Restaurants in Neuhausen Dieser Burgerladen ist wochenlang Straßengespräch

Die Goldene Rakete in der Schulstraße in Neuhausen, unmittelbar am Rotkreuzplatz.

(Foto: Stephan Rumpf)

Die Goldene Rakete bietet gutes Essen und expandiert gerade in der ganzen Stadt. Nach dem Besuch bleibt allerdings die Frage: Warum heißt der Laden eigentlich so?

Von Benjamin Emonts

Ein Burger-Restaurant sorgte Anfang des Jahres für Verwirrung auf den Straßen Neuhausens. Obwohl gerade erst am Rotkreuzplatz etabliert, hatte sich der Holy Burger über Nacht mal eben in "Goldene Rakete" umbenannt. Den Neuhausern, die bekanntlich sehr stolz auf ihre Gastro-Szene sind, war das eindeutig zu viel. Ein Alteingesessener quatschte stellvertretend einen Mitarbeiter von der Seite an: "Jetzt sog a moi, warum hoaßt`s ihr jetzt Goldene Rakete Burger? Vorher war's fei scho besser."

Das bleibt freilich Geschmackssache - fest steht aber, dass die Goldene Rakete wochenlang Straßengespräch in Neuhausen wurde. Auf der Markise und der Speisekarte, das trug gewiss dazu bei, stand nämlich weiterhin "Holy Burger", womit die Irritationen nicht weniger wurden. Betreiber Andreas Salger und sein Team erzählten auf der Straße deshalb immer wieder die selbe Geschichte: Nach Unstimmigkeiten mit einem der Teilhaber von Holy Burger, der nach wie vor eine Filiale in der Wörthstraße in Haidhausen betreibt, hatten sie das Lokal am Rotkreuzplatz im Januar schlagartig umbenannt. "Das gab schon Irritationen", gibt Salger zu und lacht. "Aber die Leute haben über uns gesprochen. Ein besseres Marketing gibt es ja kaum."

Ein Ausflug in die Goldene Rakete.

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Viel verändert hat sich sowieso nicht, wie ein Besuch zeigt. Innen sieht es genauso aus wie vorher, die Wände sind mit Schwarz-Weiß-Bildern von lebenden und bereits toten Legenden tapeziert: Lou Reed ist ziemlich high, Naomi Campbell schaut sexy, David Bowie wirkt nachdenklich und der rauchende Johnny Depp leicht verwirrt. Dem Raum tut das Puzzle markanter Gesichter jedenfalls gut. Die Goldene Rakete wirkt deutlich lebendiger als manch andere durchdesignte Burger-Bude in München. Mit der richtigen Musik fühlt sich der Laden sogar ein bisschen nach Rock n' Roll an.

Was gibt's da und wie schmeckt's?

Auch die Speisekarte hat sich nicht großartig verändert seit der Umbenennung. Neu sind lediglich die Salate und Bowls, die in der Stadt immer noch als ziemlich angesagt gelten. Die Auswahl an Burgern ist aber immer noch deutlich größer. Das Rindfleisch, dafür bürgt das Restaurant auf seiner Homepage, "kommt aus regionaler, nachhaltiger Erzeugung". Lieferant ist demnach - anders als noch im Holy Burger - der Fleischfabrikant "Ochsenstolz" aus Mecklenburg-Vorpommern anstatt des Biohändlers Hermannsdorfer. In München angekommen, wird das Fleisch in der Goldenen Rakete frisch zu Hackfleisch verarbeitet. Auf den Tisch kommen die Pattys medium gebraten, wenn man es nicht anders verlangt. Serviert werden sie mit selbst kreierten Saucen wie der Ginger-Barbecue-Sauce oder einer Spicy-Variante. Die Brötchen, wahlweise ein Weizen- oder Dinkelbun, kommen aus einer französischen Bäckerei in München. Die krossen Pommes, auch von Süßkartoffeln, muss man extra dazu bestellen. Mittags lohnt es sich, das Menü für 9,90 Euro zu nehmen. Es enthält einen Burger, kleine Pommes und ein kleines Getränk.

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Ansonsten gehört die Goldene Rakete sicherlich nicht zu den günstigeren Burger-Lokalen der Stadt. Die Klassiker auf der Karte sind der Cheese-Burger und der Bacon-Cheese-Burger, die ohne Pommes 8,90 Euro bzw. 9,70 Euro kosten. Für den Chicken-Burger mit Mango-Chutney legt man 11,70 Euro hin oder für den Blue Cheese-Burger mit Walnuss und Feigensenf 11,50 Euro. Für eine kleine Portion Pommes kommen nochmals 2,50 Euro hinzu (große Portion 4,10 Euro). Wer es mächtiger und vor allem sättigender will, sollte aber die Chilli-Cheese-Fries (mit Bio-Hackfleisch) oder die getrüffelten Pommes für jeweils 5,50 Euro bestellen. Die dazugehörigen Saucen sind aber definitiv nichts für Kalorienzähler.

Für Veganer empfehlen sich der geräucherte Seitan-Burger mit Gurke, Guacamole und Mango-Chutney (9,30 Euro) oder die "Princess", ein Dinkel-Brötchen mit Kichererbsen-Karotten-Kräuter-Patty, Gurke, Oliven-Kapern-Tapenade und hausgemachtem Tomatenrelish (7,80 Euro). Für Vegetarier sind außerdem der gegrillte Halloumi-Burger mit Tomatenrelish und Oliven-Kapern-Tapenade (7,80 Euro) oder ein Blackbean-Burger mit Bohnen-Patty, Tomatenrelish, Cheddar-Käse, Jalapeño und Guacamole für 8,80 Euro empfehlenswert. Richtig daneben liegen kann man kaum. Insgesamt schmecken die Burger frisch und gut, der Service ist völlig in Ordnung. Im laufenden Jahr hat die Goldene Rakete in der Ursulastraße und der Fraunhoferstraße bereits zwei weitere Filialen eröffnet.

Nach dem Essen bleibt nur noch die Frage: Warum heißt der Laden ausgerechnet Goldene Rakete? Andi Salger verrät, dass sie so ursprünglich zu einem asiatischen Lokal gesagt haben, dessen Namen keiner aussprechen konnte. Gut finden muss man das aber nicht.