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Bogenhausen:Durchgefallen

Die Grünen präsentieren eine Alternative als Baustellenzufahrt für das neue Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium über die Fideliostraße. Die Mehrheit im Bezirksausschuss will aber bei der nördlichen Variante bleiben

Von Nicole Graner, Bogenhausen

Das Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium an der Elektrastraße platzt aus allen Nähten. Deswegen wird am Salzsenderweg das neue Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium errichtet. Bis 2023 soll es fertig sein und endlich mehr Platz für die 1340 Schülerinnen und Schüler der größten Schule in München bieten. Doch noch ist nicht alles in trockenen Tüchern. Ungeklärt ist unter anderem, ob das Haus noch eine weitere Turnhalle bekommt und wo letztlich die Baustellenzufahrt genau verlaufen soll.

Simulation Neubau des Wilhelm-Hausenstein-Gymnasiums

Viel Licht, viel Holz: Der Neubau des Gymnasiums am Salzenderweg im Fideliopark soll 2023 fertig sein. 60 Lkw werden dann täglich in die Baustelle hinein- und hinausfahren. Security-Beauftragte sollen die Zufahrt der Fahrzeuge regeln und überwachen. Simulation: Hascher Jehle Architektur/oh

Im Mai hatte sich der Bezirksausschuss (BA) für die nördliche Variante, also die Zufahrt von der Freischützstraße auf Höhe Hausnummer 53, entschieden. Doch in der Sitzung am Dienstag, die im Zirkus Baldoni stattfand, legten die Grünen noch eine andere Variante vor. Nämlich die Zufahrt von der Fideliostraße her, die eine Sackgasse ist. Ihr neuer Antrag beinhaltet auch zwei Zeichnungen, die es, außer zwei Skizzen des Baureferats, so vorher nicht gab.

Größte Schule Münchens: Das Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium an der Elektrastraße platzt aus allen Nähten.

(Foto: Stephan Rumpf)

Sie arbeiten die Unterschiede der beiden einzigen Zufahrtsmöglichkeiten heraus. "Wir wollten einfach noch einmal nach einer anderen guten Lösung suchen, zumal ja der erste Ortstermin ohne den BA stattfand", erklärt Grünen-Fraktionssprecherin Petra Cockrell. Bei einem zweiten Ortstermin am 8. September, nun mit dem BA, der Polizei, der Abteilung Hochbau, dem Gartenbaureferat, Bürgern, aber ohne das Kreisverwaltungsreferat, wurde auch über die neue Variante gesprochen. Wie sähe also die Zufahrt von der Fideliostraße aus, wenn täglich 60 Lkw rein- und rausfahren? Damit die Radfahrer der stark frequentierten Nord-Süd-Verbindung und die Fußgänger geschützt werden, sollen zwei Ampeln den Lkw-Verkehr regeln. Versetzt vor dem Spiel- und Begegnungszentrum (SBZ) steht eine, die andere direkt neben dem Zufahrtstor. Die dritte regelt die Fahrten von der Aufstellfläche der Baustellenfahrzeuge aus. Die Ampeln stünden für Radfahrer und Fußgänger auf Dauergrün. Security-Beauftragte, die übrigens an allen Baustellenzufahrten stehen sollen, bedienten die Ampelschaltung und setzten auf "rot", wenn Lkw rein- und rausmüssen. Ein Bauzaun verhindere die Querung von Radfahrern und Fußgängern. Der Zugang zum SBZ ist durch ein Tor möglich. "Man hat mit dieser Variante viel mehr Möglichkeiten, Unvorhergesehenes in der Bauphase abzufedern", erklärt Cockrell. Mehr als in der Freischützstraße. Die neue Variante könnte die stark befahrene Freischützstraße entlasten, zumal die Grünen auch befürchten, dass es wegen wartender Lkw, die direkt neben der Bushaltestelle auf einer sehr schmalen, ausgewiesenen Fläche parken würden und bei den Einfahrten der Lkw in die Baustelle lange Rückstaus geben könnte. Auch sei die Situation sehr gefährlich für Fußgänger, die die Freischützstraße überquerten, oder auch für Linksabbieger, die vom Lidl-Parkplatz auf die Freischützstraße führen.

Das Gremium brachte der neuen Variante nur wenig Wohlwollen entgegen. Schließlich sei, so Marko Poggenpohl (SPD), ja bereits ein Beschluss im BA gefasst worden. Auch konnte Christine Hacker (SPD) nicht verstehen, dass man die Kinder des SBZ gefährden wolle. Dann könne dort ja "nichts mehr stattfinden", weil der Spielbetrieb zu gefährlich sei. Und Jens Luther (CSU) gab zu bedenken, dass die Fideliostraße eine Sackgasse sei und im Falle eines Falles kaum Feuerwehrfahrzeuge hindurch kämen. Der BA lehnte den Grünen-Antrag mehrheitlich ab - allerdings ohne sich mit den Details näher zu beschäftigen. "Das finde ich sehr schade", sagte Cockrell. Man könne jetzt nur hoffen, dass auf der Freischützstraße während der Bauarbeiten nichts Schlimmes passiere.

© SZ vom 17.09.2020

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