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Böhringer-Prozess: Gerd Käfer sagt aus:Prominenter Zeuge

Zeuge Gerd Käfer erzählt vor Gericht, wie sich die Parkhaus-Millionärin vier Tage vor ihrem Tod über den Angeklagten echauffiert habe - und bekommt Ärger mit dem Verteidiger.

Gleich mit seinem ersten Satz heimst Gerd Käfer im Gerichtssaal einige Lacher ein. "Ich werde 75, schau aber doch noch gut aus", so eröffnet der Gastronom am Freitag seinen Zeugenauftritt im Prozess um die Ermordung der Parkhaus-Millionärin Charlotte Böhringer.

Parkhaus von Charlotte Böhringer

(Foto: Foto: Andreas Heddergott)

Doch danach wird es ernst für den Gründer der Käfer-Feinkost. Seine brisante Aussage über ein schweres Zerwürfnis zwischen dem Angeklagten Benedikt T. und dessen Tante kurz vor deren Ermordung bringt ihn in Schwierigkeiten.

Weil er bei einer früheren polizeilichen Vernehmung davon nichts berichtet hatte, will ihn Verteidiger Peter Witting jetzt wegen Falschaussage anzeigen.

Der Zeugenauftritt Käfers beginnt mit einem fast schon symbolischen Strauchler: Auf dem Weg zum Zeugenstuhl stolpert er über eine Stufe und fällt fast hin. Der 74-Jährige hat sich jedoch schnell wieder im Griff.

Die Familien Böhringer und Käfer kennen sich schon etliche Jahre, "wir waren gut befreundet". Böhringer sei eine "lebenslustige" Frau gewesen, ihren "Lieblingsneffen" Benni habe er als "netten, flotten Kerl" erlebt, "so ein bisschen ein Playboy".

Die Neffen seien der Gesellschaft stets als "ihre Nachfolger" präsentiert worden, doch habe sich Böhringer zunehmend über Benni beklagt, über seinen Studienabbruch, seine Freundin und seine Geldforderungen.

"Der Benni will immer mehr Geld von mir", vertraute sie Käfer an. Einmal erzählte sie ihm auch davon, dass ihr Neffe aus Automaten des Parkhauses Geld entwendet hätte. "Sie war darüber sehr betrübt", so Käfer.

Am 11. Mai vergangenen Jahres, vier Tage vor Böhringers Ermordung, traf man sich am Stammtisch im Augustiner-Biergarten. Laut Käfer habe es dabei am Nachbartisch zwischen Böhringer und ihrem Neffen eine "heiße Diskussion" gegeben. Böhringer sei danach an seinen Tisch gekommen: "Sie war ganz aufgeregt, ganz rot im Gesicht und hat auf den Tisch gehauen. So hab' ich sie noch nie erlebt."

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Mordfall Böhringer