Berg am Laim:Hochpunkt mit Mehrwert

Berg am Laim: Hoch und grün: So soll der Bau am Michaelibad aussehen. Visualisierung: 03 Architekten

Hoch und grün: So soll der Bau am Michaelibad aussehen. Visualisierung: 03 Architekten

Bauprojekt am Michaelibad stößt im Stadtrat auf Zustimmung

Von Sebastian Krass, Berg am Laim

Der architektonische Entwurf kommt einhellig gut an, über die Größe der Tiefgarage aber gibt es Uneinigkeit. So lässt sich die Debatte im Planungsausschuss des Stadtrats am Mittwoch über die geplante Bebauung der bisherigen Park-and-Ride-Anlage an der U-Bahn-Station Michaelibad zusammenfassen. Die Stadtwerke München (SWM), denen das Grundstück gehört, planen 140 Wohnungen, davon 40 Prozent gefördert und 60 Prozent als Werkswohnungen, eine Kita und Büros für die eigene Nutzung. Den dafür ausgeschriebenen Wettbewerb gewannen Ende vergangenen Jahres 03 Architekten (München) und Verde Landschaftsarchitekten (Freising). Ihr Entwurf sieht einen sechseckigen Hochpunkt mit zwölf Geschossen (entspricht etwa 45 Metern) sowie zwei weitere Gebäude mit vier und sechs Geschossen sowie großzügige Freiflächen vor.

"Der Hochpunkt bietet an dieser Stelle einen Mehrwert, und der Siegerentwurf bietet mehr Grünflächen", fasste die Grünen-Stadträtin Angelika Pilz-Strasser die Vorzüge aus ihrer Sicht zusammen. Allerdings sei die geplante zweigeschossige Tiefgarage "überdimensioniert, das müsste eingeschossig auch reichen". Die vorgesehene Kompensation für die wegfallenden oberirdischen Parkplätze sei "überzogen". Die Frage ist relevant, weil der Bau von unterirdischen Geschossen die Energiebilanz des Bauwerks verschlechtert und die Kosten erhöht, was bei einem Auftraggeber wie den SWM zumindest indirekt die öffentlichen Finanzen betrifft.

Fabian Ewald (CSU) erklärte, man könne "dem ersten Preis zugutehalten, dass er den Hochpunkt an der Kreuzung Heinrich-Wieland-St.-Michael-Straße ansiedelt und eine gute Durchgängigkeit über den Hachinger Bach zum Michaelianger ermöglicht". Eine "weitere Verkleinerung der Park-and-Ride-Anlage" sei aber "nicht angebracht. Die Parkplätze sind sinnvoll, damit die Leute, die von weiter außen kommen, nicht weiter in die Stadt reinfahren, sondern dort ihr Auto stehen lassen". Simone Burger (SPD) sprang ihrer Koalitionspartnerin Pilz-Strasser bei, indem sie den angeregten Prüfauftrag an die Verwaltung unterstützte. Sie ergänzte aber: "Wir werden uns entscheiden, wenn das Planungsreferat uns dazu berichtet. Wenn es die zweigeschossige Tiefgarage für sinnvoll hält, werden wir zustimmen."

Zum Abschluss der kleinen Debatte meldete sich Stadtbaurätin Elisabeth Merk zu Wort: "Wir haben das Parken dort sehr ausführlich diskutiert. Es wurde uns von örtlichen Stadträten und dem Bezirksausschuss mehrmals vorgetragen, dass die Parkplätze bisher eher für den Einzugsbereich des Viertels denkbar sind." Pendler von weiter draußen sollten künftig im geplanten Parkhaus an der U- und S-Bahn-Station Neuperlach Süd mit 770 Stellplätzen abgefangen werden. Aber man werde noch einmal "ausführlich dokumentieren, wie wir die Situation einschätzen", so Merk. Bis das Projekt fertig wird, vergeht ohnehin noch viel Zeit. Die SWM planen den Baubeginn erst für 2026, die Fertigstellung nicht vor 2028.

© SZ vom 05.02.2021
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