Kultur- und Freizeittipps des Musikkabarettisten Bewie BauerMit Herz und Humor durch die Adventszeit

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Als Comedian steht Bewie Bauer mit seinem Solo „Ein Teenager wird 50!“ auf den Bühnen. Diese Woche aber führt er als Erzähler im „Bayerischen Weihnachskonzert“ in München durch den Abend.
Als Comedian steht Bewie Bauer mit seinem Solo „Ein Teenager wird 50!“ auf den Bühnen. Diese Woche aber führt er als Erzähler im „Bayerischen Weihnachskonzert“ in München durch den Abend. Christian Hartlmaier

Der Kabarettist Bewie Bauer freut sich in der Woche von 15. bis 21. Dezember auf eine Stand-up-Comedy-Bühne in München, eine Kollegin und ein besonderes Weihnachtskonzert.

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Auf den Bühnen ist Bewie Bauer, der eigentlich Martin Bauer heißt, meist als der Mann mit der roten Herzchen-E-Gitarre und dem unverwechselbaren Blick auf den Alltag unterwegs. In seinem aktuellen Programm „Ein Teenager wird 50!“ blickt er mit feiner Ironie auf ein halbes Jahrhundert Leben zurück – von der wilden Jugend mit fünf älteren Brüdern bis zum heutigen Gefühl, „irgendwo zwischen Clearasil und fast senil“, wie er sagt. Vielen im Gedächtnis ist er auch als Parodist des ehemaligen Gesundheitsministers Karl Lauterbach, etwa bei Grünwalds Freitags-Comedy im Bayerischen Fernsehen.

In dieser Woche zeigt der Musikkabarettist und Comedian jedoch eine ganz andere Facette: Als Erzähler führt er durch die Bayerische Weihnachtskantate „Vom Himme hoch“ seines Neffen, des Komponisten Andreas Begert, der im vorigen Jahr mit seiner „Bayerischen Symphonie“ für Furore sorgte. Am Samstag, 20. Dezember, ist das Bayerische Weihnachtskonzert mit einer im Dialekt erzählten biblischen Geschichte um 19 Uhr in der Allerheiligen Hofkirche zu erleben.

Montag: Bühne frei für Newcomer

Zweimal im Monat gibt es im Vereinsheim den „Blickpunkt Spot“, bei dem sich Newcomer auf der Kabarettbühne ausprobieren dürfen. Heute führt die Kabarettistin Claudia Pichler durch den Abend.
Zweimal im Monat gibt es im Vereinsheim den „Blickpunkt Spot“, bei dem sich Newcomer auf der Kabarettbühne ausprobieren dürfen. Heute führt die Kabarettistin Claudia Pichler durch den Abend. Marlen Schuster

Derzeit schreibe ich intensiv an meinem neuen Programm „Forever Young – mit 50 in der 30er Zone“, das zwar erst im November 2026 im Schlachthof Premiere hat, aber gut Ding will Weile haben. Für frische Ideen brauche ich frische Luft. Also nichts wie raus mit dem Hund an die Isar, flussaufwärts, und dann wieder zurück über die Fausto-Kaffeerösterei. Seit Jahren hole ich dort in der Kraemer’schen Kunstmühle regelmäßig meine Lieblings-Kaffeebohnen der Sorte „Napoli“. Denn: Ohne Koffein keine Ideen. Abends wechsle ich die Perspektive: Im Vereinsheim Schwabing genieße ich die Kleinkunst-Mixed-Show „Blickpunkt Spot“ mal nur als Zuschauer. Ich freue mich darauf, entspannt im Publikum zu sitzen und liebe Kollegen zu treffen, allen voran die wunderbare Claudia Pichler, die durch den Abend führt.

Dienstag: Charmanter Weihnachtsmarkt

Statt „Humba Humba“ aus der Konserve gibt es auf dem Christkindlmarkt im Hexenhaus „Gans Woanders“ in Giesing Livemusik, Feuerschalen und Lesungen.
Statt „Humba Humba“ aus der Konserve gibt es auf dem Christkindlmarkt im Hexenhaus „Gans Woanders“ in Giesing Livemusik, Feuerschalen und Lesungen. Fabian Christ

Nach dem unvermeidlichen Bürokram am Tag freue ich mich auf einen vorweihnachtlichen Abend auf dem wohl charmantesten Weihnachtsmarkt der Stadt, dem „Winterrausch“ im Kulturcafé Gans Woanders an der Pilgersheimer Straße, fast bei mir vor der Haustüre. Vor zwei Jahren war das noch ein Geheimtipp, mittlerweile hat es sich herumgesprochen. Zu Recht: Statt „Humba Humba“ aus der Konserve gibt es hier viel Livemusik, Feuerschalen und dieses herrlich improvisierte Hexenhäuschen-Flair.

Mittwoch: Comedy für Freunde

Meine „Herzchen-E-Gitarre“, mein Markenzeichen auf der Bühne, geht bis Januar in den Winterschlaf und wird dort auf Vordermann gebracht. Die vielen Shows im Herbst, der Schweiß und der ein oder andere Bühnen-Stunt haben Spuren hinterlassen. Also packe ich das Instrument ins Auto und fahre ins Allgäu nach Unterthingau. Dort vertraue ich sie den Händen meines Freundes und Gitarrentechnikers Michael Kara an, der sie fit fürs Frühjahr macht. Zurück in München zieht es mich abends wieder in die Szene zu „Comedy für Freunde“. Stand-up-Comedian Hani Who hat am Candidplatz eine tolle Spielwiese aufgebaut, auf der man munter neues Material testen kann. Heute lehne ich mich aber wieder zurück und genieße einfach, was die Kollegen abliefern.

Donnerstag: Instrumenten-Paradies

E-Gitarren im Musikgeschäft "Hieber-Lindberg" in der Münchner Sonnenstraße.
E-Gitarren im Musikgeschäft "Hieber-Lindberg" in der Münchner Sonnenstraße. Stephan Rumpf

Auf der Suche nach einem Weihnachtsgeschenk für meinen Bruder Franz schaue ich beim Musikhaus Lindberg vorbei – Musiker schenken Musikern eben am liebsten Instrumentenzubehör. Uns verbindet aber mehr als die Liebe zur Gitarre: Vor 18 Jahren habe ich ihm eine Niere gespendet. Das gemeinsame Weihnachtsfest ist für uns deshalb immer auch ein Fest der Dankbarkeit. Es führt uns vor Augen, wie wichtig Gesundheit und Familie sind, und dass man füreinander da ist. Leider gibt es immer noch viel zu wenig Organspenden in Deutschland. Deshalb engagiere ich mich schon seit einiger Zeit sehr für dieses Thema. Neugierig? Der BR hat unsere Geschichte für die Reihe „Lebenslinien“ verfilmt, die in der ARD Mediathek zu finden ist. Vielleicht ist sie auch für andere ein Ansporn, zu helfen.

Freitag: Besondere Geschenke

Im Design- und Vintage-Laden Karusa kann man für seine selbstgemachten Dinge ein Fach mieten.
Im Design- und Vintage-Laden Karusa kann man für seine selbstgemachten Dinge ein Fach mieten. Bauer

Endspurt bei den Geschenken! Meine feste Anlaufstelle ist das Karusa in der Humboldtstraße samt seinem sehr bunten Sortiment an schönen Dingen, die glücklich machen: Postkarten, Klamotten, Schachteln, Wundertüten – alles mit viel Liebe zum Detail regional und originell handgefertigt. Falls Sie einen heimlichen Rockstar glücklich machen wollen, hätte ich noch einen Buchtipp: „Lassen Sie mich durch, ich bin E-Gitarrist!“. Nach der Lektüre kennen Sie auch meine heimlichen Träume, die ich in 26 kurzweilige und unterhaltsame Anekdoten verpackt habe. Danach widme ich mich nochmal der Weihnachtsgeschichte „Vom Himme hoch“ und gehe den Text für die morgige Aufführung durch. Als Erzähler muss im Dialekt jede Betonung sitzen, damit die Gedichte auch im ergreifenden Hall der Kirche tragen.

Samstag: Bayerische Weihnachtsgeschichte

Musikalisch umrahmen vier Solisten (Lisa Orthuber, Corinne Achermann, Nico Stegmann, Daniel Holzhauser, von links) sowie Anna Godelmann an der Geige und Andreas Begert am Klavier die biblische Geschichte.
Musikalisch umrahmen vier Solisten (Lisa Orthuber, Corinne Achermann, Nico Stegmann, Daniel Holzhauser, von links) sowie Anna Godelmann an der Geige und Andreas Begert am Klavier die biblische Geschichte. Stefan Niederreiter

Anzug raus, Schuhe putzen, Hemd bügeln. Heute ist der große Tag in der Allerheiligen Hofkirche der Residenz. In der bayerischen Weihnachtskantate „Vom Himme hoch“ aus der Feder des Dorfener Komponisten Andreas Begert erzähle ich die biblische Weihnachtsgeschichte aus einer humorvollen, bayerischen Perspektive, und zwar im Dialekt. Textlich stützt sich die Geschichte auf die Evangelien von Matthäus und Lukas. Musikalisch umrahmen vier Solisten (Lisa Orthuber, Corinne Achermann, Nico Stegmann, Daniel Holzhauser) sowie Anna Godelmann an der Geige und Andreas Begert am Klavier die biblische Geschichte. Das Ganze klingt wunderbar geerdet: Begert mischt klassische Kompositionen mit Zwiefachen und Landlern, Tradition trifft hier auf Moderne. Dabei geht es weniger um starre Regeln, sondern um das Herz – passend zum Fest der Begegnung, das viele in die Heimat bringt, zu Familie und Freunden.

Sonntag: Dolce Vita in der Au

Auch wenn der Zeitplan heute eng getaktet ist, gönne ich mir mittags eine Pizza bei meinem absoluten Lieblingsitaliener: La Calabrisella in der Oefelestraße. Der Laden ist winzig, zur Hälfte gefüllt mit dem Ofen, innen hat eigentlich nur ein Gast Platz. Man muss draußen warten, aber das lohnt sich: Luigi und seine Frau zaubern mit ihrem hauchdünnen, knusprigen Boden echtes „Dolce Vita“ in die Au. Mit der Pizza im Bauch geht es dann weiter nach Erding in die Stadthalle. Dort führen wir heute nochmal die Bayerische Weihnachtskantate auf. Für mich als gebürtigen Erdinger ist das ein echtes Heimspiel und der perfekte, besinnliche Abschluss dieser Woche kurz vor Weihnachten.

Bewie Bauer, Jahrgang 1975, ist Musikkabarettist, Comedian und Autor. Der gebürtige Erdinger lebt seit 16 Jahren im Münchner Stadtteil Untergiesing. Bekannt wurde er durch sein Programm „Ein Teenager wird 50!“ und seine Parodie als Karl Lauterbach, etwa bei „Grünwald Freitagscomedy“. Zudem engagiert er sich aktiv für das Thema Organspende.

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Von Paul Schäufele

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