Christian-Liebig-Stiftung Erinnerung an getöteten Focus-Reporter

Sie wollen sein Engagement fortführen. Eltern, Freunde und die Lebensgefährtin des im Irak-Krieg getöteten Focus-Reporters Christian Liebig haben eine Stiftung für Kinder in Afrika gegründet.

Auf diese Weise wollen sie den Einsatz des Journalisten für Hilfsorganisationen in Afrika fortführen. Ziel sei, "ihn nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, seinem Tod irgendeinen Sinn zu geben", sagt Liebigs Lebensgefährtin Beatrice von Keyserlingk.

Für sie und Christians Eltern, die ihr einziges Kind verloren haben, sei das Projekt in seinem Namen auch ein Stück "Trauerarbeit", sagte Keyserlingk. Die Idee für die Stiftung sei schon kurz nach dem Tod des Reporters entstanden, man habe sich mit der Arbeit an dem Projekt "an etwas klammern können".

Der 35-jährige Liebig war als "eingebetteter" Kriegsberichterstatter mit der 3. Infanteriedivision der US-Armee unterwegs. Am Morgen des 7. April hatte sich der Journalist entschieden, nicht mit in das umkämpfte Zentrum Bagdads zu fahren, sondern im Lager vor den Toren der Stadt zu bleiben. Dies erschien ihm sicherer. Doch das Hauptquartier wurde an diesem Tag mit Raketen beschossen, neben Liebig starben ein spanischer Reporter und zwei amerikanische Soldaten.

Keyserlingk, von Beruf Goldschmiedin, war am dem Tag bei einer Messe in Basel und erfuhr die Nachricht vom Tod ihres Lebensgefährten zunächst von einer "Focus"-Kollegin, bevor die offizielle Bestätigung durch das US-Verteidigungsministerium erfolgte.

Sie ist sich nicht sicher, ob sie den Tod ihres Freundes bis heute richtig verarbeitet hat, sagte Keyserlingk. Wie leicht es ihr falle, öffentlich über ihre Gefühle zu sprechen, sei "tagesformabhängig", manchmal "klappt es gut, doch häufiger kommen auch die Tränen".

Die "Christian-Liebig-Stiftung e.V." plant in Zusammenarbeit mit der Hilfsorganisation "World Vision" zunächst den Bau und Unterhalt einer Schule für etwa 500 Kinder ab 14 Jahren in Malawi.

Keyserlingk ist die Erste Vorstandsvorsitzende der Stiftung, das Kuratorium leitet der Vater des Verstorbenen, Hans Liebig. Weitere Mitglieder sind unter anderen Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD), der Verleger Hubert Burda, "Focus"-Chefredakteur Helmut Markwort und US-Botschafter Daniel R. Coats

(Spendenkonto: Christian-Liebig-Stiftung e.V. Kontonummer: 700 700 Bankleitzahl: 700 700 24 Deutsche Bank München. Spendentelefon 0781/639-6390 Montag - Freitag, 8 bis 18 Uhr.)

(sueddeutsche.de/ddp)