Café Leib & Siegel Zum Konzert gibt es hausgemachte Quiche

Über die Musik zum Café: Anna Leibinger hat das Leib & Siegel zusammen mit einer Freundin eröffnet, die sie im Orchester kennenlernte.

(Foto: Jan A. Staiger)

Das Leib & Siegel versteht sich als Kulturcafé, nicht nur für Musikliebhaber. Serviert werden Grillbrote, Kuchen und viele andere selbstgemachte Leckereien.

Von Alessa Becker

Wer durch das Dreimühlenviertel spaziert, stößt unweit der Wittelsbacher Brücke auf das Café Leib & Siegel. "Kulturcafé" steht auf einem Schild über dem Eingang in der Auenstraße - in Lautschrift, was originell aussieht, ein bisschen wie "kultua kafe" mit Buchstaben, die griechisch wirken oder auf dem Kopf stehen. Drinnen schneidet Anna Leibinger eine Linzer Torte an und lässt Kaffeebohnen aus einer Papiertüte in die Maschine rieseln.

"Früher sah mein Berufsalltag ganz anders aus", sagt die 33-Jährige. Sie hat Mathematik, Musik- und Kulturmanagement studiert, arbeitete beim Bayerischen Rundfunk und bei einem Musikverlag. Doch "einen Schreibtisch-Job möchte ich nicht mehr". Die Idee für Leib & Siegel entstand, als Leibinger beim Geigespielen im Münchner Abaco-Orchester die Bratschistin Marta Beisiegel kennenlernte. Die beiden verstanden sich auf Anhieb und hatten den gleichen Traum, Gaumenfreuden mit geschmackvoller Musik zu verbinden.

Leise Loungemusik empfängt die Gäste. Jeder, der möchte, kann mit Leibinger musikalisch fachsimpeln. Alle zwei Wochen organisiert sie abends ein Konzert, dazu gibt es hausgemachte Quiche. Solokünstler vom Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks sind schon auf der Stufenbühne des Kulturcafés aufgetreten, ein experimentelles Streichquartett und ausgewählte Bands. "Die Räumlichkeiten sind optimal für kleine Konzerte", sagt Leibinger. Das liegt nicht nur an der Akustikdecke. Etwa ein Dutzend Tische passen in das Kulturcafé, und auf den Polstermöbeln neben dem Bücherregal fühlen sich die Gäste fast wie bei einem Privatkonzert. Hinter der Bar ist eine Kupferwand, die anderen Wände sind mit großflächigen Kunstwerken dekoriert, eine wechselnde Ausstellung, die Bilder sind zu verkaufen.

Ob Grillbrot oder Säfte: Alles ist selbstgemacht und das meiste aus biologischer Erzeugung.

(Foto: Jan A. Staiger)

Was gibt es da und was kostet es?

"Geht immer" heißen die Snacks auf der Speisekarte, es gibt frisch gepresste Säfte (ab 3,50 Euro), Obstsalat und Porridge (ab 4,50 Euro) und als Highlight selbstgemachte Grillbrote (ab 4,50 Euro), frisch belegt mit Schinken, Birne-Spinat-Ziege oder Camembert mit Preiselbeeren - zum Einsatz kommen "vorwiegend Produkte aus biologischer Erzeugung". Und zu jeder Tageszeit muss Platz für ein Stück selbstgemachten Kuchen (ab 2,50 Euro) bleiben.

Für den ausgedehnten Brunch bietet das Lokal am Wochenende eine größere Frühstückskarte an, etwa mit diversen Käsesorten, hausgemachtem Feigen-Chutney, Hummus, Oliven, Butter und gemischtem Brotkorb (9 Euro). Unter der Woche gibt es mittags zwei wechselnde Tagesgerichte für Vegetarier und für Fleischesser (7 bis 10 Euro). Da kommt dann, in Bio-Qualität, ganz traditionell Putengeschnetzeltes auf den Tisch, aber auch orientalisch Angehauchtes wie geröstetes Wintergemüse mit Couscous und Tahini-Joghurt.

Die Wände sind mit großflächigen Kunstwerken dekoriert, eine wechselnde Ausstellung, die Bilder sind zu verkaufen.

(Foto: Jan A. Staiger)

Wer geht da hin?

Junge Mütter mit Babys im Arm treffen sich, um etwas Gesundes zu essen, beste Freundinnen plaudern und lassen sich dabei Kuchen nach Omas Rezept schmecken, aber auch Studenten und Schüler klappen ihre Laptops auf. Alle zwei Wochen zieht es Leute aus der Umgebung in das Kulturcafé, die Lust auf ein Konzert in gemütlicher Atmosphäre haben - und auf hausgemachte Quiche.