Car-Sharing in München:Flotte unter Strom

Lesezeit: 2 min

Die Car-Sharing-Anbieter verzeichnen in München regen Zuspruch. Die hohen Spritpreise treiben den Firmen die Kunden zu. Nun wollen die Car-Sharing-Firmen auch Elektroautos in der Stadt zum Einsatz bringen - für noch mehr Nachhaltigkeit.

Marco Völklein

Die drei neuen Car-Sharing-Anbieter, die ihre Fahrzeuge den Kunden ohne feste Stationen zur Verfügung stellen, wollen noch in diesem Jahr auch Elektro-Autos zum Anmieten offerieren. "Wir sind im Gespräch mit mehreren Autoherstellern", sagt Matthias Hoene, einer der beiden Gründer von "Zebramobil".

ZebraMobil Auto in München, 2011

Vor einem Jahr startete "Zebramobil" sein Angebot. Die Nachfrage steigt - auch wegen der hohen Spritpreise.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Mit den Stromfahrzeugen könne man "ein nachhaltiges Konzept noch nachhaltiger machen", so Hoene - vorausgesetzt natürlich, der Strom für die E-Autos kommt aus grünen Quellen. Auch bei BMW und Sixt, die gemeinsam das Car-Sharing-Angebot "Drive Now" betreiben, setzt man auf Elektro-Antriebe. "Spätestens im November oder Dezember", so Drive-Now-Sprecher Michael Fischer, werde man das neue Modell Active-E, an dem die BMW-Ingenieure derzeit mit Hochdruck arbeiten, nach München bringen. Die Bahn-Tochter "Flinkster", die in München ebenfalls stationsungebundene Car-Sharing-Autos anbietet, hat sich das Ziel gesetzt, bis Ende 2012 zehn Prozent ihrer Flotte von derzeit bundesweit 2500 Autos mit Strom zu betreiben.

Die neuen wie auch die etablierten Car-Sharing-Anbieter verzeichnen eine rege Nachfrage. Die hohen Spritpreise treiben den Firmen die Kunden zu. Bei den klassischen Car-Sharing-Anbietern, die ihre Autos den Kunden an festen Stationen zur Verfügung stellen, wuchs im vergangenen Jahr die Nutzerzahl bundesweit um 16 Prozent auf 220.000. Hinzu kommen seit etwa einem Jahr die neuen Angebote wie Zebramobil oder Drive-Now, die ihre Fahrzeuge - nach einer Einigung mit der Stadt - auf öffentlichen Parkflächen abstellen dürfen. Über Smartphones oder Internet können registrierte Kunden die Autos orten und entleihen - und sie nach der Fahrt wieder auf öffentlichem Parkraum abstellen.

Nach Angaben der Unternehmen werden die neuen Angebote rege genutzt. Drive-Now hat bereits sein von der Stadt erlaubtes Kontingent an 300 Fahrzeugen ausgeschöpft, ähnlich sieht es bei Flinkster aus. Die Zebramobil-Flotte umfasst derzeit 55 Autos, soll aber im Laufe des Jahres weiter wachsen - eben auch um einige Fahrzeuge mit Elektro-Antrieb. Derzeit allerdings knobeln die jungen Unternehmen noch an einem Problem, das die Nutzung von E-Autos beim stationsunabhängigen Car-Sharing besonders beschränkt - das Wiederaufladen der Batterien.

Solange es noch keine flächendeckende, öffentlich zugängliche Lade-Infrastruktur gibt, wird es schwierig, die Autos überall in der Stadt wieder aufzuladen. Zwei Lösungen bieten sich an: Entweder sammeln die Anbieter, die in der Stadt verteilten Autos regelmäßig ein und hängen sie für einige Stunden ans Stromnetz. Oder aber sie "belohnen" die Kunden (etwa mit Fahrtguthaben), wenn diese die Autos nach einer Fahrt selbst ans Netz hängen. "Das ist noch eine Herausforderung", räumt Hoene ein.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Abo kündigen
  • Kontakt und Impressum
  • AGB