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BMW-Zentrum:Seit dem Dieselskandal ist alles nicht so einfach

Wobei, völlig unproblematisch ist die Stimmung in München gerade auch nicht mehr, seit dem Dieselskandal. Hier die Industrie, die mit vielen ihrer Diesel-Modelle schlechte Luft in die Städten bringt. OB Reiter hat das deutlich skandalisiert, hat mit Fahrverboten gedroht, auf dass die Menschen gesünder leben. Bei der Grundsteinlegung spart er das aus, schickt lediglich die verklausulierte Botschaft, er freue er sich sehr, dass in München ein Zentrum mit "Zukunftstechnologien für Mobilität" entstehe. Ministerpräsident Seehofer, der die Forderung nach Fahrverboten stets so deutlich wie wenige andere zurückgewiesen hat, sagt auch am Freitag: "Ich werde mich nicht beteiligen an einem Feldzug gegen das Automobil."

BMW-Chef Krüger lässt ihn den Dank in seiner Rede spüren: Da wird der "liebe Herr Seehofer" angesprochen und ihm gedankt, so als ob die Staatsregierung in der Stadt irgendetwas zu sagen hätte. Vom OB fordert Krüger indes forsch: "Erst mit einer passenden Infrastruktur wird dieses Projekt erfolgreich sein." Woraufhin ihm Reiter zusagt, sich für eine bessere Anbindung des FIZ an Autobahn und U-Bahn einzusetzen - eine alte Forderung des Konzerns.

Das FIZ ist für Reiter auch ein Vorreiter für moderne Mobilität in der Stadt, was ein bisschen kurios anmutet. Denn so sehr sich die Stadt und das Unternehmen gegenseitig befruchten, wenn es um Arbeitsplätze, Geld und Gewerbeflächen geht: Zukunftsweisende Projekte, die erproben, wie sich Menschen zeit- und energiesparend bewegen können, gibt es in München quasi keine. In einer Initiative namens "Inzell" arbeiten Stadt und BMW sowie andere Firmen seit mehr als einem Jahrzehnt zusammen, um Mobilität zu verbessern. Der Stau aber nimmt weiter zu, nur einen Radschnellweg gibt es, Elektro-Schnellladesäulen finden sich nur wenige in der Stadt. München hat es noch nicht zum Leuchtturmprojekt geschafft.

Um noch einmal den Vergleich mit Stuttgart zu ziehen: Auch in dieser Stadt, die viel mehr Autostadt als München ist, gibt es kaum Ideen zu neuer Mobilität. Aber wenigstens ist die Ladesituation weit besser, es fahren Hunderte elektrische Car-Sharing-Autos herum und Daimler hat auch für die Stuttgarter eine App gebastelt, die allerlei Verkehrsmittel miteinander vergleicht und verknüpft - und die tatsächlich einigermaßen funktioniert. Allerdings: Stuttgart ist Stau-Hauptstadt, vor München.

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