Freizeit:Ziemlich stade Zeit

Lesezeit: 3 min

Weihnachtsmarkt in München, 2009

Die Beleuchtung ist vielleicht das Wichtigste im Advent: Sterne an einem Weihnachtsmarkt-Stand in besseren Zeiten.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Kann ohne Christkindlmärkte Adventsstimmung aufkommen? Das geht, denn kreative Alternativen gibt es einige. Ein Überblick

Von Thomas Becker

Die Weihnachtsmärkte sind abgesagt. Kein Glühweintrinken mit Freunden unterm Heizpilz, kein Bummel nach Feierabend auf der Suche nach einer Kleinigkeit für den Nikolausstrumpf, kein Stöbern nach dem passenden Gehänge für den Christbaum. Was aber am meisten fehlen wird, ist die adventliche Stimmung. Um ein bisschen davon in die Wohnzimmer zu zaubern, haben sich Künstler und andere kreative Menschen einiges einfallen lassen. Und die frohe Botschaft ist: Es gibt da durchaus Möglichkeiten, die Spaß machen.

Basteln mit den Kleinen

Warum nicht mal die Kinder das Geschenkpapier gestalten lassen? Wenn die kleinen Picassos in bester Jackson-Pollock-Manier etwas aufs Papier gewirbelt haben, landet das sicher nicht so schnell im Altpapier wie die Standardware aus dem Supermarkt. Es genügt schon, die lieben Kleinen mit ein paar wasserlöslichen Fingerfarben auszurüsten, einen Bogen Papier samt Unterlage auszulegen und sie fröhlich lospinseln zu lassen. Auch schön: Kartoffelstempel. Das geht so: Kartoffel in zwei Hälften schneiden, ein Ausstech-Förmchen, vielleicht einen Stern, in die Kartoffel pressen, mit dem Messer den Rand um das Förmchen abschneiden, Förmchen abziehen - fertig ist der Stempel. Oder lustige Klorollen-Rentiere, für die man nur dünne Zweige, ein paar Filzreste und einen roten Pompon für die Nase braucht. Und wer von Laterne, Sonne, Mond und Sterne längst einen Wurm im Ohr, aber trotzdem Spaß am beleuchteten Abendspaziergang hat, der kann auch zum Fackellauf aufbrechen, natürlich mit einer selbstgebastelten Laterne: Den Boden einer PET-Flasche abschneiden, bunte Streifen Transparentpapier der Länge nach aufkleben, in Flammenform ausfransen lassen, mit Schnur einen Stock anbinden, batteriebetriebene Lichterkette in die Flasche, und schon kann man Nikolaus & Co. mal so richtig heimleuchten.

Plätzchen in 3D

Klar, an Plätzchen führt in dieser Zeit kein Weg vorbei. Damit die süßen Verführer nachher nicht nur stumpf in der Gegend herumliegen, kann man auch 3D backen: verschiedene Formen ausstechen, backen und dann ineinander fügen, zu Reh, Schlitten, Tannenbaum und Schneemann. Sieht nett aus und schmeckt genauso gut. Oder warum nicht mal selber Schokolade machen? Mit Kakaobutter, Kakaopulver, Ahornsirup und Nussmus. Oder Super-Schoko-Happen, nach dem Rezept von Anna Jones, mit dunkler Schokolade, Mandeln, Kürbiskernen, Rosinen, Sesamsamen, Kokosöl, Vanillepaste, Orangenschalen und einer Prise Meersalzflocken. Klingt schräg, schmeckt prima. Und wer allzu üppige Feiertage befürchtet: Es gibt tolle Mousse-au-Chocolat-Rezepte ohne Sahne und Fett, dafür mit Seidentofu. Ausprobieren!

Das etwas andere Weihnachtslied

Spätestens wenn "Driving Home for Christmas" und "Last Christmas" wieder in Endlosschleife laufen, fragt man sich: Gibt's eigentlich keine anderen Weihnachtslieder? Songs, die zu mir und zu meinem Weihnachten passen? Doch, gibt es. Heißt Bayern 2-Weihnachtsound. Gar weihnachtliche Songs, komponiert und geschrieben von Heimatsound-Künstlerinnen und Künstlern. Garantiert frei von Christmas-Bling-Bling und Rudolphs Roter-Nasen-Tradition. Die Künstler: 5/8erl in Ehrn, Ami & Wally Warning, Carolin & Andreas Obieglo, Claudia Koreck, Dicht und ergreifend, Django 3000, Dreiviertelblut, Ganes, Gankino Circus, Haindling, Hannah & Falco, Hannes Ringlstetter, Hundling, Jamaram, Jahcoustix, LaBrassBanda, Lisa Wahlandt, Matthias Kellner und Norbert Schneider. Wer kann dazu schon nein sagen? Und: warum auch? Reinhören und Wohlfühlen!

Sauerstoff tanken

Im Winter Laufen gehen? Den Workout im Park durchziehen? Geht's noch? Na, hoffentlich! Das kostet zwar Überwindung, ist aber dringend nötig, gerade in Pandemie-Zeiten, in denen man eh zu viel Zeit in den eigenen vier Wänden verbringt. Draußen trainieren ist nicht nur gut für das körperliche Wohlbefinden, sondern auch für die Psyche. Schließlich gibt es keine bessere Quelle für mehr Energie als frischen Sauerstoff. Das Immunsystem wird gestärkt, man schläft nach getaner Tat viel besser, und sicherer als jedes Fitnessstudio ist die Open-Air-Arena ja sowieso. Wenn einem dann noch von oben ganz sanft die Schneeflöckchen aufs Haupt rieseln, braucht es keine rote Weihnachtsmannjoggingmütze, um sich adventlich zu fühlen.

Glühwein - da geht was

Na gut: Die Weihnachtsmärkte haben zwar geschlossen, draußen eine Tasse Punsch oder Glühwein trinken kann man aber auch in diesem Dezember wieder an vielen Orten in der Stadt, zum Beispiel beim Crönlein am Nockherberg, dem Salon Irkutsk oder vor dem Alles Wurscht in Schwabing. Die Liste aller Outdoor-Glüh-Tankstellen findet sich unter https://munichmag.de/gluehwein-to-go-in-muenchen

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