Süddeutsche Zeitung

Mobilität:BMW will, dass Mitarbeiter Fahrrad fahren

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Von Linus Freymark, München

Stau auf dem Ring, endlose Runden bei der Parkplatzsuche - mit der Freude am Fahren ist es in München oft nicht weit her. Das sieht offenbar auch der Autobauer BMW so und setzt künftig verstärkt auf Fahrräder statt auf Limousinen. Zumindest bei den eigenen Mitarbeitern. Um dem Verkehrschaos entgegenzuwirken, stellt der Konzern seinen Angestellten seit September Dienstfahrräder zur Verfügung, auf dass mehr von ihnen das Auto stehen lassen und mit dem Radl zur Arbeit kommen. Neben herkömmlichen Fahrrädern setzt BMW dabei auf E-Bikes. Ganz will man bei den Bayerischen Motorenwerken schließlich nicht auf eine Antriebshilfe verzichten.

"Das Angebot ist bei uns ein Baustein für das Ziel, Alternativen zum Pkw zu bieten", erklärt Sprecherin Daria Nikitina. Dafür kooperiert BMW mit dem Freiburger Dienstleister Jobrad, von dem der Konzern die Räder least und dann seinen Mitarbeiter auch zur privaten Nutzung überlässt. Die Mindestlaufzeit des Leasingvertrages beträgt zwei Jahre, die Abrechnung erfolgt über die Erfolgsvergütung, sprich Prämien, von denen ein entsprechender Teil einbehalten wird.

Dass die Werbung für das Radfahren in Konkurrenz zu den eigenen Interessen stehen könnte, sieht man bei BMW nicht. "Natürlich sind wir in erster Linie Autobauer", sagt Nikitina, "aber wir sagen nicht stur, das Auto ist die einzige Möglichkeit, sich fortzubewegen." Schon jetzt komme ein Zehntel der mehr als 40 000 Beschäftigten am Standort München mit dem Rad zur Arbeit, durch das Leasingangebot soll die Zahl weiter steigen. Nikitina verspricht sich von dem Angebot einen spürbaren Effekt auf den Stadtverkehr. Auch wenn nur ein geringer Prozentsatz der Mitarbeiter auf das Fahrrad umsteigen würde, könne das zur Senkung des Verkehrsaufkommens beitragen.

Mehrere Tausend Beschäftigte haben sich nach Angaben von BMW inzwischen als Interessenten für ein Leasingrad registriert, Zahlen darüber, wie viele tatsächliche Nutzer das Angebot bereits hat, veröffentlicht der Konzern jedoch nicht. Und auch die Frage, ob nicht nur Werksmitarbeiter, sondern auch die Chefetage von der umweltfreundlichen Alternative zum Dienstwagen Gebrauch macht, bleibt unbeantwortet. Die Zahlen, so BMW, würden nicht personenbezogen erhoben, folglich könne man darüber keine Auskunft erteilen.

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Quelle:
SZ vom 01.10.2018
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