von 14 bis 19 Uhr, samstags und sonntags von 12 bis 19 Uhr. Die Überfahrt von Gstadt aus dauert zehn Minuten, von Prien/Stock aus eine halbe Stunde.

Bruck: Eroeffnung Christkindlmarkt am Viehmarktplatz

Quelle: Johannes Simon

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Es ist vor allem ein Stand, der auf dem Weilheimer Markt von der Jugend aus dem bayerischen Oberland umlagert wird, und ganz besonders von den jungen Damen: Ein Teil der Besatzung des Minenjagdbootes "Weilheim" aus dem Heimathafen Kiel, fesche junge Matrosen in Uniform, verkauft hier Glühwein - und spendet den Erlös alljährlich einer sozialen Einrichtung in der Stadt. Überhaupt wird der Christkindlmarkt auf dem historischen Marienplatz und dem Reinhard-Schmid-Platz zum großen Teil von Mitgliedern von Vereinen, Verbänden und sozialen Gruppierungen getragen, die ehrenamtlich für den guten Zweck in den Ständen stehen. Auf dem angrenzenden Kirchplatz findet zudem ein Künstler- und Kunsthandwerkermarkt statt.

Der Markt ist geöffnet von Donnerstag, 3. Dezember, bis Sonntag, 6. Dezember, am Donnerstag von 10 bis 20.30 Uhr, Freitag und Samstag jeweils von 10 bis 20, am Sonntag von 11 bis 18. Weilheim ist mit der Werdenfelsbahn von München aus halbstündlich in gut 40 Minuten zu erreichen.

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Quelle: Photographie Peter Hinz-Rosin

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Der "kloane staade Woidmarkt" ist am Forsthaus St. Hubertus mitten im Eberberger Forst aufgebaut. Dort kann man nicht nur am Lagerfeuer vorweihnachtliche Stimmung genießen, Pferdekutschfahrten unternehmen, heimisches Wildbret von den Staatsforsten kaufen und den neben dem Forsthaus beginnenden Skulpturenweg (im Bild) besichtigen, sondern auch in schaurige Fratzen schauen. Am Sonntag, 20. Dezember, 14 Uhr, begegnen einem hier die Kirchseeoner Perchten, die mit ihren fürchterlichen Masken und den aufgerissenen Mäulern zum Davonlaufen aussehen. Sie wollen freilich nicht die Besucher vertreiben, sondern böse Geister, die in den Raunächten ihr Unwesen treiben. Auch an den anderen Wochenenden gibt es Besuch: von den Ebersberger Jagdhornbläsern, den Anzinger Böllerschützen und dem Nikolaus.

Der Woidmarkt ist an allen vier Adventsonntagen von 13 bis 18 Uhr geöffnet.

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Quelle: FFB

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Wie ein kleines Almdorf wirkt der Weihnachtsmarkt auf dem Steingassenberg bei Türkenfeld im Landkreis Fürstenfeldbruck. Die Bergweihnacht findet am zweiten und dritten Adventswochenende statt, am 18./19. Dezember wird ein Fest der Kulturen gefeiert. An Buden werden Marmeladen, Liköre, Wachskerzen, Krippenfiguren oder Filzhüte verkauft. Zum Essen gibt es Wildspezialitäten, das Fleisch stammt aus der Aufzucht von Robert Müller, dem Veranstalter der Bergweihnacht. Etwas Besonderes ist dieser Adventsmarkt aber wegen seines vielfältigen Musikprogramms.

Der Markt ist geöffnet am zweiten und dritten Adventswochenende, samstags von 14.30 bis 23.30 Uhr und sonntags von 11.30 bis 19 Uhr. Auftakt ist am Freitag, 4.Dezember, um 17 Uhr. Türkenfeld lässt sich mit der S-Bahn erreichen. Vom Bahnhof aus fährt ein Shuttle-Bus zum Weihnachtsmarkt.

Allmannshausen Seeburg Christkindlmarkt

Quelle: Georgine Treybal

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Es ist ein idyllischer Ort, direkt am Starnberger See: die Seeburg bei Allmannshausen. In der kalten Jahreszeit ein eher stilles Eck. Am 12. und 13. Dezember kommt aber richtig Leben in die Bude. Dann veranstaltet das dortige christliche Kinder- und Jugendwerk "Wort des Lebens" sein weihnachtliches Burgfest. Im vergangenen Jahr kamen mehr als 700 Besucher, die sich mit Rittern auf die Schatzsuche in der Burg machten, oder Clown Luigi und der Bauchrednerpuppe Charlie zuhörten. Man merkt schon: Dieses Fest ist ein ziemlich großes Ding. Natürlich gibt es auch Stände mit regionalen Handarbeiten aus Holz, Leder oder Stoff, auch werden Glühwein, Kuchen und Grillspezialitäten angeboten, wie auf einem guten Christkindlmarkt. Aber die Feuershow zum Abschluss ist wieder etwas Besonderes.

Das Burgfest ist am 12. und 13. Dezember jeweils von 14 bis 20 Uhr geöffnet und findet bei jeder Witterung statt. Die direkte Zufahrt zur Seeburg ist in dieser Zeit erlaubt.

Christkindlmarkt in Seefeld

Quelle: Sta Franz Xaver Fuchs

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Hoch über dem See thront die 800 Jahre alte Veste Sevuelt, wie Schloss Seefeld einst in Urkunden genannt wurde. Eigentlich wirkt das Toerring'sche Schloss eher wie eine mittelalterliche Burg, in die der Besucher heute noch über eine Brücke durch den Torpavillon in den barocken Wirtschaftshof gelangt. Dort findet seit 1998 der Christkindlmarkt der Seefelder Ortsvereine und Hobbykünstler statt. In dem romantischen Ambiente rund um den historischen Brunnen verkaufen ausschließlich Einheimische und keine professionellen Gewerbetreibenden in Eigenarbeit hergestellte Waren. Zum Aufwärmen geht's nach dem Besuch des Christkindlmarkts ins Bräustüberl des Schlosses.

Der Markt ist geöffnet am Freitag, 27. November, von 16 Uhr an, am Samstag, 28. November, von 14 Uhr an und am Sonntag, 29. November, von 13 Uhr an. Zu erreichen ist das Schloss mit der S 8 bis Seefeld-Hechendorf, dann mit dem Bus weiter oder etwa 1,5 Kilometer zu Fuß.

© SZ.de/kbl
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