Bogenhausen Riesen-Mikado

200 Bäume fallen der Erweiterung des Klinikums zum Opfer

Passanten bleiben an der Cosimastraße stehen. Manche schütteln nur den Kopf, andere murmeln leise: "Das gibt es doch gar nicht!" Unzählige Baumstämme und Astwerk liegen zu einer Art natürlicher Mauer übereinander gestapelt auf der aufgewühlten Erde. An der Ostseite des bestehenden Klinikums Bogenhausen haben Motorsägen und Bagger ganze Arbeit geleistet. Aufgewühlte Erde, herausgerissene Wurzeln - ein trauriges Bild. Mit Wucht hat die Erweiterung des Klinikums Bogenhausen Anfang der Woche begonnen. Mindestens 200 Bäume wurden gefällt.

Unter dem Stichwort "Baufeldfreimachung" stehen die Rodungen, die vor allem gewährleisten sollen, dass während der Bauzeit der Rettungshubschrauber uneingeschränkt für die Notfallversorgung zur Verfügung steht. Immer wieder hatte Nicola Holtmann (ÖDP) im Bezirksausschuss (BA) Bogenhausen für den Erhalt der Bäume gekämpft, Verpflanzungen angeregt. Doch das Bild der vergangenen Tage spricht eine andere Sprache. Allerdings verhallt das Veto im BA gegen die massiven Fällungen nicht ganz: Etwa zehn Bäume sollen, erklärt Holtmann, auf dem eigenen Gelände verpflanzt werden. Diese seien, so teilt das Städtische Klinikum München mit, in Abstimmung mit dem Baureferat Gartenbau und der Unteren Naturschutzbehörde für eine "Verpflanzung geeignet".

Der eigentliche Baubeginn für die Erweiterung des Klinikums ist Mitte 2019. Umbau und Sanierung werden 395 Millionen Euro kosten. Unter anderem ist der Ausbau des OP-Trakts und der Intensiv- und Beatmungsstationen vorgesehen. Ebenso wird es über die Englschalkinger Straße her eine zweite Zufahrt zum Klinikum geben. Sie soll die Verkehrssituation rund um das Klinikum entzerren.