Café Simurg im WestendDer alte Herr Grobitsch ist noch da

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Ein Bild von Herrn Grobitsch, der Jahrzehntelang hier einen kleinen Laden betrieb, hängt im Café Simurg an der Wand.
Ein Bild von Herrn Grobitsch, der Jahrzehntelang hier einen kleinen Laden betrieb, hängt im Café Simurg an der Wand. Robert Haas

Das Café Simurg im Westend war früher ein Tante-Emma-Laden, das ist nicht zu übersehen. Doch die neuen Betreiber haben auch ihre eigenen Ideen eingebracht.

Von Lisa Sonnabend

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Es werden inzwischen Avocado und veganer Käse serviert, aber der alte Herr Grobitsch ist noch immer da. Mehr als vier Jahrzehnte lang betrieb Alexander Grobitsch in der Sandtnerstraße im Westend einen Tante-Emma-Laden, er verkaufte Milch, Brot und Wurst. Er war eine Institution, er brachte das Viertel zusammen. 2010, er war 80 Jahre alt, übergab er den Laden schließlich an Kerstin Lohner, sie machte ein Tagescafé daraus, das sie Lohner & Grobitsch nannte und 13 Jahre lang im Sinne des Vorbesitzers weiterführte. Im Frühjahr 2024 hat das Café erneut den Besitzer gewechselt.

Während ein paar Straßenecken weiter eine Stehkneipe schließen musste und nun nicht mehr wiederzuerkennen ist und ein eingesessener Gemüseladen im Viertel durch ein schickes Tagescafé ersetzt wurde, ist Herr Grobitsch, der inzwischen leider verstorben ist, im Café Simurg weiterhin präsent. An der Wand hängt ein großes Schwarz-Weiß-Porträt, das ihn im Kittel vor seinem Laden zeigt. Gegenüber ist das alte Schild angebracht: „Wurst Milch Feinkost Grobitsch“. Den neuen Betreibern war es wichtig, etwas Neues zu schaffen, aber die Besonderheit des Ortes zu erhalten.

Die Gäste sitzen wie im Vorgängerlokal auf weißen Stühlen an kleinen Tischen und blicken durch die große Fensterfront. Der Kaffee wird hinter der mit München-Motiven bemalten Theke zubereitet. Die charmante und gemütliche Einrichtung wurde weitgehend behalten.

Doch auf der Speisekarte haben die Betreiber Gaye und Özgür mediterrane Einflüsse eingebracht. Es gibt Rührei mit Ziegenkäse und Pesto (11,90 Euro) oder ein veganes Kichererbsen-Omelett (12,80 Euro). Originell ist auch das Croissant mit Avocado, Rührei und einem Rote-Bete-Meerrettich-Aufstrich (12,90 Euro), bei dem die Rote Bete und der Meerrettich so dezent schmecken, dass es sogar denjenigen schmeckt, die eigentlich zu den Verächtern der beiden Gemüse gehören. Das Gericht trägt den Namen „Kerstin in Madeira“, was wiederum eine Reminiszenz an Vorbesitzerin Lohner ist, die auf die portugiesische Insel ausgewandert ist.

Das Gericht „Kerstin in Madeira“ erinnert an die Vorbesitzerin.
Das Gericht „Kerstin in Madeira“ erinnert an die Vorbesitzerin. Robert Haas
Liebevoll zubereitet: French Toast mit Ahornsirup und Blaubeeren.
Liebevoll zubereitet: French Toast mit Ahornsirup und Blaubeeren. Robert Haas
Viele Gäste kommen aus der Nachbarschaft - oft sind es Familien.
Viele Gäste kommen aus der Nachbarschaft - oft sind es Familien. Robert Haas/Robert Haas
Auch das Schild „Milch, Wurst, Feinkost“ von Herrn Grobitsch ist noch da.
Auch das Schild „Milch, Wurst, Feinkost“ von Herrn Grobitsch ist noch da. Robert Haas

Die liebevoll zusammengestellten Speisen werden von den Besitzern selbst zubereitet. Falls es deswegen mal ein paar Minuten länger dauert, ist hier niemand böse. Die Portionen sind üppig. Jeden Tag gibt es verschiedene selbst gemachte Kuchen. Es dauert eine ganze Weile, bis Gaye alle Sorten aufgezählt hat.

Mittags dann werden ein paar wechselnde Tagesgerichte serviert: Moussaka, Rote-Bete Knödel oder Penne mit Pesto. Und seit Kurzem hat das Café Simurg am Freitag sogar abends geöffnet. Bei einem Meze-Teller und Raki kommt hier Tavernen-Atmosphäre auf. Unbedingt vorher reservieren, empfehlen die Betreiber. Dem Café Simurg ist es gelungen, sich zu verändern, aber nicht zu sehr zu wandeln. So ist es ein beliebter Vierteltreff geblieben.

Café Simurg im Westend, Sandtnerstraße 5, 80339 München, Telefon: 089/69309250, Öffnungszeiten: täglich von 9 bis 18 Uhr, freitags bis 22 Uhr.

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