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Kaffee und Kultur:Zehn gute Museumscafés in München

Ein Tag im Museum strengt an - in vielen Häusern kann man aber auch gut Kaffeepause machen, Spiegelei mit Speck frühstücken oder sich einen Drink genehmigen. Unsere Tipps.

Von Kerstin Kerscher und Franziska Schwarz

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Alte Pinakothek:Café Klenze

Café Klenze Alte Pinakothek

Quelle: Haydar Koyupinar / Bayerische Staatsgemäldesammlungen

Speck! Nicht der, den der Künstler Joseph Beuys in seinen Installationen verwendet hat. Sondern Speck zum Essen, wie beim klassischen englischen Frühstück. Das gibt es im Café Klenze in der Alten Pinakothek. Das Lokal wird vom Victorian House betrieben, das noch einen Ableger am Viktualienmarkt und in den Fünf Höfen hat - und ist damit das perfekte Beispiel für eine der unterschätzten Raststätten, die viele Museen zu bieten haben. Schließlich ist so ein Tag im Museum ganz schön anstrengend. Menschen lesen im Museum mit viel Ernst die Erklär-Tafeln neben den Exponaten. Versuchen sich - den kunstkundigen Führer im Blick - dem Tempo einer Gruppe anzupassen, das irgendwie nie dem eigenen Tempo entspricht. Oder überschreiten aus Versehen die Lichtschranke vor einem Gemälde und werden daraufhin vom Alarm erschreckt. Museen fordern einen. Wie gut, dass es da Anlaufstellen wie das Café Klenze gibt.

Die Eier-Würstchen-Speck-Mahlzeit "St. James" kostet hier 9,40, der Besucher kann sich aber auch mit dem tagesaktuellem Pastagericht (8,50 Euro) oder der Tagessuppe (6,50 Euro) sättigen. Oder mit einem Stück Kuchen, etwa einer "Banoffee Pie", einer britischen Idee aus zerkrümelten Keksen, Butter, Schlagsahne und Karamell. Sehr süß das Ganze, mäkeln da die einen. Sehr englisch!, loben die anderen. In dem Ambiente aus mit Samt bezogenen Sitzmöbeln, Mahagonie und Rundbogenfenstern gibt es dazu auch verschiedenen Tee (3,40 Euro die Tasse).

Das Café Klenze befindet sich in einem Gebäude, das der im 19. Jahrhundert und vor allem in München wirkende Architekt Leo von Klenze entworfen hat. Im Dezember 2018 wurde das Café neu gestaltet. Unter dem Motto "Kunst & Genuss" bietet das Victorian House seit 2005 für 29 Euro ein Frühstücksbuffet sowie eine mehr als einstündige Führung (maximale Teilnehmerzahl: 25) durch eine aktuelle Ausstellung an. Bislang wurde das Konzept gut angenommen, sodass der Pächter Tobias Karl Woitzik es stets nach drei Monaten verlängern konnte.

(Barer Str. 27, 80799 München, Di 10- 20 Uhr, Mi-So 10 -18 Uhr, Tel. 089/12134980, info@victorianhouse.de)

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Pinakothek der Moderne:Museumscafé

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Quelle: Alessandra Schellnegger

Eine Weile hat das Museumscafé leergestanden, nachdem 2016 der damalige Pächter, die Café Moderne GmbH & Co. KG, in Insolvenz ging. In der Zwischenzeit stieg der Münchner Edelcaterer Dahlmann ein. Das "Daily Pop Up Café" sollte den Wintergarten für die Zeit bis zur geplanten Renovierung im kommenden Jahr übernehmen. Doch der Pächter kündigte, und nun sind die Gebrüder Eisenrieder, die auch das Café Münchner Freiheit betreiben, eingesprungen. Allerdings werden auch sie das Museumscafé voraussichtlich nicht auf Dauer betreiben. Schon seit längerem ist klar, dass die Küche des Hauses dringend saniert und den Anforderungen angepasst werden muss. Bis Ende 2019 jedenfalls blieben Max und Karl Eisenrieder noch.

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Alpines Museum:Café Isarlust

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Quelle: Alessandra Schellnegger

Die Isar zwischen Prinzregentenstraße und Wittelsbacherbrücke soll attraktiver werden, das fordern die Oberen der Stadt schon seit langem. Das Café Isarlust macht die Praterinsel aber schon jetzt attraktiv. Seine minimalistische Einrichtung aus hellem Holz sowie viel Rot und Weiß hat Charme. Der Kuchen (2,90 bis 3,20 Euro das Stück, zum Beispiel Kirsch-Mandel-Kuchen) kommt vom Ruffini in Neuhausen, die kleinen Mahlzeiten (Erbsensuppe oder Käse, Wildpastete sowie Brot) von der Albert-Link-Hütte am Schliersee. Seit 2012 wird das kleine Museumslokal vom Alpinen Museum des Deutschen Alpenverein (DAV) betrieben.

Innen hat das Café 20 Sitzplätze, draußen 32: Auf der Terrasse hinter dem Haus gibt es außerdem zehn Sonnenliegen und Bouldersteine, auf denen die Gäste ihre Kletterfähigkeiten ausprobieren können. Die Bio-Säfte kommen vom Chiemsee, das Bier von der Giesinger Brauerei. Die Anziehungskraft der Isar stand offenbar nie in Frage: Bevor das Haus 1909 vom DAV übernommen wurde, befand sich in ihm bereits ein Ausflugsrestaurant - daher der Name Café Isarlust.

(Praterinsel 5, 80538, Di - Fr 13-18 Uhr, Sa - So 11-18 Uhr Tel. 089/2112240)

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Lenbachhaus:Café Ella

Frühstück Café Ella im Lenbachhaus

Quelle: Florian Peljak

Der golden schimmernde Würfelbau, in dem sich das Café Ella befindet, wurde 2013 eröffnet. Direkt neben der Städtischen Galerie im Lenbachhaus gelegen, bietet er einen erwähnenswerten Ausblick: Auf den Königsplatz, der wiederum zur prunkvollen Brienner Straße führt - der Café-Besucher schaut also auf den monumentalen Torbau der Münchner Propyläen. Im Lokal selbst sieht er das Werk des britischen Architekten Sir Norman Foster. Der entwarf nicht nur den Neubau an sich, sondern wollte es sich auch nicht nehmen lassen, das Innere zu gestalten. Das tat er dann sogar für lau, so wichtig war ihm die Sache.

Das Ella ist hauptsächlich ein italienisches Restaurant mit etwa 100 Plätzen - verbraucht nach eigenen Angaben aber auch etwa eineinhalb Tonnen Kaffeebohnen pro Jahr, hat einen eigenen Barista und hauseigenen Kuchen. Auf der Terrasse vor dem Lokal können etwa 120 Menschen sitzen. Das Frühstücksangebot umfasst das "Große Ella" (italienische Wurst - und Käsesorten, sizilianische Konfitüre und ein Ei, 13 Euro), Frittata mit Minze (8,50 Euro) oder griechischen Joghurt mit Honig (6 Euro). Der Cappuccino kostet 3,90 Euro, die Halbe vom Fass (König Ludwig) 4,40 Euro, und der 0,2-Hugo 8,50 Euro. "Ella", so nannte Wassily Kandinsky seine Lebensgefährtin Gabriele Münter. Sie war mit ihm Mitglied in der Künstlergruppe "Der Blaue Reiter", die 1909 in München ihren Anfang nahm. Im Oktober standen die Menschen vor dem Lenbachhaus Schlange. Das Museum zeigte damals eine Retrospektive des Russen.

(Luisenstraße 33, 80333 München, Di - Sa 9 -1 Uhr, So 9 - 21 Uhr, Tel. 089/70088177, info@ella-lenbachhaus.com)

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Museum Mensch und Natur:CaféBar Limulus

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Quelle: Stephan Rumpf

Der Nymphenburger Schlosspark war einst königliches Jagdrevier und auch heute noch spielen sich dort turbulente Szenen ab: Spaziergänger eilen der Sonne hinterher, fast grimmig entschlossen, das schöne Wetter zu genießen; Smartphone-Bewaffnete kämpfen um das perfekte Selfie mit Schwan und Schloss und im Museum Mensch und Natur lernt man zwischen Krokodilgebiss und Antilopenflucht, welche Mahlzeiten Tiere zum Fressen gern haben. Das alles macht natürlich ganz schön hungrig, klar. Deswegen gibt es seit vier Jahre das Café Limulus. Der Name bedeutet "Pfeilschwanzkrebs": ein merkwürdig gepanzertes, stacheliges Urzeit-Tier. Das passt zum Naturkundemuseum, aber nicht unbedingt zur Einrichtung: Die ist modern und einladend. Große Lampen mit pinken und beigen Schirmen, Sofas, brombeerfarbene Sessel, in der Mitte ein langer, hoher Holztisch, an dem man Zeitung lesen kann.

Im Café Limulus kann man bis 14 Uhr frühstücken. An Sonntagen ist die Auswahl größer, dann gibt es zum Beispiel verschiedene Rührei-Variationen (Rührei mit Tomaten und Schafskäse für 9,50 Euro), Quark mit frischen Früchten (4,50 Euro) oder das herzhaft-süße Limulus-Frühstück (14,50 Euro). Werktags gibt es einfachere Frühstücksangebote: Croissant, Brot, Butter, Marmelade, Wurst. Stammgäste können aber auch dann nach einem Rührei fragen - wenn in der Küche Luft ist, wird eine Ausnahme gemacht. Mittags kommen nicht nur Museumsbesucher und Spaziergänger, sondern auch Angestellte der umliegenden Unternehmen, etwa für den Linseneintopf mit Würstchen (6,80 Euro), für Tomatensuppe (4,80 Euro), Quiche (7,50 Euro) oder gemischten Salat mit Ziegenkäse (8,50 Euro). Für Kinder gibt es Buchstabensuppe (3,80 Euro), Wiener mit Brot (3,50 Euro) und - der absolute Renner - Milchreis mit Zimt und Zucker (4,50 Euro).

In der Vitrine präsentieren die Betreiber des Limulus täglich frische, selbst gebackenen Kuchen (Stück ab 2,90 Euro) und Torten (ab 3,50 Euro); zum Beispiel der zimtig-fruchtige Apfel-Streuselkuchen oder die mächtige Aprikosen-Marzipan-Torte. Der Blick in die Getränkekarte - Kinder-Cappuccino (geschäumte Milch für 0,80 Euro) und Champagner (0,1 l für 12,50 Euro) - verrät: Das Publikum in der CaféBar Limulus ist bunt gemischt. Hier fühlen sich aber auch junge und ältere Pärchen mit und ohne Hund wohl, Gentlemen der alten Schule, die ihren Begleiterinnen die Türen öffnen, Stühle rücken und in Mäntel helfen. Oder leidenschaftliche Fotografen mit Profi-Ausrüstung, die auf der Suche nach dem perfekten Eichhörnchen-Bild durch den Nymphenburger Schlosspark streifen und davon eine Pause brauchen.

(Nördliches Schloßrondell, Schloss Nymphenburg, 80639 München, Di-Fr 10-17 Uhr, Sa-So und Feiertage 10-18 Uhr, Mo geschlossen, Tel. 089/17119791)

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Museum Fünf Kontinente:Café max2

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Quelle: Stephan Rumpf

Vier bärtige Atlanten flankieren den Eingang zum Museum Fünf Kontinente. Kein Wunder, dass sie dabei so angestrengt dreinblicken: Das Portal, das sie tapfer nach oben stemmen, macht einen imposanten, wuchtigen Eindruck. Der dürfte beabsichtigt sein, schließlich wurde das Gebäude im Stil der englischen Spätgotik Mitte des 19. Jahrhunderts ursprünglich als Bayerisches Nationalmuseum erbaut - da durfte es ruhig a bisserl mehr sein.

Wer die Spitzbögen am Eingang durchschreitet und das Foyer betritt, wird innen von wohltuender Schlichtheit und Ruhe empfangen. Gegenüber der Museumskasse stehen zwischen den Säulen die Tische des Cafés max2. Die Einrichtung in der hohen, hellen Eingangshalle ist schlicht: einfache weiße und schwarze Tische, schwarze Lederbänke und Stühle, deren Holzlehnen an zu klein geratene römische Streitwagen erinnern. Dazu sanfte Jazzmusik, Tulpen und Kaffee - ein ruhiger Kontrast zur prachtvollen Außenfassade und den exotischen Kulturschätzen in den Ausstellungen des ehemaligen Museums für Völkerkunde. Die Speisekarte im Café max2 ist übersichtlich: Morgens gibt es Kleinigkeiten wie Rosinenschnecke und Franzbrötchen (jeweils 2,60 Euro), mittags täglich wechselnde Gerichte, die an zwei schwarzen Tafeln angekündigt werden. Die sind also mediterran bis bodenständig und damit weniger exotisch als der Standort im Museum Fünf Kontinente vermuten ließe - aber trotzdem lecker. Wer außerdem Suppe und Dessert genießen möchte, bekommt das Pasta-Menü mittags für zehn Euro, der Preis des Hauptgang-Menüs variiert je nach angebotenem Fisch- oder Fleischgericht.

Nachmittags gibt es Kuchen, zum Beispiel den süßen spanischen Mandelkuchen (2,90 Euro), und dazu Kaffee (Cappuccino 2,90 Euro, Latte macchiato 3,50 Euro) oder von Hand portionierten Tee, wie Afrikanischen Minztee oder Griechischen Bergtee (jeweils 3,50 Euro). Das Museum Fünf Kontinente will den kulturellen Reichtum der Menschen in aller Welt nahebringen und Türen öffnen zu anderen Lebens- und Sichtweisen - ein Ort der Völkerverständigung also. Am Nebentisch wird das im wahrsten Sinne des Wortes erlebbar: Eine Deutsche und eine Uganderin üben miteinander Deutsch, das Gelernte wird bei der Kuchenbestellung direkt in die Praxis umgesetzt. Allerdings haben sich die beiden tatsächlich noch nie in das Museum vorgewagt: "Ich gehe hier immer nur ins Café", sagt die Deutsche und lacht.

(Maximilianstraße 42, 80538 München, Di-So 10-17.30 Uhr, Mo geschlossen, Tel. 089/18926977)

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Valentin-Karlstadt-Musäum:Turmstüberl

Turmstüberl, Bars, München, Kneipen

Quelle: Alessandra Schellnegger

Über den ersten Treppenstufen im Aufgang des südlichen Isartorturms ragt ein dicker Eisenhaken aus der Wand: "An diesen Nagel hängte Karl Valentin seinen Beruf (Schreiner) und wurde Volkssänger", steht darunter. Welche komischen Folgen dieser Berufswechsel hatte und welche kuriosen Blüten er trieb, wird beim Erklimmen der insgesamt vierzehn Höhenmeter bis unter das Dach des Turmes klar: Während sich die Wendeltreppe nach oben schraubt, kommt man an den Ausstellungsflächen des Musäums vorbei und lernt die von eins bis sieben durchnummerierten Jugendlieben Valentins kennen.

Die knarzenden Holzstufen führen bis nach ganz oben zum Höhepunkt - dem Turmstüberl, dem "wohl einzige achteckige Café weit und breit". Rein kommt nur, wer die 2,99 Euro Eintritt ins Musäum zahlt - dafür gibt es dort aber auch sehr viel zu sehen: Die geschwungenen Thonet-Stühle aus dem legendären Szene-Café Stéfanie verbreiten den Flair Altschwabinger Bohème, unzählige große und kleine Exponate, Bierkrüge, Trompeten, Kuckucksuhren, Bilder und Pfeifen hängen von den Decken und an den Wänden.

Die Speisekarte ist übersichtlicher als das Lokal: Es gibt eine kleine Auswahl bodenständiger, einfacher Gerichte, Fleischpflanzerl mit Kartoffelsalat zum Beispiel (6,30 Euro). Danach schmeckt auch der Käsekuchen (3,40 Euro) auf blumigem Porzellan und ein Espresso macchiato (2,50 Euro) aus einem filigranen Tässchen mit Goldrand. Ins Turmstüberl verirrt man sich nicht mal einfach so. Richtig voll kann es werden, wenn Musik auf dem Programm steht: Einmal monatlich trifft man sich montags zum Turmsingen, am ersten Dienstag im Monat gibt es den Volkssängernachmittag. Täglich - außer mittwochs - kann man sich von exakt 11.01 Uhr und sonntags von 10.01 Uhr an seinen Platz im Turmstüberl suchen. Bloß wo: Ins König-Ludwig-Eck, das mit Bildern, Büsten, Tellern und Gläsern vollgestopft ist, auf denen das Porträt des Märchenkönigs prangt? Oder doch lieber gegenüber neben die Pfeifensammlung? Wer sich entschieden hat, kann sich auf den dünnen, grünen Polstern zurücklehnen - bis exakt 17.29 Uhr (Mo, Di, Do) beziehungsweise 17.59 Uhr (Fr-So).

(Tal 50, Isartor, 80331 München, Mo/Di/Do 11.01-17.29 Uhr, Fr/Sa 11.01-17.59 Uhr und So 10.01-17.59 Uhr, Mi geschlossen, Tel. 089/293762, Eintritt 2,99 Euro)

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Jüdisches Museum:Café Exponat

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Quelle: Stephan Rumpf

Die Stimmen von Zeitzeugen erzählen im Jüdischen Museum von jüdischem Leben und jüdischer Kultur in München, von der Vergangenheit bis heute. Im Foyer über der Dauerausstellung dagegen spürt man die lebendige Gegenwart: Ein Stimmengewirr schallt durch die lichtdurchflutete Halle, Kinder spielen Fangen oder am Kicker, schreien, lachen, Mütter sitzen links von der Kasse im modern schlichten Café-Bereich und tauschen sich bei Kaffee, Flammkuchen und Pita-Brot aus. Sie umgibt eine Glasfassade, bedruckt mit Textfragmenten: Sie stammen aus Gesprächen der israelischen Künstlerin Sharone Lifschitz mit Menschen, die sie in Deutschland getroffen hat. Das Café Exponat ist ein Ort der Begegnung - nicht nur mit Menschen, sondern auch mit der jüdischen, orientalisch angehauchten Küche und koscheren Weinen aus Israel. Es gibt hier kleine Pita-Brot-Taler mit einer Auswahl an verschiedenen Dips (ab 6 Euro), zum Beispiel dem Mazel-Dip mit Aubergine, Tomaten und Chili oder Hummus.

Besonders beliebt sind auch die hauchdünnen Flammkuchen (6 Euro) mit Ziegenkäse, Rosmarin, Feigen und Honig. Sie werden auf Holztabletts serviert und von den Gästen auch gerne mit nach draußen auf den Sankt-Jakobs-Platz genommen, wo man in der Sonne sitzen kann. Nebenan, im Gemeindezentrum der Israelitischen Kultusgemeinde, sind ein Kindergarten und eine Grundschule untergebracht. Das Café, seine Terrasse und der Sandkasten vor dem Eingang sind für sie immer wieder Anlaufstelle.

Das Café Exponat lockt aber auch Museumsbesucher und Geschäftsleute, die in der Nähe arbeiten. Die kleinen, feinen Gerichte eignen sich schließlich perfekt für eine kurze Verschnaufpause oder einen Mittagssnack. Sie stehen ziemlich schnell auf dem Tisch. Wer mag, kann also gleich wieder weiter. Eltern müssen aber wohl einen längeren Besuch einplanen: Die Kinder scheinen hier am liebsten sehr viel Zeit verbringen zu wollen, im Foyer und dem Sandkasten haben sie richtig viel Spaß.

(Sankt-Jakobs-Platz 16, 80331 München, Di-So 10-18 Uhr, Mo geschlossen, Tel. 089/25547799)

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Haus der Kunst:Goldene Bar

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Quelle: Alescha Birkenholz/oh

Der Name vom Museumscafé im Haus der Kunst ergibt sich von selbst: Die Wandmalereien zeigen die Herkunft der einst hier ausgeschenkten Weine und Spirituosen - regional, europäisch oder aus der Karibik - auf goldfarbenem Hintergrund. Karl Heinz Dallinger hat sie 1937 fertiggestellt. "Diese Malerei stand für Weltläufigkeit, ein wichtiger Faktor für die nationalsozialistischen Hausherren, die sich beispielsweise 1936 zur Olympiade in Berlin und 1937 auf der Pariser Weltausstellung international präsentierten", schreibt das Haus der Kunst auf seiner Webseite. Die Hausherren von vor Jahrzehnten hatten die Angeberei wohl nötig - heute beeindrucken Spirituosen von Übersehfahrten niemanden mehr. Dass man in der Goldenen Bar klassische Drinks bekommt, bleibt dennoch ein Pluspunkt. Als erster und letzter Eindruck besteht aber das optische Erlebnis aus Gold, Mahagoni und warmem Licht. Die Wandmalerei bestimmt immer noch den ganzen Raum. Sie ist original erhalten, auch seit 2010 die Pächter Klaus St. Rainer und seine Partnerin Leonie von Carnap das Lokal übernommen haben. Vorher stand der Raum, für Veranstaltungen wie Hochzeiten vorgesehen, öfter leer. Jetzt hat das Tagescafé mit wechselnden Gerichten (7,50 bis 17,50 Euro) und Snacks (Schinken-Käse-Toast für 3,80 Euro) bis in die Nacht geöffnet. Bei gutem Wetter können die Gäste auch auf der Terrasse mit etwa 80 Plätzen sitzen und auf den Englischen Garten blicken. Innen gibt es etwa 100 Stühle. Der bestverkaufte Cocktail ist nach Angaben von Rainer der "Haus-der-Kunst"-Cocktail, eine Mischung aus Gin, Champagner und Zitrone (11 Euro). Die klassischen Drinks bekommt man auf Nachfrage, die Angebote auf der Karte sind alles Eigenkreationen.

Prinzregentenstraße 1, 80538 München, Mo-Sa 10-2 Uhr, So 10-20 Uhr, Tel. 089/54804777, mail@goldenebar.de

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Stadtmuseum:Stadtcafé

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Quelle: Alessandra Schellnegger

Die zwölf Menschen in leuchtend blauen T-Shirts würden die Inneneinrichtung des Stadtcafés gut ergänzen. Dessen Polstermöbel sind mit rotem Leder bezogen. Aber die Truppe nimmt draußen Platz, mit Blick auf die Synagoge Ohel Jakob und das Jüdische Museum. Würden die Touristen lesen wollen, sie fänden in dem Lokal sicher eine Zeitung in ihrer Sprache. Es gilt bei manchen als "Intellektuellen-Café". Mitarbeiter von AZ und SZ waren Stammgäste, als die Redaktionen noch näher lagen, "und das wirkt halt nach", sagt Pächter Hans Zürrlein, der das Lokal seit 1988 betreibt. Die Touristen interessieren sich eher für die Außenplätze im Innenhof oder zum St. Jakobs-Platz hin. Aber auch viele Einheimische kommen. In München ist das Stadtcafé das "wohl dienstälteste Museumscafé", sagt Zürrlein. Eine Konstante blieben die Wiener mit Senf und Brot oder die Quiche, neuer sind die Bio-Säfte und offenbar unverwüstlich die Obstbrände. Das Stadtmuseum, in dem sich das Café befindet, hat ein hauseigenes Kino. Und die Dauerausstellung: "Typisch München".

St. Jakobsplatz 1, 80331 München, täglich geöffnet von 10 bis 24 Uhr - Fr./Sa. bis 1 Uhr, 089/266949

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Staatliche Antikensammlung:Café in der Glyptothek

Café in der Glyptothek, Museumscafés

Quelle: Florian Peljak

Hinweis: Das hier beschriebene Café in der Glyptothek hat derzeit wegen der Sanierung des Gebäudes geschlossen, soll aber im Herbst 2020 wieder öffnen.

In der Glyptothek, ebenfalls am Königsplatz, schauen die Besucher sich etruskische oder römische Skulpturen an - oder, im Hof sitzend, auf eine Akazie. Im dortigen Museumscafé gibt es etwa 200 Plätze für die Besucher, innen sind es etwa 50. Der Betreiber Christoph Jünger war früher für die Gastronomie im Lenbachhaus zuständig, seit 1999 zeichnet er für das Lokal in der Antikensammlung verantwortlich. Außerdem betreibt er das Café Clara in der Maxvorstadt.

In der Glyptothek bietet er Antipasti (8,50 Euro der Teller) verschiedene Sandwiches (Panini, Focaccia oder Toast) oder Kuchenstücke an (beides jeweils 3 Euro) an. Besonders stolz ist er auf den Mohnkuchen und den Schoko-Guglhupf. Der Kaffee wird oft gelobt und kostet zum Beispiel in der Cappuccino-Form 2,70 Euro. Die Glyptothek zieht auch jenseits von Bildhauerei oder idyllischem Innenhof viele Gäste an: Auf den vorderen Stufen des Gebäudes sitzen fast immer Menschen, ob Touristen, Studenten von der nahegelegenen Musikhochschule oder rastende Spaziergänger. Es muss wohl am Blick auf die Propyläen liegen.

(Königsplatz 3, 80333 München, Fr - Mi 10 - 17 Uhr, Do 10-20 Uhr, Tel. 089/28808380)

© sz.de/keke/fran/ebri

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