Feuerwache Millionen für Sanierung bei der Münchner Berufsfeuerwehr

Hinter den markanten Arkaden der Hauptfeuerwache stehen die Einsatzfahrzeuge bereit.

(Foto: Stephan Rumpf)

Die Stadt rüstet die in die Jahre gekommene, denkmalgeschützte Hauptfeuerwache in der Altstadt auf - mit einem Millionenaufwand. Mängel gibt es ausgerechnet beim Brandschutz.

Von Martin Bernstein

Offiziell soll es nach den Osterferien losgehen, doch erste Arbeiten haben jetzt schon begonnen - das Feuerwehrmuseum ist deswegen auch bereits geschlossen und wird es bleiben, bis es in zwei Jahren völlig neue Ausstellungsräume bekommt. Die Stadt saniert die in die Jahre gekommene Feuerwache 1, das Herz der Münchner Berufsfeuerwehr, mit einem Millionenaufwand. Allein für den ersten von drei Abschnitten sind gut 21 Millionen Euro angesetzt. Das Unterfangen ist nämlich kein einfaches. In der Münchner Feuerwache mit den meisten Einsätzen ist zugleich die Leitung der städtischen Berufsfeuerwehr untergebracht. Und außerdem ist der historische Bau aus dem Jahr 1904 denkmalgeschützt.

Im Dezember 2017 hatte der Stadtrat die bis 2025 angesetzten Arbeiten endgültig beschlossen. Die sieben Gebäudeteile der Hauptfeuerwache am Altstadtring werden in drei Bauabschnitten auf den neuesten Stand gebracht. Zuletzt war der Komplex in den Siebzigerjahren saniert worden. "Es wurde ein erheblicher Instandsetzungsbedarf hinsichtlich Standsicherheit, Brandschutz, Arbeitsschutz sowie Schall- und Wärmeschutz festgestellt", heißt es im Stadtratsbeschluss. Den Anfang machen nun die Büros am Unteren Anger. Dort sind auch Dienstwohnungen und die Abteilung "Vorbeugender Brandschutz" untergebracht.

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Nach 60 Sekunden müssen sie durch die Tore sein

Die Mitarbeiter ziehen derweil in die frühere Feuerwache an der Nordendstraße sowie in die Feuerwache an der Heimeranstraße. Durch die Auslagerung der Verwaltungsbereiche während des Umbaus soll gewährleistet sein, dass der Betrieb der Feuerwache während der kompletten Umbauphase aufrechterhalten werden kann. Die Abteilung Einsatzvorbeugung hat schon darauf hingewiesen, was sich aktuell bei ihr ändert. So befindet sich die Feuerbeschau bereits jetzt in der Poccistraße 11. Vermutlich im Jahr 2022 wird sie in die Feuerwache Ramersdorf ziehen. Das Sachgebiet "Blitzschutz" ist seit dem 1. März in der Gotzinger Straße 52 b. Zum 6. Mai ziehen die Sachgebiete für Brandschutzprüfung und Veranstaltungssicherheit sowie die Abteilungsleitung in die ehemalige Feuerwache Schwabing in der Nordendstraße 27.

Die Münchner Hauptfeuerwache wurde zwischen 1902 und 1904 von Carl Hocheder und Robert Rehlen errichtet. Das viergeschossige Gebäude weist Elemente im Stil der Neorenaissance auf - unter anderem die markanten Erdgeschossarkaden, hinter denen sich die Torausfahrten für die Feuerwehrfahrzeuge verbergen - und schaut auf den ersten Blick wie ein imposantes frühneuzeitliches Stadtschloss aus. An der Rückseite des Gebäudes führt ein schräger Verbindungstrakt zu einem in den Jahren 1906 bis 1907 entstandenen Erweiterungsgebäude am Unteren Anger. Größter Innenraum ist die Gerätehalle hinter dem Arkadengang. Von dort rücken die Einsatzfahrzeuge aus. Das muss schnell gehen: Nach 60 Sekunden müssen sie durch die Tore sein.

Am 1. Juli wird die Münchner Berufsfeuerwehr 140 Jahre alt. So historisch die jetzt zu sanierende Hauptfeuerwache ist - auch sie hatte schon einen Vorläufer. Die erste Hauptwache der Münchner Feuerwehr stand am heutigen St.-Jakobs-Platz. Damals und auch beim Bau des neuen Gebäudes waren noch Pferdegespanne im Einsatz. Doch das sollte sich bald ändern: 1913 stieg die Münchner Feuerwehr vollständig auf Fahrzeuge mit Benzinmotoren um. München war damit Vorreiter unter den deutschen Städten.