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Café Maria:Bayerisch-orientalische Integration auf dem Frühstücksteller

French Toast mit Vanille-Kardamon-Gewürz, Granatapfelkernen und Schoko-Halwa-Creme: "Maria im Wunderland" heißt dieses Frühstück, und es schmeckt auch so.

(Foto: Catherina Hess)

Im Café Maria im Glockenbachviertel lässt sich der Tag mit einer großen Auswahl beginnen - von French Toast über Rührei mit Hummus bis zum Weißwurstfrühstück.

Die Gottesmutter blickt andächtig auf den Frühstückstisch hinunter. Das Café Maria nimmt seinen Namen durchaus wörtlich, es gibt Marienbilder und Marienstatuen an den Wänden, je kitschiger, desto besser. Ganz ernst ist es nicht mit der Andacht, dafür aber mit der Gemütlichkeit: Holztische, grauverputzte Wände, viele Zeitungen und ein Frühstück, für das man gerne lange sitzen bleibt.

Seit mehr als zehn Jahren hält sich das Café und Restaurant im Glockenbachviertel. Und seit Nadja Najib vor vier Jahren übernommen hat, zeigt es, wie gut das Bayerische und das Orientalische zusammenpassen. Nicht nur bei den filigranen Lampen zu den rustikalen Tischen, sondern auch auf dem Teller. Najibs Vater kommt aus Jordanien, der Orient war immer schon ihre zweite Heimat, wie sie sagt, und deswegen war klar, dass man das auch im Maria spüren soll. Eigentlich liegt die Verbindung auch gar nicht fern: Die im katholischen Bayern verehrte Maria kommt schließlich aus Nazareth und ist damit ziemlich klar Araberin.

Frühstück Glockenbachviertel

So frühstückt man im Café Maria

Ganz eindeutig ist die Maria aber auch Münchnerin. Ein großes Foto aus den Siebzigern dominiert eine der Wände, es zeigt den Marienplatz, welchen Platz auch sonst. Im Sommer lässt es sich auf dem breiten Gehsteig vor dem Café an der Ecke Baum-/Klenzestraße ganz wunderbar draußen sitzen, und wer früh dran ist, hört sogar ein Käuzchen.

Was gibt es da und was kostet das?

Zum Frühstück wird Maria auf Reisen geschickt, jedenfalls legen das die Namen der verschiedenen Gerichte nahe. Von der Mariam in Marrakesch (mit Rührei, Hummus, Tabouleh, Oliven, Aprikosen-Dattelfrischkäse und Fladenbrot, 11,90 Euro) über Mary in Miami (Buttermilch-Pancakes mit frischen Früchten, 7,90) bis zu Maria beim Frühschoppen (Weißwürste mit Breze, 5,90) - die Auswahl ist groß. Für den kleinen Hunger tut es die Schnelle Marie (Croissant, Butter, selbstgemachte Marmelade und Kaffee nach Wahl, 4,90 bis 5,50 Euro).

Am Wochenende warten Extra-Variationen wie die Frühstücksetagère für zwei, die dann natürlich Mary in Love heißt (29,90 Euro). Hübsch auf einem arabisch anmutenden Silberteller wird das leckere Maria im Wunderland serviert (French Toast, 7,90 Euro). Überhaupt sieht das Frühstück so aus, wie es schmeckt. Der Cappuccino dazu kommt im Gläschen, der Kaffee hat eine schöne Creme. Und das Marrakesch-Frühstück beinhaltet so viel Hummus und Frischkäse, dass man gar nicht weiß wohin damit. Einziger Negativpunkt: Bestellt man dann mehr Fladenbrot, wird das zwar ohne Probleme gebracht - aber zwei Stücke kosten 1,50 Euro extra.

Übrigens gibt es nicht nur Frühstück: Mittags bietet das Maria eine täglich wechselnde kleine Karte, und abends lässt sich die bayerisch-orientalische Integration bei libanesischem Burger, Schnitzel oder einem "Völkerverständigungsteller" ausdehnen.

Wer geht da hin?

Viele Studenten oder solche, die es bald werden. Und tatsächlich: Frauen, die Maria heißen. Was dann zu Unterhaltungen führt wie bei der älteren Dame am Nebentisch, die in ihr Telefon ruft: "Ja, Maria hier, ich wollt nur sagen, ich bin schon bei Maria."

Wer nach dem Frühstück noch Platz im Magen hat, kann nebenan bei der Eisdiele Jessas eine Kugel Eis probieren. Jessas, Maria und das Mietlokal Josef gegenüber sind inzwischen übrigens keine Familie mehr, sondern gehören unterschiedlichen Inhabern.

Wie viel Zeit sollte man mitbringen?

Viel Zeit. Vor allem sollte man eins: reservieren. Oder früh dran sein. Sogar während der Woche passiert es, dass man sonst nach halb zehn keinen Platz mehr bekommt. Schade, dass Spontane ohne Reservierung oft Pech haben. Andererseits ist es auch kein Wunder, dass die Tische so voll sind - das Maria ist nun wirklich kein Geheimtipp mehr. Und wer einmal da war, kommt gerne wieder.

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