Probleme mit Mobilfunk-EmpfangBogenhausen – das Tal der Ahnungslosen

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Übers Mobilnetz schwer zu erreichen: Häuser im Wohngebiet Herzogpark im Münchner Stadtviertel Bogenhausen.
Übers Mobilnetz schwer zu erreichen: Häuser im Wohngebiet Herzogpark im Münchner Stadtviertel Bogenhausen. (Foto: Johannes Simon)
  • In Bogenhausen gibt es seit Juni massive Mobilfunk-Empfangsprobleme, weil wegen Bauarbeiten am Hilton-Hotel die Sende-Antennen abgebaut werden mussten.
  • Die Telekom kann keine Ersatz-Funkstation aufstellen, da weder die Stadt noch Privatpersonen eine Fläche zur Verfügung stellen.
  • Vodafone hat bereits eine mobile Funkstation aufgestellt und die Empfangsprobleme in dem noblen Stadtviertel behoben.
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Ausgerechnet in einem der nobelsten Viertel Münchens bleiben die Handys oft stumm. Wegen des Wegfalls einer Antennen-Anlage gibt es Empfangsprobleme. Und diese zu beheben, ist gar nicht so einfach.

Von Patrik Stäbler

Wären Münchens Stadtbezirke Fußballklubs, käme Bogenhausen wohl die Rolle des FC Bayern zu – beladen mit Klischees, aber tatsächlich auch wohlhabend und erfolgreich. So liegt das Viertel östlich der Isar mit seinen Villen und dem vielen Grün in allerlei Rankings weit vorne, egal ob’s um Sicherheit, Kaufkraft oder die Anzahl der juristischen Zwistigkeiten geht.

Erst kürzlich stellte das Portal Immowelt eine Liste der zehn teuersten Straßen in München zusammen. Ganz vorne lag dabei die Hotterstraße in der Altstadt, dahinter jedoch folgten gleich neun Adressen in Bogenhausen. Dort blättert man demnach, wenn man einen Quadratmeter Haus oder Wohnung kaufen will, im Schnitt stolze 15 000 Euro hin.

Seit einigen Monaten kann Bogenhausen noch mit einem weiteren Superlativ aufwarten – nämlich dem größten Funkloch der Stadt. Diesen Eindruck kann zumindest bekommen, wer die Klagen des ehemaligen BR-Chefredakteurs Sigmund Gottlieb liest. Der 73-Jährige beschwerte sich unlängst in der Boulevardzeitung tz, dass er in seiner Wohnung weder telefonieren noch Mails verschicken könne. Nur in einer bestimmten Ecke des Wohnzimmers tauche mitunter ein Empfangsbalken auf seinem Handy auf, sonst herrsche Funkstille. „Dass so etwas im Zentrum einer europäischen Großstadt möglich ist – das ist absurd“, zeterte Gottlieb in der tz.

Und nicht nur der sendungsbewusste Journalist leidet unter dem Funkloch in Bogenhausen: Rund um den Tucherpark gab es in den vergangenen Monaten allenthalben Klagen von Telekom- und Vodafone-Kunden über mangelhaften Handyempfang. So ging auch beim örtlichen Bezirksausschuss eine Beschwerde ein aufgrund der „erheblichen Mobilfunkunterversorgung“ – ausgerechnet im Herzogpark, einem der nobelsten Quartiere der Stadt.

Ursächlich für den Frust der Handynutzer ist die Sanierung und Aufstockung des Hilton-Hotels im Tucherpark. Denn aufgrund der dortigen Bauarbeiten habe man die Sende-Antennen auf dem Dach des Gebäudes im Juni abbauen müssen, teilt ein Sprecher der Telekom mit. Das Hotel sei wegen seiner Lage und Höhe ideal gewesen, um die Umgebung zu versorgen. „Die Suche nach einem neuen Mobilfunkstandort in diesem Bereich war leider erfolglos.“

Abhilfe schaffen soll nun eine mobile Anlage einer anderen Firma, die die Telekom ihrem Sprecher zufolge mitnutzen wird. Wann dies geschehen werde, lasse sich aber nicht sagen: „Wir müssen hier warten, bis die Kollegen uns ein Signal geben.“

Nur zu gerne hätte die Telekom selbst eine mobile Funkstation aufgestellt, versichert der Konzernsprecher. Doch auch hier blieb die Standortsuche ohne Erfolg: „Weder die Stadt noch eine Privatperson haben uns eine Fläche zur Verfügung gestellt. Uns sind deshalb die Hände gebunden.“

Am Beispiel Bogenhausen zeige sich somit ein Problem, das die Telekom laut ihrem Sprecher in vielen Städten und Gemeinden hat. Dies liege auch daran, dass das Thema Mobilfunk in der Öffentlichkeit ausschließlich in zwei Formen vorkomme: „a) Dem Ärger über Funklöcher und b) Dem Ärger über einen neuen Mobilfunkmasten.“

Und so tun sich im Deutschland des Jahres 2025 immer wieder Löcher der Empfangslosigkeit auf – so wie nun für Kundinnen und Kunden der Telekom rund um den Tucherpark. Derweil gebe es im Netz des Konkurrenten Vodafone keine Probleme mehr, teilt der Konzern mit. Man habe eine mobile Funkstation aufgestellt und diese „funktioniert einwandfrei“.

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