Die Türen stehen weit offen, auch wenn der Eingang zum Eckhaus Corneliusstraße 1 eher unscheinbar daherkommt. Auf den ersten Blick sieht es duster aus im „Foxy Coffee Club“. Aber der Eindruck ändert sich schnell, wenn man vor der gläsernen Theke mit dem zahlreichen buttrigen Gebäck steht. Croissants ganz ohne Füllung, mit Pistazie, luftiges Buttergebäck mit Beeren. Schick sieht das aus, und ist nicht ganz günstig.
Und schon steht die erste Entscheidung an – erst mal ein heimeliges Plätzchen suchen oder gleich bestellen? Letzteres ist wahrscheinlich eher den Stammkunden vorbehalten. Denn die Auswahl ist zwar nicht riesig, trotzdem will gut überlegt sein, wie man die dicke Scheibe Sauerteigbrot denn belegt haben will. Oder ob es doch „nur“ ein Croissant oder ein anderes Gebäck sein darf. Oder das Spezial. Oder doch eine Bowl.
Das sind viele Entscheidungen für einen manchmal noch frühen Morgen. Die Auswahl an Broten ist so unterschiedlich wie lecker – und von einem „Brot“ zu reden, verkauft das servierte unter. Sieben verschiedene stehen zur Auswahl, von „Ricotta und Honig Feigenbrot“ über „Burrata und Tomaten mit Basilikum“ bis zum Lachs-, Avocado- oder Hummusbrot rangiert die Auswahl (12,50 bis 14,50 Euro). Alles serviert auf einer kross getoasteten Scheibe hausgemachtem Brot, mit einem bunt gemischten Salat als knackige Beilage.
Wem das nicht gesund genug ist, findet in der Karte eine Seite mit der Überschrift „Pressed & Blended“, darauf verschiedene Smoothies und Säfte (7,50 bis 8,50 Euro). Alle frisch gemacht, alles eher grün als süß und teils mit exakter Kalorienangabe. „Glow my skin“ gibt es da, ein Mix aus Mandelmilch oder Kokoswasser, Matcha-Pulver, Erdbeeren, Eiswürfeln und Kollagen. Oder „Superbrain“ – Banane, Mandelmilch, Erdnussbutterpulver, Zimt, Eis, Chia- oder Leinsamen und Proteinpulver.
Und natürlich gibt es: Kaffee, in so ziemlich allen Variationen, die der Hipster und die Generationen vor und nach ihm mögen. Ein simpler Espresso, ein Cappuccino, ein Coconut oder Golden Iced Latte. Tee, heiß und Eis, heiße Schokolade und Softdrinks.



Und dann ist da noch diese gläserne Theke, auf die man von den meisten Plätzen aus schauen kann. Und natürlich beim Bestellen, das an der Kasse direkt am Eingang passiert – serviert wird später an den Tisch. Da liegen eher die Leckereien, bei denen man den Kalorienzähler im Hirn besser ausschaltet. Die buttrigen Croissants mit Pistazienfüllung, mit Schokolade oder mit Beeren sehen mächtig aus, sind es auch – aber lange nicht so süß, wie man erwarten könnte.
Und sie sind das Herzstück des Angebots, sagt Yassine Boukhris, der Inhaber, der selbst Konditor ist. Neu ist er nicht im Café-Business, trotzdem ist der Foxy Coffee Club ein ganz besonderes Projekt für ihn. „Ich wohne nicht weit entfernt“, sagt er. Und immer wieder sei er an diesem Eckhaus vorbeigegangen und habe sich gedacht: Das wär’s. Gute Lage, gutes Layout. „Und irgendwann war es zu haben. Da habe ich zugeschlagen.“ Allerdings: Den Namen hat er aus rechtlichen Gründen ändern müssen, vom Café Morning Bliss in den Foxy Coffee Club.
Eingerichtet ist das Café modern, mit klaren Linien und gemütlichen Fensternischen, ein bisschen hyggelig. Die Sessel neben der gläsernen Theke haben ihren Charme, denn von ihnen aus kann man das Treiben draußen auf der Müllerstraße beobachten – und die Croissant-Theke liegt im toten Winkel. Doch wer sich auf einem der gut gepolsterten Fensterbretter einrichtet, kann während des gesamten gesunden Frühstücks überlegen, welches dieser leckeren Croissants er denn nach Smoothie, Brot oder Bowl mit nach Hause oder in die Arbeit nimmt.
Foxy Coffee Club, Corneliusstraße 1, 80469 München, Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag 8 bis 18 Uhr, Freitag und Samstag 9.30 bis 18 Uhr.

