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Bogenhausen:Hilfe in schwierigen Zeiten

Die Artisten müssen essen, auch die vierbeinigen. Also ist der in Bogenhausen gestrandete Circus Baldoni auf Spenden und Zuschüsse angewiesen, im Bild Ramona Richter im Clowns-Kostüm mit Lama.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Lokalpolitiker unterstützen gestrandeten Wanderzirkus weiter

Von Nicole Graner, Bogenhausen

Irgendwie gehört er mittlerweile einfach zum Straßenbild dazu: der "Circus Baldoni", der seine Zelte an der Cosimastraße 5 aufgestellt hat. Und das schon seit Langem. Normalerweise zieht er umher, doch seit Beginn der Corona-Pandemie kann er das nicht. Er blieb, mit dem Einverständnis der Stadt München und zur Freude der meisten Bogenhauser, die sich an Pferde, Gänse und Ziegen auf der Grünfläche vor dem Cosimabad längst gewöhnt haben. Oft parken Kinderwagen vor den Zäunen, und Eltern erklären geduldig, was die Tiere da so alles machen. Bis 30. September darf der Wanderzirkus an dem Platz bleiben - es sei denn, Corona lässt ein Weiterziehen auch dann nicht zu.

Der Circus Baldoni Kaiser ist gefühlt auch das Lieblingskind der Lokalpolitiker. Immer wieder unterstützen sie ihn mit Zuschüssen und helfen, wo sie können. Sie tagten sogar in Pandemie-Zeiten, als große Räume knapp wurden, einmal in der Manege. Nun hat der Zirkus in der jüngsten Sitzung des Bezirksausschusses (BA) Bogenhausen erneut einen Zuschuss-Antrag in Höhe von 23 330 Euro gestellt. Das empfanden die Grünen als hohen Betrag, zumal der Zirkus schon vergangenes Jahr 20 000 Euro bekommen habe, aber mit der Vorgabe, dass das Zelt auch für andere kulturelle Veranstaltungen im Stadtbezirk genutzt werden könne. Das aber sei nicht der Fall gewesen. Sie schlugen als Alternative vor, dass der BA Eintrittskosten für vier Aufführungen übernehmen könnte.

Marko Poggenpohl (SPD) dagegen hatte eine andere Idee. Die Summe im Antrag komme ausschließlich durch den Zeltauf- und Zeltabbau zustande, zuzüglich der Betriebskosten. Man könne 17 700 Euro übernehmen und dem Zirkus erlauben, fünf Euro Eintritt für Veranstaltungen am Wochenende zu nehmen. Dann bekämen die Verantwortlichen das Geld für Futter und Betriebskosten zusammen. Auch hätte man so die Option, das Zelt unter der Woche mit anderen Kultur-Veranstaltungen zu bespielen. Gruppen zu finden, die dort auftreten wollen, da sei er dran, sagte Marko Poggenpohl. Diesem Vorschlag stimmte das Gremium zu.

© SZ vom 22.07.2021
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