Bogenhausen Geld für das Grün

Die Stadt muss viele Flächen des Pöhnparks von Privaten kaufen

Gute Idee, schlechte Kommunikation, urteilten die Mitglieder des Bezirksausschusses (BA) Bogenhausen in ihrer jüngsten Sitzung, als es um den geplanten neuen Park im Stadtbezirk ging. Robert Brannekämper (CSU), der bekanntermaßen eine Vorliebe für recht drastische Formulierungen hat, konstatierte gar ein "Multiorganversagen" der Stadtverwaltung. Denn die Stadt hat die Eigentümer der Grundstücke, die für die 24 Hektar große Grünfläche gebraucht werden, bisher nicht informiert.

Also erfuhren sie aus der Zeitung, dass Flächen zwischen der Weltenburger Straße im Westen und der Friedrich-Eckart-Straße im Osten, zwischen der Denninger Straße im Norden und der Eggenfeldener Straße im Süden im Lauf der nächsten Jahre in einen zusammenhängenden Erholungsraum verwandelt werden sollen. Mit dem sogenannten Pühnpark entsteht dann eine durchgehende Grünverbindung vom Denninger Anger im Westen zum Zamilapark im Osten.

Freigehalten worden waren die Pühnpark-Flächen in den Fünfziger- und Sechzigerjahren eigentlich für eine große Durchgangstraße, die Tangente 5 Ost, die den Föhringer Ring im Norden mit der Ständlerstraße im Süden verbinden sollte. Erst 1984 wurde dieser Plan für eine neue Verkehrstrasse endgültig zugunsten einer Frischluftschneise aufgegeben. Aus der Tangente 5 Ost entwickelte sich deshalb das Grüne Band Ost.

Die Idee zum Pühnpark ist also beileibe nicht neu, nur wird sie jetzt konkret, weil die Stadt spätestens Ende 2018 mit dem Ausbau beginnen muss. Der erste Abschnitt soll zwischen Weltenburger und Pühnstraße entstehen, der BA stimmte diesem Abschnitt bereits im Oktober zu. Presseberichte darüber schreckten in der Folge die privaten Grundstückseigentümer auf, denen bisher niemand die Planung vorgestellt hat. Betroffen ist ein großer Teil der für den Park eingeplanten Flächen, denn derzeit gehören nur 30 Prozent davon der Stadt.

"Wenn man so was macht, muss man vorher mit den Grundstücksbesitzern reden", kritisierte Brannekämper. Die Bezirksausschussvorsitzende Angelika Pilz-Strasser (Grüne) nannte das Vorgehen der Verwaltung "kontraproduktiv". Wenn die Anwohner jetzt Klagen anstrengen würden, ergänzte Brannekämper, "dann gibt's den Park in 20 Jahren nicht". Auf Antrag der CSU fordert der BA daher einstimmig, dass die Stadtverwaltung "umgehend" mit den Grundstückseigentümern Kontakt aufnehmen und ihre Haltung zu den Plänen erfragen soll.