Süddeutsche Zeitung

Bar & Club "Café am Hochhaus":Warm-up an der Hauptfeuerwache

Erst Oma-Lokal, dann hipper Szene-Treff - und mittlerweile etablierte Bar zum Warm-up für eine lange Nacht im Glockenbachviertel: das Café am Hochhaus.

Beate Wild

Dieser Text ist leider veraltet, die Bar gibt es inzwischen nicht mehr.

Man wird geradezu magisch angezogen von den bunten Neonlichtern und den wummernden Bässen, die einem schon auf der Blumenstraße entgegenschlagen. Zu übersehen ist es jedenfalls nicht, das "Café am Hochhaus" - kein Wunder bei den großen Fensterscheiben. Die Bar in der Blumenstraße 29 gibt es nun schon seit Mitte 2004. Bevor aus der Lokalität das geworden ist, was es jetzt ist, befand sich in den Räumen ein Oma-Café. Jetzt ist dort ein beliebter Treff, um ein paar Drinks zu konsumieren, bevor man weiterzieht in einen der benachbarten Clubs. Als das "Hochhaus", wie die Bar von seinen Fans der Einfachheit halber genannt wird, vor knapp fünf Jahren seine Türen öffnete, war es für etwa ein Jahr der angesagteste Laden der Stadt. Es ist ja in München immer so: Kaum hat eine neue Kneipe in einer annehmbaren Lage im Zentrum aufgemacht, widerfährt ihr ein Besucherandrang ohne Gleichen.

Die Betreiber können da eigentlich gar nicht viel falsch machen. Die Musik muss stimmen, das Interieur ist hingegen völlig unwichtig. Essentiell aber: der Türsteher. Auch wenn es in Wirklichkeit dabei gar nicht um "Gesichtskontrolle" bei den Gästen geht, hebt ein Mann an der Tür doch immens das Image der Bar. So war es auch im Hochhaus.

Nachdem sich der ersten Hype gelegt hatte und die coolen Nightlife-Pioniere schon längst in andere Etablissements weitergezogen waren, schaffte es das Hochhaus ganz gut, sich im Münchner Nachtleben als feste Größe zu positionieren. Der Sound im Hochhaus ist stets großartig - von Funk über Soul bis zu Hiphop und Breakbeat. Da es nur wenige Sitzplätze in den Ecken gibt, ist in der Mitte der Bar genug Platz zum Tanzen.

Für das DJ-Booking war bis Dezember der in München allseits bekannte DJ Florian Keller verantwortlich. Aber auch seine Nachfolger werden seinem Stil bei der Musikauswahl treu bleiben. Das Publikum ist zwischen 20 und 35. Weder schick noch szenig, eine bunte Mischung. Der Türsteher lässt eigentlich jeden rein. Außer wenn es zu voll ist, dann muss man halt ein wenig warten.

Das Hochhaus wirkt etwas retro, was an den knallbunten Wandpostern und den illuminierten Getränketafeln hinter der Bar liegt. Den Namen hat die kleine Bar übrigens von der gegenüberliegenden Hauptfeuerwache. Das Gebäude war das erste Hochhaus in München.

Ein großer Vorteil des Lokals ist seine strategisch gute Lage in unmittelbarer Nähe zur Registratur, der Ersten Liga, dem Café King und dem Pimpernel. Damit ist das Hochhaus ein guter Ort, um sich vor dem Clubbing dort zum Warmup mit Freunden zu treffen. Überaus freundlich ist übrigens das Bar-Personal. Einen derart netten Service erlebt man in München selten.

Großen Erfolg hat seit geraumer Zeit der Schwulensonntag im Hochhaus. Unter dem Motto "Gay-T-Dance" legen ständig wechselnde DJs auf und die Gay Community im Glockenbachviertel weiß endlich, wo sie sonntags hingehen muss. Ab etwa 23 Uhr brummt der Laden und die Stimmung ist überschwänglich. Fast so, als ob am Montag keiner der Gäste zur Arbeit müsste.

Café am Hochhaus, Blumenstraße 29, Tel. 089-89058152, www.cafeamhochhaus.de. Geöffnet täglich von 20 bis 3 Uhr.

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