Schmuck BKV-Preisträger zeigen in einer Ausstellung ihre Objekte

Halsketten aus Baumwollschnüren und Epoxi-Beton, poetische Lichtobjekte und aus Ebenholz bestehende Broschen sind in der Galerie für Angewandte Kunst zu sehen.

Von Jürgen Moises

Brutalismus kennt man eigentlich als einen polarisierenden Architekturstil, der erst als gebaute soziale Utopie, dann jahrelang als hässliche Bausünde galt und seit einigen Jahren in Form von Ausstellungen und Büchern weltweit wiederentdeckt wird. Als Mode- oder Schmuckstil ist der Brutalismus dagegen noch nicht wirklich in Erscheinung getreten. Aber dank Samira Goetz könnte sich das demnächst ändern. Die Absolventin der Münchner Akademie der Bildenden Künste hat nämlich aus Baumwollschnüren und Epoxi-Beton Halsketten kreiert, die auf spielerische Weise die Ästhetik des Brutalismus zitieren. Dieses Spiel fand die vom Bayerischen Kunstgewerbeverein (BKV) zusammengestellte Jury so überzeugend, dass sie Samira Goetz mit dem BKV-Preis 2019 ausgezeichnet hat.

In der Preisträger-Ausstellung in der Galerie für Angewandte Kunst sind die "brutalistischen" Ketten nun zu sehen, zusammen mit Objekten von Wettbewerbsteilnehmern, die den zweiten und dritten Preis oder eine Belobigung erhalten haben. Dazu gehören etwa die poetischen Lichtobjekte von Hyesun Lee (2. Preis), die teilweise wie kleine Häuschen oder retrofuturistische Taschenlampen aussehen. Oder die ungewöhnlichen, aus gesägtem, geschliffenem, geschmirgeltem und geschnitztem Ebenholz bestehenden Broschen von Kun Zhang (3. Preis).

Insgesamt 98 Bewerber aus 20 Ländern hatten Beiträge für den internationalen Preis eingereicht, der seit 2006 als Nachwuchsförderung an Schmuckkünstler unter 35 Jahren vergeben wird und mit 3000 Euro (1. Preis) und einem Katalog der Preisträger dotiert ist.

BKV-Preis 2019 für junges Kunsthandwerk, Freitag, 19. April, bis 18. Mai, Mo.-Sa., 10-18 Uhr, Galerie für Angewandte Kunst