Bundesgartenschau Die millionste Besucherin kommt mit Verspätung

Günstiges Abendticket, längere Öffnungszeiten, reduzierte Parkgebühr: Die Buga will künftig mehr Gäste anlocken.

Von Von Alfred Dürr

Zehn Tage später als ursprünglich geplant konnte gestern am Osteingang zur Bundesgartenschau die Millionste Besucherin begrüßt werden. OB Christian Ude überreichte der Ulmerin Elisabeth Eggle einen Blumenstrauß, die Buga-Geschäftsführer Andrea Gebhard und Hanspeter Faas Gutscheine für ein Mittagessen und eine Seilbahnfahrt.

Mehr Blumen, bitte! Wenn es sein muss, holt man eben die Pflanzen aus der Halle und stellt sie in Töpfen auf das Gelände.

(Foto: Foto: dpa)

Elisabeth Eggle war glücklich. Die Blumen kamen gerade recht, denn sie hatte am selben Tag auch noch Geburtstag und sich beim Frühstück spontan für die Fahrt nach München entschlossen. Aber haben auch die Buga-Verantwortlichen Grund zum Lachen? Die Besucherzahlen liegen nicht im Soll-Bereich. Bis zu vier Millionen Gäste erwartete man bis zum Ende der Schau am 9. Oktober. Damit die Stadt nicht draufzahlen muss, sollten es mindestens 3,7 Millionen sein.

Hoffen auf die Sommerferien

"Das schaffen wir", sagt Geschäftsführer Hanspeter Faas. Die Buga gewinne in den Sommermonaten an neuer Attraktivität. Seien es im Mai noch 1000 Busse gewesen, so liege man jetzt im Juni schon bei 2300 Bussen, die die Buga angefahren haben.

Sicher sei, dass die Ferien nocheinmal einen großen Schub brächten. Das große Problem sei das kalte und verregnete Wetter in den Anfangswochen der Buga gewesen, so Faas: "Da kam das Konzept noch sperriger rüber, als es schon ist und wir leiden noch immer darunter."

Feierabend-Besuch wird günstiger

Um mehr Besucher zu locken, hat der Aufsichtsrat beschlossen, vom 1. Juli an das Abendticket für die Buga einzuführen. Es kostet von 17 Uhr an nur noch sieben Euro. Bislang lag der Eintritt bei 14 Euro, ganz gleich, zu welchem Zeitpunkt man auf die Buga kam.

Gerade aber die Feierabend-Besucher, die nach Büroschluss zum Badesee wollten oder zu einer Veranstaltung, waren benachteiligt. Von sofort an haben die Blumenhallen bis 21 Uhr geöffnet.

Am Abend wird auch das Parken billiger. Von 17 Uhr an reduziert sich die Gebühr auf vier Euro (dazu kommt ein Wertgutschein von einem Euro für die Gastronomie, die bis 20 Uhr offen hat).

Zu wenig persönliche Information

Man ziehe keinesfalls die Notbremse, um ein Debakel zu verhindern, betont Geschäftsführer Faas. Die Felle schwämmen der Buga nicht davon.

Wobei Faas allerdings auch Selbstkritik übt: Von Anfang an hätte man mehr auf persönliche Information setzen müssen, um das besondere Konzept der Buga zu erklären.

Briefeschreiber, die sich beschwerten, lädt Fass zu von ihm selbst veranstalteten Führungen über das Gelände ein.

Gut für die Fachwelt, aber nicht fürs Volk

Auch der Buga-Aufsichtsratsvorsitzende, OB Christian Ude, räumt Fehler ein. Die lineal-geraden Wege und die Anfangskargheit beim Blumenschmuck seien ein Problem gewesen: "Ein Kuriosum, dass man Pflanzen aus der Halle holen und sie in Töpfen auf dem Gelände aufstellen muss."

In der Fachwelt würden Park und Buga-Konzept zwar hoch gelobt, aber das könne es nicht alleine sein: "Ein Volkspark ist für das Volk gedacht und deswegen sollte man auch den Wünschen der Menschen entsprechen." Mit den Verbesserungen beim Angebot reagiere die Buga auf solche Erwartungen.