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Bildstrecke:Die Wege des Max von Pettenkofer

Auch München hat einen Untergrund- und garniert mit Anekdoten ist es dort noch nicht mal miefig. Die etwas andere Perspektive in Bildern. Text und Fotos: Gitte Diener

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München hat sehr reizvolle Seiten. Eine davon zeigte "Die Nacht der Umwelt". Nähert sich der Besucher nämlich der schmucken Metropole von unten, stößt er unter Umständen auf natürliches, wenn auch ausgedientes Essbesteck oder ...

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... auf künstliches, aber ebenfalls ausgedientes Essbesteck. Was sich hier in erfrischendem Rostbraun präsentiert, stammt aus der Gosse. Genauer: aus dem Untergrund der ansonsten so geputzten Hauptstadt Bayerns. Kanalarbeiter, die sich untereinander nur kurz "Kanaler" nennen, haben dieses Sammelsurium herausgefischt. Der Kanaler sagt dazu "Schatz".

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Um überhaupt die Schätze von eher ideellem Wert aus den Abwässern der Stadt zu bergen, muss der Kanaler erst mal nach unten. Tief, tief, noch tiefer. Dahin mussten dann auch die Interessierten bei der "Nacht der Umwelt". Damit sie sich ...

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... nicht verirren und im Dunkeln fürchten, wurden sie von Ben Tax geleitet. Er ist "Kanaler", allerdings kein herkömmlicher. Seit den Siebzigern arbeitet der Diplom-Ingenieur bei der Stadtentwässerung. Außerdem ist er Bezirksleiter des Bezirks Nord und für Service zuständig. Den bietet er dann auch: ...

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... ganze Bücherregalen könnte man vermutlich mit seinem Wissen über den stillgelegten Regenüberlauf in der Ungererstraße im Besonderen und dem Kanalnetz der Stadt im Allgemeinen füllen. Bis in den letzten Winkel historischer Anekdötchen zum inzwischen 2330 km langen Wirrwarr von Kanälen weiß er Bescheid. Miefig, ist es dennoch nicht. Denn wie Ben Tax erzählt, sei es bereits beim Bau im 19. Jahrhundert äußerst ausgeklügelt und fortschrittlich gewesen. Max von Pettenkofer, ...

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... der auch das erste Hygieneinstitut gründete, habe es schon damals so konzipiert, dass man die Kanalwege "immer in alle Richtungen erweitern konnte". Als die Stadt wuchs, konnte sozusagen ohne Probleme angebaut werden.

Und auch in einer anderen Hinsicht zeigte er Weitsicht: Nur das beste Material war gut genug. Bei Hofe habe er sich gegenüber einem Palastbauer, der das gleiche Material verwenden wollte, gewehrt: "Wer weiß, ob der nächste Herrscher nicht neue Paläste will."

(sueddeutsche.de/Fotos und Text: Gitte Diener)

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