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Mixologen-Bars:Die besten Cocktails in München? Gehen Sie in diese elf Bars

Hier gibt es ausgefallene Drinks von den besten Barkeepern der Stadt. Die Tipps aus der SZ-Redaktion.

Von Laura Kaufmann

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Goldene Bar

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Quelle: BIRKENHOLZ ; Alescha Birkenholz/oh

Die Goldene Bar ist der Klassiker unter den Mixologen-Bars und ihr Gründer Klaus St. Rainer der Papst der Szene. Er ist Perfektionist. Sirupe, Bitters, sogar seine Shaker stellt er selbst her. Das Haus der Kunst dient als Kulisse für Sundowner-Abende mit DJ und Grill, Gäste mit stylischen Sonnenbrillen sitzen dann zwischen den imposanten Säulen. Die Wände in der Bar sind mit goldenen Landkarten verziert, über der Tafel hängt ein Kronleuchter aus den Zwanzigerjahren.

Die Drinks sind auch mal nach lokalen Größen wie der Band Schlachthofbronx benannt. Gerade hat der Mixologen-Papst mit seiner Partnerin Leonie von Carnap eine neue, japanische Bar eröffnet. Im Wabi Sabi Shibui gibt es im Gegensatz zu der Goldenen Bar nur eine kleine, aber besondere Auswahl: von jeder Spirituose nur eine Marke, nur Limette als Säuerungsmittel. Der Saketini beispielsweise (12 Euro) wird mit zwei rohen Gambas serviert.

Prinzregentenstraße 1, Montag bis Samstag 10 bis 2 Uhr, Sonntag 10 bis 20 Uhr

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Jaded Monkey

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Quelle: Stephan Rumpf

Das Jaded Monkey ist eine Bar, wie man sie in Spuckweite der Feierbanane nicht unbedingt erwarten würde. Minimalistisch, aber stilvoll hat sich hier ein Mixologen-Original, der gebürtige New Yorker Bill Fehn, sein Cocktail-Reich eingerichtet. Auf der Karte stehen einige Gin-Tonics und Eigenkreationen wie der "Clockwork Orange" mit Kumquats, Gin, Aperol, Limette und Crodino oder der "Spanish Fig" mit Portwein, Rum, Feige, Limettensaft und Honig (10,50 Euro). Aber natürlich reicht es, dem Barkeeper einfach zu sagen, worauf man gerade Lust hätte - süß, sauer, Erdbeere, Gurke. Der Qualität der Drinks entsprechend ist auch der Service: aufmerksam, ganz und gar nicht affig.

Herzog-Wilhelm-Straße 25, 80331 München, Montag 19 bis 1 Uhr, Dienstag bis Samstag 20 bis 3 Uhr, Sonntag Ruhetag​

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Patolli

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Quelle: Stephan Rumpf

Am Anfang der Sendlinger Straße gelegen, bietet sich das Patolli als eleganter Ausklang eines Innenstadt-Shoppingmarathons an. Langsam wandelt sich der Betrieb zum Abend hin von Café zu Bar. Chef Marco Beier entwirft monatlich neue, kreative Drinks, so dass sich auch das Stammpublikum nicht langweilen muss - im Frühjahr zum Beispiel ein "Aspargus Gimlet" mit grünem Spargel und Wodka (11 Euro) oder ein Emma Sesame (10 Euro) mit Tequila, Blutorangenlikör, Espresso, schwarzem Sesamsirup und Kardamom. Das Patolli hat hohe Decken, ist aber klein und intim; wer möchte, kommt am Tresen ins Gespräch. Manchmal spielen hier Jazz-Musiker und wenn das Wetter passt, sitzen die Gäste an Tischen draußen auf der Sendlinger Straße.

Sendlinger Straße 62, 80331 München, Montag 9 bis 19 Uhr, Dienstag bis Freitag 9 bis 2 Uhr, Samstag 10 bis 2 Uhr, Sonntag 12 bis 18 Uhr

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Auroom

Cocktailbar "Auroom" in München, 2015

Quelle: Stephan Rumpf

An die lateinische Bezeichnung für Gold ist der Name der Bar angelehnt, denn golden schimmern die Wände des ansonsten eher dunkel gehaltenen Lokals. Das könnte nun schlimmstes Bussi-Bussi-Schicki-Micki vermuten lassen; tatsächlich aber ist der Auroom so unprätentiös wie sonst kaum eine Mixologen-Bar. Chef Alexander Wimmer ist für seine Arbeit mit diversen Preisen ausgezeichnet worden, und manche der Stammgäste kommen immer wieder, weil sie sich in eine seiner abgefahrenen Kreationen verliebt haben (der Nutella-Martini, 10 Euro, soll einer dieser Cocktails sein). Ohne elitäres Gehabe erklärt er neugierigen Gästen am Tresen gern, warum diese oder jene Komponente ihrem Drink noch einen besonderen Dreh verleiht.

Hans-Sachs-Straße 20, 80469 München, Montag bis Donnerstag 18 bis 0 Uhr, Freitag und Samstag 18 bis 2 Uhr, Sonntag Ruhetag

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Zephyr

In der Bar Zephyr werden feine Drinks gemixt.

Quelle: Robert Haas

So aufwändig gestaltet die Drinks im Zephyr sind, so schlicht ist die Bar selbst: Die niedrigen, runden Tische und der Tresen sind illuminiert, abgesehen davon sind die Wände des kleinen Raums dunkel gestrichen, nichts stiehlt den Spirituosen im Regal und den davor hantierenden Barkeepern die Show. Und die versenken mal ein Kräuterbüschel im Cocktail, mal wird einer mit Espuma versehen. "Two Legged Flamingo" heißt zum Beispiel die Variation mit Tequila, Erdbeerstaub, Spätburgunder Rose und Hibiskus oder "Coming Home" mit Scotch Whisky, Honig, Ingwer und geräucherter Paprika (jeweils 13 Euro).

Mit seinen Kreationen hat Barchef Lukas Motejzik schon einige Mixologen-Preise abgeräumt. Längst bestückt er schon weitere Läden mit seinen Künsten, zum Beispiel das Bar-Restaurant Herzog am Lenbachplatz in der Neuen Maxburg. Das Zephyr hat sich derweil schon zu einem Klassiker der Szene gemausert.

Baaderstraße 68, 80469 München, Sonntag bis Donnerstag 20 bis 1 Uhr, Freitag und Samstag 20 bis 3 Uhr​

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Kopper

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Quelle: Stephan Rumpf

Wie der Auroom nach dem lateinischen Wort für Gold benannt ist, so ist das Kopper nach seiner kupfernen Wandverkleidung getauft. Relativ neu in der Szene ist die schmale Bar in der Theresienstraße und sie ist oft relativ schnell voll mit jungen, schönen Menschen. Zu essen gibt es kleine Gerichte wie Ceviche, Tacos oder Tuna Tatar. Die Drinks sind nach einer dominanten Zutat benannt, zum Beispiel "Mango" mit natürlich Mango, Rum, Kardamom-Honig und Limette. Oder "Dill" mit natürlich Dill, Aquavit, Veilchen-Likör, Gurke, Honig und Knäckebrot (13 Euro).

Theresienstr. 1, 80333 München, Montag bis Donnerstag 18 bis 1 Uhr, Freitag und Samstag 18 bis 3 Uhr

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Blitz

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Quelle: Stephan Rumpf

Das Blitz ist ein Bar-Restaurant, streng genommen vielleicht sogar mehr Restaurant als Bar. Was das Blitz aber hat, ist einen talentierten Cocktail-Designer, der auch die Bar-Karten für die anderen zum Forster-Imperium gehörenden Läden gestaltet hat - für das Kismet (Löwengrube 10) zum Beispiel (das Kiss in der Landwehrstraße hat geschlossen). In allen Läden lässt es sich dank David Metz sehr ordentlich trinken. Die Atmosphäre macht sie besonders, im Kismet ist die Bar im ersten Stock über dem orientalischen Restaurant und hat dabei etwas warmes, gemütliches; das Blitz ist angemalt wie ein mexikanischer Totentanz, die Gäste sitzen auf bunten Stühlen. Einzigartig in der Stadt, hat sich das Blitz eine Zuckerrohrpresse angeschafft, und serviert zum Beispiel Daiquiris mit Zuckerrohrsaft (10,50 Euro) oder Drinks wie den "Mexican Mule" mit Jalapeno, Wodka, Ginger Beer und Limette (9,50 Euro). An Sommertagen geht das auch auf der lauschigen kleinen Terrasse am Isarkanal.

Museumsinsel 1, 80538 München, Dienstag bis Samstag 18 bis 1 Uhr

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Garçon

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Quelle: Stephan Rumpf

Die Bar Garçon führt ein unaufgeregtes Dasein in der Utzschneiderstraße. Sie ist schlicht gehalten, grau gestrichen, ein paar feine Details wie der Plattenspieler, aber ansonsten Konzentration auf das Wesentliche: die Getränke. Die werden hier nur gerührt, Shaker gibt es keine. Hauptsächlich am Tresen, dem Herzstück der Bar, sitzen die Gäste und genießen Drinks wie den Mezcal Manhattan mit Mezcal, rotem Wermut, Averna und Angostura Bitter (10 Euro).

Utzschneiderstraße 4, 80469 München, Dienstag bis Donnerstag 18 bis 1 Uhr, Freitag 18 bis 2 Uhr, Samstag 19 bis 2 Uhr

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Call Soul

Bar Call Soul, Biedersteiner Str. 6

Quelle: Florian Peljak

Das Call Soul in einem Schwabinger Stadthaus unweit der Münchner Freiheit gehört zu den neueren Bars am Mixologen-Himmel und ist auf dem besten Wege, sich mit seinem Breaking-Bad-Motto dort als Fixstern zu etablieren. Die Kellner tragen Fliege und fragen den Gast, ob er ein Foto machen möchte, während der Drink zubereitet wird.

Denn dabei wird gerne mal etwas angezündet, ein paar Kräuterchen im Glas abgefackelt zum Beispiel. Das schmeckt rauchig und sieht spektakulär aus, heißt dann zum Beispiel "Burning Man" (12 Euro). Überhaupt wird sehr auf die Präsentation geachtet. Die Cocktails kommen auch mal in Gläsern in Glühbirnen- oder Affenkopfform. Selbst ein Weißbier wird hier noch mit Deko-Getreidehalm serviert. Sehr Instagram-freundlich und das digital aufgewachsene Publikum dürfte sich auch über die Möglichkeit freuen, per Whatsapp zu reservieren (0176/19995413).

Für Hungrige gibt es auch ein paar Gerichte, Suppen, Salate und Pasta; dem After-Work-Besuch steht damit nichts im Wege.

Biedersteinerstraße 6, 80802 München, Montag Bis Donnerstag 18 bis 23 Uhr, Fr. und Sa. 18 bis 2 Uhr

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Bar Gabányi

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Quelle: Robert Haas

Stefan Gabányi mit seinem Abraham-Lincoln-Bart ist der entspannte Elder Statesman der Mixologen. Seine Bar hat er in einem Kellerladen am Beethovenplatz eröffnet, recht groß ist es, geschmackvoll vintage eingerichtet, in dunklen Tönen gehalten. Auf der kleinen Bühne finden regelmäßig Live-Konzerte statt, mal Jazz, mal Indie-Folk. Wegen der langen Öffnungszeiten und guten Drinks finden sich an Gabányis Tresen regelmäßig andere Gastronomen auf einen Absacker ein. Auf der Karte stehen zum Beispiel ein "Kingston Town" mit braunem Rum, Minzlikör, Zucker, Rosmarin und Bitters (10,50 Euro) oder ein "Murakami" mit Cognac, Juzu-Sake, Limettensaft und Holunderlikör (9,50 Euro), außerdem gibt es auch spät noch bodenständige Gerichte wie Sandwiches oder Gulasch zu essen.

Beethovenplatz 2, Freitag und Samstag 20 bis 5 Uhr, Mittwoch und Donnerstag 18 bis 3 Uhr, Sonntag 20 bis 4 Uhr

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The High

Bar "The High" in München, 2016

Quelle: Stephan Rumpf

André Meier und Ella Sinds servieren ihre Kreationen im Highball, einem schmalen Longdrink-Glas. Das hat den Vorteil, dass der Gast sich, ohne sich auch bei schmalerem Geldbeutel gleich zu ruinieren, etwas durchprobieren kann; um die 8 Euro muss er pro Drink berappen. Einen "Nashi me" zum Beispiel mit Bourbon, Amarettini Infusion, Nashi-Birne, Cold Brew Coffee und Zitrone oder einen "Basilisc" mit Gin, Basilikum, Aprikose, Olive und Zitrone gibt es dafür. Die relativ junge, hippe Crowd, die die kleine Bar bevölkert, sitzt am Tresen oder auf den Sitzgelegenheiten vor der Tür. Hingucker ist das Spirituosen-Regal hinter der Bar, das elegant beleuchtet und mit Kräutern begrünt ist.

Blumenstraße 15, 80331 München, Dienstag bis Donnerstag 20 bis 1 Uhr, Freitag und Samstag 20 bis 3 Uhr​

© SZ.de/mmo
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