Der Komponist: Richard Wagner

Der "Protest der Richard-Wagner-Stadt München", initiiert vom damaligen Staatsoperndirektor Hans Knappertsbusch, war es, der den Literaturnobelpreisträger Thomas Mann 1933 aus München weg und ins Exil zwang. Im Werk Richard Wagners ist Antisemitismus offen und versteckt zu finden: Alberich und Mime im "Ring des Nibelungen", Kundry im "Parsifal" sind deutliche antijüdische Zerrbilder. In zahlreichen Schriften äußerte sich der Komponist eindeutig antisemitisch, vor allem in seinem Aufsatz "Das Judenthum in der Musik" aus dem Jahr 1850. Darin beklagt er, dass "der Jude" in der Musik den öffentlichen Geschmack beherrscht, obwohl er "weder durch seine äußere Erscheinung, seine Sprache, am allerwenigsten aber durch seinen Gesang" in der Lage sei, "sich uns künstlerisch kundzugeben". Und in einem Brief an Hans von Wolzogen schreibt er: "Was wir daher gern der vollsten Schonungslosigkeit preisgeben, ist, was uns diesen Heiland schädigt und entstellt: deshalb bitten wir um feinfühlige Besonnenheit im Ausdruck, um nicht mit den Juden und für die Juden zu arbeiten." München spielt in der Vita Wagners eine ganz besondere Rolle: Hier wurden das Rheingold, die Walküre, "Tristan und Isolde" und die Meistersinger uraufgeführt; hier konnte der Komponist, privilegiert durch die deutlich homoerotisch geprägte Freundschaft zu Ludwig II., nach langen Wirrnissen für einige Zeit ein sorgenfreies Leben führen, bis er nach Bürgerprotesten die Stadt verlassen musste. Nach Richard Wagner ist eine Straße in der Maxvorstadt benannt.

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20. Juli 2007, 11:512007-07-20 11:51:00 ©