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Bewerbung für die Olympischen Spiele 2018:Pläne nehmen Gestalt an

Münchens Bewerbung für die Olympischen Winterspiele 2018 nimmt Form an: Wilfrid Spronk soll Chef der Bewerbungsgesellschaft werden, Sponsoren sagen 30 Millionen Euro zu.

Bereits vor der bevorstehenden Gründung hat die Bewerbungsgesellschaft, die das Sportspektakel in die Stadt holen soll, die dafür nötigen Sponsorengelder laut Oberbürgermeister Christian Ude "in fast vollständiger Höhe" beisammen. 30 Millionen Euro sollen die Olympia-Werber ausgeben dürfen, um das Internationale Olympische Komitee (IOC) davon zu überzeugen, die Winterspiele 2018 nach München zu vergeben. Das Geld soll aus der Wirtschaft kommen - und wird es wohl auch: "Es schaut sehr, sehr gut aus", sagte der OB auf Anfrage der Süddeutschen Zeitung. Ude beruft sich bei seiner Schätzung auf feste Zusagen zahlreicher Unternehmen, die ihn bereits erreicht hätten.

Der Olympiapark soll 2018 wieder olympisch werden.

(Foto: Foto: Stephan Rumpf)

Dabei existiert bisher nicht einmal die Bewerbungsgesellschaft, die Münchens Olympia-Kandidatur vorantreiben soll. Ihre Gründung steht allerdings unmittelbar bevor. In der nächsten Woche soll der Stadtrat seine Zustimmung zum Aufbau dieser Truppe geben.

In ihr werden sich die Beteiligten der Kandidatur zusammenfinden: Der Deutsche Olympische Sportbund wird mit 51 Prozent der Anteile die Führung übernehmen, die Stadt ist mit rund 30 Prozent dabei, den Rest der Anteile halten der Freistaat, der Bund, die Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen (wo die Ski-Wettbewerbe stattfinden sollen) und der Landkreis Berchtesgadener Land mit der Bob- und Rodelbahn am Königssee. Den Vorsitz des Aufsichtsrats wird DOSB-Präsident Thomas Bach übernehmen, seine Stellvertreter sollen Ministerpräsident Günther Beckstein und Christian Ude werden.

Umweltkonzept für die Winterspiele

Ausgemacht ist ebenfalls bereits, wer als erster Chef der Bewerbungsgesellschaft vorstehen soll: Wilfrid Spronk, der den städtischen Olympiapark leitet, wird das Unternehmen führen. Der 62-Jährige begleitet die Kandidatur aber nicht bis zur endgültigen Entscheidung des IOC im Jahr 2011, sondern wird sein Amt vorher abgeben. Bis zum Herbst 2009 muss die Bewerbungsgesellschaft nun erarbeiten, wie die Pläne für die Winterspiele genau aussehen sollen. Spätestens Anfang 2010 muss sie die Bewerbungsmappe beim IOC einreichen. Schafft es München dann, als Kandidatenstadt akzeptiert zu werden, sind voraussichtlich bis Ende 2010 noch mehr ins Detail gehende Bewerbungsakten notwendig. Spätestens dann muss das endgültige Konzept für die Olympischen Winterspiele stehen.

Der Stadtrat wird am kommenden Mittwoch auch Leitlinien eines Umweltkonzeptes für die Winterspiele beschließen. Sie sehen vor, die Spiele "möglichst klimaneutral zu gestalten". Unter anderem soll das Olympische Dorf durch seine Bauweise keine Energie von außen benötigen. Die Bewerber setzen vor allem auf öffentlichen Verkehr, etwa den Ausbau der Bahn zwischen München und Garmisch. Die Sportstätten wollen sie auch nach den Spielen nachhaltig genutzt wissen. Auf diese Öko-Leitlinien haben besonders die Grünen gedrängt - auch um Skeptikern an der eigenen Basis zu begegnen.

Erst am Mittwoch hatte eine grüne Stadtversammlung zwar "Ja zu weiteren Schritten der Olympia-Bewerbung" gesagt, aber "nicht um jeden Preis". OB Ude warnte grüne Olympia-Kritiker davor, "den Bogen zu überspannen". München werde "ökologische Modellspiele" anbieten - und es werde dem Weltklima nicht dienen, wenn Olympia nicht hier, sondern anderswo stattfinde: "Wir müssen auch hier global denken."

© SZ vom 26.06.2008/af
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