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Bildung:Notbetreuung soll kein Nachteil sein

Münchens Schulen sind wegen der Corona-Pandemie bis Ende Januar geschlossen; solange lernen die Schülerinnen und Schüler daheim, zumindest die meisten. Doch gerade die Kinder, die tagsüber trotz Corona im Klassenzimmer sitzen, weil sie in die Notbetreuung gehen, seien im Nachteil, warnen jetzt die Fraktionen von SPD und Volt, Grünen und Rosa Liste im Münchner Stadtrat. In den Schulen könnten sie digital gestellte Arbeitsaufträge nicht bearbeiten, das sei nicht vorgesehen. Speziell Grundschulen etwa nutzen oft das Programm "Padlet", eine digitale Pinnwand, in der nicht nur Arbeitsblätter zum Ausdrucken aufgerufen werden können, sondern auch Ton- und Videoaufnahmen sowie Lese- und Rechen-Apps. Diesen Stoff müssten Kinder und Eltern immer abends nach der Notbetreuung nachholen, klagen die Stadträte. Das müsse sich ändern.

Oberbürgermeister Dieter Reiter solle dafür sorgen, dass "innerhalb der Notbetreuung auch der Unterrichtsstoff erarbeitet wird", heißt es in einem am Mittwoch von SPD und Volt, Grünen und Rosa Liste gestellten Antrag. Inhaltlich richtet sich der allerdings eher an den Freistaat, denn der ist für den Unterricht in den staatlichen Grundschulen in erster Linie zuständig. Wie Distanzunterricht und Notbetreuung organisiert sind, hängt zudem stark von den einzelnen Schulen ab. "Wir dürfen Eltern und Kindern in der jetzigen Ausnahmesituation nicht noch mehr zumuten", sagt Julia Schönfeld-Knor, bildungspolitische Sprecherin der SPD. Es brauche eine einheitliche Lösung.

© SZ vom 14.01.2021 / wet
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