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Bogenhausen:Zweifel am Versprechen

Politiker verlangen verbindliche Zusage für Schulprojekt

Von Nicole Graner, Bogenhausen

Als der Bezirksausschuss mit Bauchschmerzen dem Standort für den Neubau des Wilhelm-Hausenstein-Gymnasiums (WHG) am Salzenderweg, also im Fidelopark, zustimmte, gab es eine Abmachung zwischen der Stadt und den Lokalpolitikern. Wenn schon dieser Standort im Klimapark, dann soll das Stadtviertel mit der Sanierung des WHG eine weitere Schule bekommen.

Für diese immer wieder von der Stadt bestätigte Aussage wollten SPD und CSU nun in der jüngsten Sitzung des Bezirksausschusses (BA) Bogenhausen eine weitere klare Absicherung haben. Sie fordern in einem Antrag Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) auf, die "Zusage einzuhalten", das Gebäude des alten Wilhelm-Hausenstein-Gymnasiums an der Elektrastraße zu sanieren - und im Stadtviertel Bogenhausen ein weiteres Gymnasium oder "alternativ einen Realschulstandort" zu bauen.

Die ehemalige BA-Vorsitzende Angelika Pilz-Strasser (Grüne) zeigte sich "fassungslos", wie im BA mit Anträgen umgegangen werde. "Wollen wir allen Ernstes den Oberbürgermeister auffordern, sich an Vereinbarungen zu erinnern?" Der neue BA-Vorsitzende Florian Ring (CSU) erklärte: "Wir wollen damit einfach eine Fixierung, dass eine Schule wirklich an diesem Standort bleibt." Ein Argument, das Pilz-Strasser nicht gelten lassen wollte. "Wir wissen alle sehr gut, dass es eine Grundbedingung für den Bau des neuen Gymnasiums am Salzenderweg war, dass Bogenhausen ein Gymnasium oder eine erweiterte Realschule am alten Standort bekommt", betonte sie noch einmal. In vielen Gesprächen sei das seitens der Stadt auch immer wieder zugesichert worden. Man bräuchte doch "keinen Pflock einschlagen, der schon längst in der Erde" sei.

Die CSU bekräftigte ihr Vorgehen. In diesen Zeiten knapper Finanzen könne man nicht sicher sein, ob es keine bösen Überraschungen gebe. Deshalb wolle man sichergehen und eine Zusage wie "ja, wir bauen diese Schule", sagte Jens Luther (CSU). Der Bezirksausschuss will nun also den Pflock noch tiefer einrammen und entschied sich, dem Antrag von SPD und CSU einstimmig zuzustimmen. Auch die Grünen stimmten am Ende der Debatte dafür. Denn man wolle bei einem so wichtigen Thema "nicht "blöd dastehen", erklärte Grünen- Fraktionssprecherin Petra Cockrell.

© SZ vom 26.09.2020

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