Braucht's des? Kondomherzerl

Foto: Veronica Laber

(Foto: )

Die deutsche Filiale eines internationalen Herstellers von Verhütungsmitteln hat für die Wiesn ein besonderes Accessoire erfunden

Was man bei einem sogenannten Flirtseminar gleich in den ersten fünf Minuten lernt, ist der Grundsatz: Immer schön mit der Tür ins Haus fallen! So ähnlich war das doch, oder? Nun ist das Oktoberfest vielleicht nicht ganz der richtige Ort für besonders filigrane Bekundungen der Sympathie. Aber auch dort ist es nicht verkehrt, wenn man gewisse Grenzen der Peinlichkeit nicht unterschreitet und vielleicht nicht gar so plump vorgeht, wie man es nach drei Mass für angemessen hält. Die deutsche Filiale eines internationalen Herstellers von Verhütungsmitteln hat das noch nicht so recht mitgekriegt und für die Wiesn ein besonderes Accessoire erfunden: das Kondomherzerl. "I mog nur mit dia", steht drauf, und drunter pappt ein Kondom. Na, sagt man sich, da wird wenigstens nicht lange herumgesülzt, sondern umstandslos der Fortgang des Wiesnbesuchs festgezurrt, man hat ja schließlich nicht ewig Zeit. Zum Herzerl gibt es eine Wiesn-Checkliste für "Madln und Buam". "A Dirndl mit Hingucker-Dekolleté ist Pflicht", heißt es da zum Beispiel. Warum die Frauen "zwoa, drei Pflaster" mitnehmen sollen, die Männer jedoch nicht, bleibt unerfindlich. Vermutlich sind im Weltbild der Kondomwerber die Damen dafür zuständig, die Opfer von Masskrugschlägereien wieder zusammenzuflicken. Ja, das ist alles schon arg subtil. Woody Allen wurde einmal gefragt, ob er Sex für etwas Schmutziges halte. "Sex ist nur dann schmutzig", so die Antwort, "wenn er richtig gemacht wird!" Umgekehrt wäre die richtige Antwort, wenn jemand mit einem Kondomherzerl anrückt, zweifelsohne: "Zupf di!" Was in diesem Zusammenhang auch noch einen schönen Doppelsinn hat.