Politik:München soll einen Regenbogen-Zebrastreifen bekommen

Politik: Anderswo gibt es sie schon: Zebrastreifen in Hoboken, New Jersey.

Anderswo gibt es sie schon: Zebrastreifen in Hoboken, New Jersey.

(Foto: STRF/STAR)

Die Grünen des Bezirksausschusses Bogenhausen wollen damit ein Zeichen setzen für Toleranz und für die Vielfalt der Lebensformen. Doch so einfach ist das nicht.

Von Nicole Graner

Was hat die Armbinde von DFB und FC-Bayern-Torwart Manuel Neuer mit einem Zebrastreifen zu tun? Nun, eigentlich nichts. Aber wenn dieser Zebrastreifen bunt wie ein Regenbogen sein soll, dann doch eine ganze Menge. Schließlich geht es ja in beiden Fällen darum, Zeichen zu setzen: für Toleranz, für die Vielfalt der Lebensformen, für die queere Community in der Stadt. Genauer: Die Grünen des Bezirksausschusses Bogenhausen haben also, noch bevor die UEFA eine Regenbogen-Beleuchtung der Allianz-Arena beim Spiel Deutschland gegen Ungarn verboten hatte, in der jüngsten Sitzung des Gremiums einen wahrlich bunten Antrag gestellt.

Der Zebrastreifen am Rosenkavalierplatz soll im Zeitraum der Pride Week vom 4. bis zum 11. Juli als Regenbogenfarben auf den Asphalt markiert werden. Und die SPD will den bunten Übergang sogar bis zu den GayGames 2026 haben. Naja, vor dem Spiel gegen Ungarn haben Findige Regenbogen-Mundschutz verteilt, warum nicht also auch einen Zebrastreifen färben?

Doch das ganze hat einen Haken. Laut Straßenverkehrsordnung dürfen Zebrastreifen eben nur schwarz-weiß sein. Sonst wäre es, wie Xaver Finkenzeller (CSU) auch folgerichtig urteilt, ja "auch kein Zebrastreifen mehr!" Und er fragt: "Warum sollen wir einen Antrag unterstützen, von dem wir heute schon wissen, dass er nicht funktioniert." Und sein Fazit: "Streicht halt die Bänke bunt!" Mit Sicherheit auch eine Idee, aber die Grünen - übrigens auch eine Farbe im Regenbogen - hatten sich nun einmal auf den Zebrastreifen fokussiert.

Falls das bunt malen zu viel kosten würde, hatte Jeanne Riedel (Grüne) noch eine andere Idee: Man könnte ja, ähnlich wie wohl in Berlin, die bunten Streifen auch seitlich am Überweg und ganz schmal anbringen. Wenn das immer noch zu teuer wäre, dann würde sie den Regenbogen auch selbst malen, bot sie an.

Die Diskussion, die dann folgte, war auch hübsch bunt. Die einen sahen Sicherheitsbedenken, wenn nicht ein Zebra, sondern ein Himmelsphänomen den Boden aufhübscht. Die anderen schlugen vor, doch nur die linke Seite zu bemalen, weil da keine Autos fahren würden. Oder nur wenige. Zumindest die, die die Einbahnregelung übersehen haben. Manche wollten den Zebrastreifen, der dann keiner mehr wäre, auf Dauer, andere nur temporär. Alle Vorschläge sollen nun von der Stadt geprüft werden. Am Ende werden es vielleicht bunte Bänke. Hauptsache jedenfalls: Zeichen setzen.

© SZ vom 01.07.2021/vewo
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