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Captain's Dinner mit Traumschiff-Stars:Happy End mit Eisbombe

Mit einem Captain's Dinner im Hotel feiern TV-Stars und Fans den 30. Geburtstag des ZDF-Traumschiffs und erleben Kreuzfahrt-Glamour, Eisbombe - und einen Bordarzt, der den Praxistest besteht. Die wichtigste Frage des Abends dreht sich jedoch um eine kleine Eiskugel.

Die Silberglocke fehlt, das merken erfahrene Seefahrer sofort. Da wird die Hauptspeise serviert, Argentinisches Rinderfilet, und das Gericht ist nicht abgedeckt. Einige Damen rümpfen pikiert die Nase.

Eine Seefahrt, die ist lustig: Schauspieler Nick Wilder und Anja Kruse.

(Foto: Robert Haas)

Ansonsten ist alles stilecht beim "Captain's Dinner", mit dem die Reederei Deilmann und das Hotel Mandarin Oriental das 30 Jahre alt gewordene ZDF-"Traumschiff" feiern: schwere Teppiche, schwerer Rotwein, Tatar vom Blauflossenthunfisch - und Fünfzig-plus-Publikum, das in Neckermann- oder Maximilianstraßen-Couture gekleidet ist und sich Smalltalk-geübt durch den Abend parliert.

Und natürlich sind da die Stars, ohne die beim "Traumschiff" nichts geht. Die Schauspieler Elmar Wepper und Anja Kruse mischen sich am Montagabend unter die Gäste, und als Vertreter der aktuellen Crew ist Nick Wilder gekommen, der früher der Herr Kaiser von der Hamburg-Mannheimer war und inzwischen als Bordarzt auf dem TV-Traumschiff angeheuert hat.

Man redet über die letzte Kreuzfahrt nach St. Petersburg, natürlich über das Münchner Wetter. Der Eigner der MS Deutschland erzählt, wie der Kapitän das Schiff in das enge Londoner Dock gesteuert hat ("auf jeder Seite nur 50 Zentimeter Platz"). Andere erklären, warum das Basilikum-Limetten-Sorbet ohne grüne Sprenkel serviert wird und trotzdem intensiv nach Basilikum schmeckt.

Und natürlich geht es um Promis, die nicht anwesend sind. Fotograf Erwin Schneider erzählt, wie er vor Jahren Hannelore Elsner für die "Versteckte Kamera" foppte, mit Nick Wilder als Robert-Redford-Double. Ein Promi-Kochbuch geht herum, und es wird getuschelt, die Soundso könne besser kochen als schauspielern.

Nicht geschauspielert ist der Schwächeanfall, der eine ältere Dame nach dem Hauptgang ereilt. Da zeigt sich, wie sehr Nick Wilder seine Rolle verinnerlicht hat. Geübt springt er auf und fängt ihren Fall ab. "Beine nach oben", rät der Schauspieler, und Kellner reichen in Eiswasser getränkte Handtücher. Wenig später kann die Patientin aufstehen und wird vom TV-Arzt zum Taxi geleitet. Gar nicht schlimm, diagnostiziert Wilder strahlend. Bei den Dreharbeiten in Bora Bora sei Heide Keller, die die Chefhostess Beatrice spielt, auch einmal umgekippt.

Als Nick Wilder zurück ist, wird das Dessert serviert. Es ist wie im Fernsehen: Nach dem Happy End gibt es Eisbombe.