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Bücherei:Schmökern am Samstag

Die Pasinger Stadtbücherei gehört zu den Stadtteilbibliotheken, die schon samstags öffnen - die Nachfrage ist groß.

(Foto: Stephan Rumpf)

Bis 2020 sollen die längeren Öffnungszeiten in allen Stadtbibliotheken gelten

Samstag ist ein guter Tag: Die Münchner gehen an jenem Wochentag offenbar nicht nur gerne einkaufen, sondern statten auch der Bibliothek in ihrer Nähe einen Besuch ab. Die Samstagsöffnung von 10 bis 15 Uhr, bisher probeweise in einigen Stadtteilbibliotheken eingeführt, wird sehr gut angenommen, bilanziert das Kulturreferat - weshalb die neuen Öffnungszeiten in mehreren Schritten nun auf sämtliche Stadtteilbibliotheken ausgeweitet werden sollen.

Die SPD-Stadtratsfrakion zeigt sich in einer Pressemitteilung jedenfalls begeistert: "Steiler Start", so bewertet sie die Tatsache, dass sich die Samstagsöffnung zum "Besucherliebling" entwickelt habe: Etwa 200 000 Besuche seien zwischen Mai 2017 und 2018 an den sechs Standorten Pasing, Neuhausen, Hasenbergl, Neuperlach, Giesing und Sendling gezählt worden. Am Samstag werden laut Stadtratsvorlage des Kulturreferats pro Öffnungsstunde auch die meisten Medien entliehen, das bedeute, der Samstag sei der effektivste Wochentag. Im ersten Jahr hätten die sechs geöffneten Bibliotheken rund 300 000 Ausleihen am Samstag verbucht. Außerdem, so heißt es, würden durch die neuen Öffnungszeiten auch neue Zielgruppen angesprochen, besonders Berufstätige und Väter mit ihren Kindern treffe man nun samstags in der Stadtbücherei.

Daher soll im Kulturausschuss am Donnerstag der Beschluss gefasst werden, die neuen Öffnungszeiten in zwei Schritten überall anzugleichen. Im nächsten Jahr sollen die Stadtteilbüchereien in Laim, Schwabing, Moosach, Berg am Laim, Waldtrudering sowie Isarvorstadt und Maxvorstadt auch samstags offen sein. Ein Jahr später, also 2020, sollen die letzten der insgesamt 21 Standorte nachziehen: Fürstenried, Neuaubing, Hadern, Ramersdorf, Milbertshofen, Allach-Untermenzing, Bogenhausen sowie das Westend sind dann an der Reihe. In jenem Jahr soll voraussichtlich überdies eine neue Stadtteilbibliothek in der Messestadt Riem dazukommen. Die Chancen stehen gut dafür, dass der Beschluss im Kulturausschuss ohne größere Probleme durchgehen wird.

"Wir unterstützen das vollinhaltlich, weil wir eine Samstagsöffnung bei dem heutigen Lebenszuschnitt der Nutzer für geboten halten", teilte CSU-Stadtrat Richard Quaas mit. Eigentlich hätte die Samstagsöffnung schon früher für sämtliche Stadtteilbibliotheken gelten sollen, so hatte es das Kulturreferat jedenfalls im Jahr 2016 geplant; damals wollte man nach einem dreistufigen Modell innerhalb von drei Jahren alle Stadtteilbibliotheken samstags öffnen. Der CSU-Fraktion war damals jedoch die nötige Personalaufstockung zu viel, man einigte sich auf zunächst weniger Stellen und eine auf die größeren Bibliotheken beschränkte erweiterte Öffnungszeit. Insgesamt benötigt die Stadtbibliothek für eine flächendeckende Samstagsöffnung 22 zusätzliche Stellen, sieben wurden für den Testbetrieb an den ersten sechs Standorten bereits geschaffen. Dass nach erfolgreichem Probelauf nun mit etwas Verzögerung die Gesamtlösung kommt, schreibt die SPD-Stadtratsfraktion der eigenen Initiative zu: "Uns freut der Erfolg unserer Initiative sehr", so SPD-Stadtrat Klaus Peter Rupp, "darum setzen wir sie nun flächendeckend um."