Der Weg vom Pop-up auf Zeit zum eigenen Lokal mit festem Standort kann steinig sein. Selbst wenn man als Gastronom alles richtig macht und die Testphase ein Erfolg ist, ist nicht gesetzt, ob es an selber Stelle oder anderswo weitergehen kann. Erim Kreidel von Monaco Ramen hatte diesen Weg eigentlich hinter sich. Wohin er auch umzog, folgte ihm seine Fan-Gemeinde nach. Erst verkaufte er seine japanischen Nudelschalen in mehreren Pop-ups, dann an einer der Kochstationen im „Munch Market“ des Gasteigs und zuletzt hat er im Glockenbachviertel eine feste Bleibe gefunden – zumindest schien es so zu sein. Denn nach sechs Monaten geht nun auch dieses Kapitel zu Ende. Kreidel ist diese Woche aus den Räumlichkeiten der Pestalozzistraße 9 ausgezogen. Zu den Gründen hat er sich noch nicht geäußert. Wie und ob es mit Monaco Ramen weitergehen wird, ist damit unklar. Fest steht aber, dass an jenem Standort in der Pestalozzistraße weitergekocht werden wird.
In gut zwei Wochen wird dort das Renate Bistro eröffnen und auch dieses Projekt ist vorerst als sechsmonatiges Pop-up mit Option auf Verlängerung angelegt. Dahinter stecken William Semen, Matthias Lantenhammer und Maximilian Würz. Die drei lernten sich vor einiger Zeit im Mural Restaurant kennen und schätzen, wo Semen damals als Souschef gearbeitet hat, Lantenhammer als Sommelier und Würz als Restaurantleiter. In etwa so werden die drei Freunde auch die Aufgaben im Renate unter sich aufteilen, nur dass Lantenhammer – ebenfalls ein gelernter Koch – Semen gelegentlich am Herd unterstützen wird. Im Gespräch erzählen sie, dass sie gelernt hätten, klassisch französisch zu kochen. Insofern hätten sie Lust auf „ordentliche Soßen und richtiges Handwerk“, das aber ruhig mutig ausfallen dürfe.
Ihr Augenmerk wollen die drei Junggastronomen auf besondere Seafood-Produkte wie Krustentiere, Muscheln und Austern legen, die sie zu moderaten Preisen und ohne steifes Drumherum anbieten möchten. So kann man etwa einen ganzen Fisch für die Tischmitte bestellen, oder aber einen Teller chinesischer Suppen-Dumplings gefüllt mit Bouillabaisse im Alleingang vernichten. Dazu wird es ausgewählte Weine und Drinks geben sowie selbst gemachtes Softeis.
Auch für die Azubis der Brasserie Bavarie in der BMW Welt drehte sich vergangenen Montag bei einem internen Wettbewerb alles um Fisch. Um die sieben Koch-Lehrlinge auf ihre Prüfungen vorzubereiten, sollten sie sich jeweils ein Gericht zum Thema „Frühlingsküche mit Saibling – aber ohne Spargel“ überlegen und einer Fachjury präsentieren. Mit seiner Saiblingsroulade mit Räucherlauch-Creme, Bouillabaisse-Sud und gepufftem Quinoa machte der 20-jährige Jason Paris-Tolgos den ersten Platz. Sein Gericht darf nun bis zum Freitag kommender Woche das dreigängige Lunch-Menü (54 Euro pro Person) der Bavarie eröffnen. Auf seine Vorspeise folgen im Hauptgang gebratene Rinderlende mit Gemüse und Kartoffel-Mousseline und zum Dessert Crème brûlée mit Rhabarber und Erdbeersorbet (Brasserie Bavarie, Am Olympiapark 1, Business-Lunch Montag bis Freitag von 12 bis 15 Uhr, Telefon 089/358991822).
Bevor man aber am Montag mit diesem Lunch-Menü in die neue Arbeitswoche startet, gibt es diesen Samstag noch etwas auf dem Viktualienmarkt zu begießen: Der Stand der Münchner Käse Manufaktur feiert Zweijähriges und lädt zum Verkosten diverser Käsespezialitäten ein. Von 12 bis 19 Uhr gibt es verschiedene Grilled Cheese Sandwiches, Käseplatten und Drinks. Dazu braten die Nachbarn von Saint’s Burger nahe der eigenen Käserei in Bogenhausen Trüffel-Cheeseburger und um 13 Uhr wird ein rund 40-Kilogramm schwerer Riesenlaib vom Hartkäse „Almkraut“ angeschnitten – sozusagen das Käse-Äquivalent zum feierlichen Holzfass-Anstich. Wie beim Freibier sollte man auch hier schnell sein, denn das „Almkraut“ darf kostenlos vernascht werden (Münchner Käse Manufaktur, Viktualienmarkt Abteilung 5 gegenüber der Metzgerzeile, Dienstag bis Freitag 10 bis 18 Uhr, samstags 10 bis 16 Uhr, www.muenchner-kaese-manufaktur.de).

