Wie aus Männern Schweine werden, kann man derzeit in Christopher Nolans Kino-Epos „Die Odyssee“ erleben. Dort bietet die Zauberin Kirke Odysseus’ Kriegern Essen an und verwandelt sie mit wenigen Handgriffen in gefräßige Schweine. Dasselbe Schicksal erlitten bereits vor 25 Jahren die Eltern der zehnjährigen Chihiro Ogino im japanischen Anime-Film „Chihiros Reise ins Zauberland“. Sie ziehen mit ihrer Tochter in eine neue Stadt und landen in einem geheimnisvollen Vergnügungspark. Allzu viel Spaß haben sie dort nicht, denn in einem Restaurant langen Mutter und Vater gierig zu – und verwandeln sich in Schweine.
Natürlich ist das kein Zufall, der weltweit verehrte Zeichentrick-Meister Hayao Miyazaki griff in diesem Film auf Motive der antiken Mythologie zurück. Chihiros Abenteuer können mit der Heldenreise aus Homers Odyssee verglichen werden: Das Mädchen gerät in eine gefährliche Geisterwelt, muss Prüfungen bestehen, sich ihrer Identität versichern und am Ende geläutert in die reale Welt zurückkehren. Auf ihrem Weg lernt sie einen Jungen namens Haku kennen, eine Reihe von Geistern und Göttern sowie eine Hexe namens Yubaba. Der Film steckt voller Geheimnisse, auch beim wiederholten Ansehen entdeckt man neue Details.
Vor 25 Jahren trat „Chihiros Reise ins Zauberland“ seinen Siegeszug rund um die Welt an, zunächst in den japanischen Kinos, später gewann der Film unter anderem den Goldenen Bären bei der Berlinale sowie einen Oscar als bester Animationsfilm. Anlässlich des Jubiläums kommt er am 18. August zurück auf die große Leinwand.
Chihiros Reise ins Zauberland, Japan 2001, Regie und Buch: Hayao Miyazaki, am Dienstag, 18. August als Wiederaufführung in vielen Kinos, in München unter anderem im Monopol, Mathäser, Cinemaxx oder bei Kino am Olympiasee

