Café Marita Kaffeeglück zwischen Jugendstil-Fliesen

Immer samstags bietet die Inhaberin des Cafés Marita Frühstück an.

(Foto: Florian Peljak)

Das Café Marita in Neuhausen überzeugt durch schlichte Eleganz und deftige Hausmannskost. Immer samstags kann man hier hervorragend frühstücken.

Von Janina Ventker

Wer sich in München auf die Spuren des Jugendstils begibt, landet schnell in Schwabing, wo man noch einige prachtvolle Fassaden bestaunen kann. Doch es gibt auch weniger bekannte Überbleibsel dieser wunderbaren Kunstepoche, die mit der illustrierten Zeitschrift "Jugend" in München ihren Anfang nahm.

An der Schulstraße 34 in Neuhausen ist es jedoch nicht das Haus selbst, sondern das Café im Erdgeschoss, das mit einer Überraschung aufwartet. Der quadratische Raum ist bis unter die Decke mit cremefarbenen Kacheln gefliest, oben in Blau und Gelb die typischen Schmuckelemente jener Zeit. Betreiberin Marita Fronhofer hat den Charme der Wände glücklicherweise erkannt. Nichts stört die schlichte Eleganz, da sind nur die puren Fliesen - und eine Tafel, auf der die Tagesgerichte angeschrieben werden. Holzmöbel und schlichte Lampen im Industrie-Look fügen sich wunderbar ein. Ein hübscher Hingucker sind die Kuchenglocken auf der Theke.

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Der Vermieter des Cafés stammt aus einer Bäckersfamilie, die hier früher Semmeln und Brezen verkaufte, erzählt Fronhofer. Ursprünglich war das Lokal wohl mal ein Milchladen. Rund 100 Jahre später bilden die alten Fliesen jedenfalls die perfekte Kulisse für das Café Marita, das mit Hausmannskost und Kuchen aufwartet.

Was gibt es da und was kostet es?

Marita Fronhofer stammt aus einer Wirtsfamilie, die Großeltern führten ein Gasthaus im Bayerischen Wald, wo die Niederbayerin einen Großteil ihrer Kindheit verbrachte. Fronhofers Berufswunsch als kleines Mädel: "Chefin werden!" Heute kocht die Chefin im Café Marita selbst. Jeden Samstag von 10 bis 13 Uhr bietet sie auch Frühstück an. Das kommt ohne Chichi aus, ist einfach und gut.

Gesund und gut: Bircher Müsli im Café Marita.

(Foto: Florian Peljak)

Da gibt es etwa den mehr als üppigen "Frühstücksteller à la Marita": Prosciutto Cotto, Mailänder Salami, Schwarzwälder Schinken, Emmentaler, Paprikakäse, hausgemachter Karottenfrischkäse, Tomate-Mozzarella, Butter und hausgemachte Marmelade, dazu ein weichgekochtes Ei und ein Brotkorb (11,50 Euro). Das alles, hübsch angerichtet mit viel Rohkost, reicht auch für zwei.

Hinter der "Münchner Marita" verbirgt sich ein Paar Weißwürste mit Brezn und Händlmaier-Senf (6,10 Euro). Deftig und gut ist auch das geröstete Bauernbrot mit Avocadofrischkäse und zwei Spiegeleiern oder in der Variante als Strammer Max mit Schinken, Käse und zwei Spiegeleiern (jeweils 9,50 Euro). Zum hausgemachten Birchermüsli mit Früchten der Saison (8 Euro) wird ein frisch gepresster Orangensaft serviert. Wer Lust auf Eier hat, bestellt sich ein üppiges Omelette mit Tomaten, Zwiebeln, Parmesan und Speck (7,80 Euro).

Herumgesprochen hat sich mittlerweile auch, dass es im Café Marita guten Kaffee gibt. Die Bohnen kommen von der Rösterei Gscheidhaferl aus Bad Kötzting. Die Röstung "gscheid stoark" punktet mit einer schokoladigen Note. Am Nachmittag lassen sich die Gäste zum Cappuccino (3,40) dann gerne ein Stück hausgemachten Kuchen (ab 3,50 Euro) schmecken. Beliebt sind etwa der Karottenkuchen mit Frischkäse-Buttercreme und der Käsekuchen, den Maritas Freund Peter backt.

Wer geht da hin?

Da das Café schon rein optisch sowohl junge als auch ältere Menschen anspricht, sind die Gäste tatsächlich recht bunt gemischt. Hier die Studentin, die bei einem Stück Kuchen in Ruhe ein Buch liest; da das Pärchen, das zum Mittagessen vorbeischaut; dort die Großmutter, die mit der Enkelin einen Kaffee trinkt.

Kuchen gibt es jeden Tag im Café Marita.

(Foto: Florian Peljak)

Wie viel Zeit bringt man mit?

Im Café Marita herrscht keine Hektik. Da die Chefin meist alleine in der Küche steht, muss man schon mal ein paar Minuten auf die Bestellungen warten, Beschwerden wären da unangebracht. Mittwochabends findet sich außerdem regelmäßig ein Stammtisch mit Männern mittleren Alters ein, denn da serviert Marita Fronhofer Schweinsbraten - nach einem Rezept ihres niederbayerischen Großvaters. Für den Schweinsbraten-Abend sollte man jedoch reservieren, denn mehr als 15 Portionen gibt der Ofen nicht her.