Die Zeiten, in denen Hollywood-Blockbuster auch die Kinocharts in China dominierten, sind lange vorbei. Das chinesische Publikum bevorzugt einheimische Filme (und bekommt weniger US-Produktionen zu sehen), die besucherstärksten Kinohits der letzten Jahre sind allesamt „Made in China“. Hierzulande sind sie kaum bekannt, das Chinesische Filmfest München will das ändern.
Seit 2013 gibt es dieses Festival, von 6. November an sind in und um München wieder zwei Wochen lang chinesische Filme zu sehen. Viele von ihnen laufen als Deutschlandpremieren, einige erschienen erst im vergangenen Jahr: So etwa der Animationsfilm „A Story About Fire“, der Tänzerinnen-Dokumentarfilm „Chinatown Cha-Cha“ oder der Familienfilm „The Shore of Life“, in dem eine alleinerziehende Mutter an Krebs erkrankt und zu ihrem entfremdeten Vater zurückkehrt. Auf einer wahren Geschichte basiert das Drama „Like a Rolling Stone“, darin lässt eine 50-jährige Frau ihr altes Leben hinter sich und fährt mit ihrem Auto vier Jahre lang durch China.
Eröffnungsfilm ist ein Klassiker des chinesischen Kinos: „Spring in a Small Town“ entstand im Jahr 1948, es geht um ein Ehepaar, das in einer südchinesischen Kleinstadt lebt. Als sie ein früherer Liebhaber der Frau besucht, kommt Bewegung in die eingeschlafene Ehe. Es ist eine stille Dreiecksliebesgeschichte, mit langen Kamerafahrten und einer Erzählstimme aus dem Off; vor einigen Jahren wurde der Film von Fei Mu zum besten chinesischen Film des Jahrhunderts gewählt.

Alle 16 Filme sind in der Originalfassung mit englischen oder deutschen Untertiteln zu sehen, auch ein Streaming-Angebot gibt es. Das Rahmenprogramm umfasst einen Mahjong-Nachmittag, einen Karaoke-Abend oder eine Tee-Zeremonie. Zum Abschluss am 20. November wird im Neuen Rottmann Kino das knapp dreistündige Drama „Moonlight Sisters“ gezeigt, dazu gibt es Snacks und Getränke.
Chinesisches Filmfest München, Donnerstag, 6., bis Donnerstag, 20. November, im Gasteig HP8, Neues Rottmann Kino, Mathäser Filmpalast, Breitwand Gauting sowie online

