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Muffatwerk:Mehr als 80 Musiker spielen beim "Big-Harry-Festival"

Sieben Bands, vier Elektro-Liveacts, fünf DJs und eine Performance machen das Muffatwerk zur Schallquelle des Techno-Jazz.

München ist sicher eine Musikstadt, aber keine, von der besonders oft wichtige neue Trends ausgegangen wären. Genau das aber ist aktuell der Fall: Techno-Jazz erobert von hier aus derzeit die Welt, angetrieben von der Jazzrausch Bigband. Das dies nicht zu hochgegriffen ist, zeigen die jüngsten Reisen des Orchesters in die USA, nach China und durch Ost-Afrika. Kaum ein großes Festival, egal ob für Jazz, Weltmusik oder Pop, das sie nicht gebucht hat oder gerne buchen würde. Zugleich ist die vielseitige, vom Posaunisten Roman Sladek gegründete und geleitete Bigband mit ihren TechnoJazz-Programmen der Nukleus für ähnliche Projekte in kleinerer Besetzung.

Zum Beispiel Sladeks eigenes Quintett Slatec, aber auch Ark Noir oder das Leo Betzl Trio (LBT), das mit seiner Version eines akustischen Technojazz in der klassischen Klaviertrio-Besetzung gerade erst in Burghausen den Europäischen Nachwuchspreis und damit so gut wie den letzten wichtigen deutschen Jazzpreis gewonnen hat. Aber auch die mehr auf Avantgarde-Pop abzielende Frauenkapelle Siea, von der ebenfalls einige dem Jazzrausch-Zirkel entstammen. Sie alle sind jetzt natürlich als Lokalmatadoren beim "Big Harry Festival" dabei, das nach einem sehr erfolgreichen Versuchsballon im vergangenen Jahr jetzt eine Nacht lang auf allen Bühnen des Muffatwerks die europaweit wichtigsten Vertreter von handgemachter Musik des im weitesten Sinne technoid-jazzigen Bereichs präsentiert - insgesamt sieben Bands (mit zusammen mehr als 80 Musikerinnen und Musikern), vier Live-Elektro-Acts, eine Performance und fünf DJs.

Eine mächtige Soundglocke wird das werden, zum Beispiel mit den vier folkloristisch-elektronischen Belgiern von Stavroz, mit dem noisig-elektronischen La Brass-Banda Ableger Ströme, aber auch mit Seth Schwarz, der klassische Musik in seinen Techno-Kosmos holt und gerne mal mit Geige am Mischpult steht, oder mit der Norwegerin Hanne Hukkelberg, die von Kritikern schon zur nächsten Björk ausgerufen worden ist. Einziger Wermutstropfen: Der Berliner Star-Mixer und -Produzent Andreas Henneberg, der als Synth Happens mit dem Philharmonic Groove Orchestra NRW kommen wollte, wird aus organisatorisch-technischen Gründen nur ein DJ-Set spielen.

Big-Harry-Festival, Fr., 10. Mai, 21 Uhr, Muffatwerk, Zellstr. 4